Schröder feiert mit Putin Geburtstag und erntet scharfe Kritik

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Symbolbild mit KI erstellt

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Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin an dessen 74. Geburtstag besucht. Das Treffen fand am Mittwoch, 7. Oktober 2026, statt und wurde einen Tag später vom Kreml bestätigt. In Deutschland löst die Begegnung scharfe Kritik von Politikern verschiedener Parteien aus. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält Schröders neue Tätigkeit für eine russische Supermarktkette. Der Besuch fällt in eine Phase anhaltender russischer Angriffe auf die Ukraine und erneuter Spannungen zwischen Russland und europäischen Staaten. Eine öffentliche Stellungnahme Schröders zur aktuellen Kritik lag zunächst nicht vor.

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Politiker von Grünen, FDP und CDU kritisieren Schröders Besuch

Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt verurteilte das Treffen auf der Plattform X deutlich. Sie bezeichnete Schröders Teilnahme an der Geburtstagsfeier als „Eine Schande für Deutschland. Ein Verrat an Europa.“ Zudem warf sie dem Altkanzler vor, damit den Bemühungen um Frieden zu schaden.

Auch die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann äußerte sich kritisch. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament beanstandete, dass Schröder weiterhin geschäftliche Verpflichtungen in Russland übernehme und zugleich den persönlichen Kontakt zu Putin pflege.

Dennis Radtke, Vorsitzender des CDU-Sozialflügels, kritisierte ebenfalls den Russland-Besuch. Er verwies insbesondere auf frühere ausgefallene Zeugenaussagen Schröders vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

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Kreml bestätigt persönliche Einladung zum 74. Geburtstag

Nach Darstellung der russischen Präsidialverwaltung kam die Einladung kurzfristig zustande. Putin habe am Mittwochmorgen erfahren, dass sich Schröder wegen eines geschäftlichen Termins in Moskau aufhalte. Anschließend habe der Präsident seinen langjährigen Freund zu sich eingeladen.

Der Kreml veröffentlichte am Donnerstag, 8. Oktober, eine entsprechende Mitteilung über seinen offiziellen Telegram-Kanal. Außerdem wurden Fotos verbreitet, auf denen sich Schröder und Putin lächelnd die Hände reichen.

Dass die Begegnung stattgefunden hat, ist damit durch die russische Präsidialverwaltung bestätigt. Ob die Einladung tatsächlich erst am Mittwoch ausgesprochen wurde, ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen. Auch zum genauen Inhalt der Gespräche machten die russischen Behörden keine Angaben.

Neuer Aufsichtsratsposten führt Schröder nach Russland

Schröders Aufenthalt in Moskau stand zunächst im Zusammenhang mit seiner neuen Tätigkeit für das Handelsunternehmen Hyperglobus. Der 82-Jährige wurde Ende September in den Aufsichtsrat der russischen Supermarktkette berufen. Das Unternehmen bestätigte die Personalentscheidung Anfang Oktober.

Nach Unternehmensangaben soll Schröder die strategische Entwicklung des Russland-Geschäfts begleiten und an übergeordneten Führungsentscheidungen mitwirken. Am Mittwoch besuchte er eine Filiale in Moskau und sprach dort vor Beschäftigten.

Aufnahmen des russischen Fernsehens zeigten, wie Mitarbeiter den ehemaligen Bundeskanzler mit Applaus begrüßten. Der Unternehmensbesuch fand damit am selben Tag statt wie das spätere Treffen mit Putin.

Hyperglobus ist vom deutschen Globus-Konzern getrennt

Die neue Tätigkeit des Altkanzlers steht auch wegen der wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Russland im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Hyperglobus gehörte ursprünglich zum deutschen Handelsunternehmen Globus. Seit Januar 2025 ist das russische Geschäft nach Angaben des Unternehmens rechtlich und operativ eigenständig. Die mehr als 20 Supermärkte in Russland verwenden weiterhin den Namen Globus.

Der frühere Globus-Chef Thomas Bruch ist an Hyperglobus beteiligt. Die Unternehmensführung erklärte Anfang Oktober, Schröders Erfahrungen mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in Russland für die strategische Entwicklung nutzen zu wollen.

Die Berufung erfolgte vor dem Hintergrund russischer Maßnahmen gegen ausländische Unternehmen, deren Vermögenswerte teilweise unter staatliche Verwaltung gestellt wurden.

Russische Angriffe auf die Ukraine begleiten das Treffen

Der Geburtstag des russischen Präsidenten fiel mit schweren Angriffen auf ukrainische Städte zusammen. Am 7. Oktober setzte Russland Raketen und Drohnen gegen Ziele in mehreren Regionen der Ukraine ein. Dabei wurden nach Angaben ukrainischer Behörden zahlreiche Menschen getötet und verletzt.

Besonders schwere Folgen hatten die Angriffe unter anderem in der Region Tschernihiw. Auch aus anderen Teilen des Landes wurden Schäden und zivile Todesopfer gemeldet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Angriffe scharf.

Russland führt seit dem 24. Februar 2022 einen großangelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Europäische Union und weitere westliche Staaten haben darauf mit umfangreichen Sanktionen reagiert. Schröders fortgesetzte Kontakte zum russischen Präsidenten stehen seit Beginn der Invasion besonders in der Kritik.

Schröders Verbindungen zu Putin reichen Jahrzehnte zurück

Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Während seiner Regierungszeit entwickelte sich eine enge persönliche Beziehung zu Wladimir Putin. Auch wirtschaftlich setzte die damalige Bundesregierung auf eine intensive Zusammenarbeit mit Russland, insbesondere bei der Energieversorgung.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt übernahm Schröder führende Positionen in Unternehmen mit russischer Beteiligung. Dazu gehörten Funktionen beim Ölkonzern Rosneft und im Umfeld der Ostseepipeline Nord Stream 2.

Die umstrittene Gasleitung wurde 2021 fertiggestellt, erhielt jedoch keine Genehmigung für die Inbetriebnahme. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 gab Schröder seinen Posten bei Rosneft auf und verzichtete auf eine vorgesehene Position bei Gazprom.

Seine persönliche Verbindung zu Putin blieb bestehen. Beide trafen sich auch nach Beginn des Krieges mehrfach.

Keine offizielle Vermittlerrolle für den Altkanzler

Im Mai 2026 hatte Putin den früheren Bundeskanzler als möglichen Gesprächspartner für europäische Staaten ins Spiel gebracht. Der russische Präsident stellte dabei Schröders Erfahrungen und die langjährige persönliche Verbindung heraus.

Von europäischer Seite wurde eine solche Vermittlerrolle jedoch zurückgewiesen. Eine offizielle Beauftragung Schröders mit Gesprächen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs ist nicht bekannt.

Für das jüngste Treffen am 7. Oktober gab es ebenfalls keine bestätigten Hinweise auf einen diplomatischen Auftrag. Die russische Präsidialverwaltung stellte die Begegnung als persönlichen Besuch anlässlich von Putins Geburtstag dar.

Offen blieb zudem, ob bei dem Treffen neben persönlichen Themen auch politische oder wirtschaftliche Fragen zur Sprache kamen.

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