Milliardenprojekt in Australien: Deutschland beteiligt sich an neuer Mine für Seltene Erden

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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In Australien hat der Bau einer neuen Mine für Seltene Erden begonnen. Das Bergbauunternehmen Arafura Rare Earths entwickelt rund 135 Kilometer nördlich von Alice Springs das Nolans-Projekt, das künftig wichtige Rohstoffe für Elektromotoren, Windkraftanlagen und andere Hochtechnologien liefern soll. Auch Deutschland ist finanziell beteiligt. Der Baustart am Donnerstag, 8. Oktober 2026, markiert einen wichtigen Schritt beim Aufbau zusätzlicher Lieferketten außerhalb Chinas.

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Australien unterstützt das Bergbauprojekt mit 1,2 Milliarden Dollar

Die australische Regierung beziffert ihre Unterstützung für das Nolans-Projekt auf 1,2 Milliarden australische Dollar. Die Finanzierung erfolgt über mehrere staatliche Einrichtungen und Programme, darunter die Northern Australia Infrastructure Facility, die Critical Minerals Facility, den National Reconstruction Fund und die strategische Rohstoffreserve des Landes.

Die Summe beschreibt damit staatliche Finanzierungszusagen und Unterstützungsinstrumente. Sie ist nicht mit einer ausschließlich vom Unternehmen getragenen Investition gleichzusetzen.

Arafura Rare Earths selbst hatte im Mai 2026 für die Errichtung der Anlage einen Kapitalbedarf von rund 1,19 Milliarden US-Dollar angegeben. Darüber hinaus umfasst die Gesamtfinanzierung Mittel für den Produktionsanlauf, Finanzierungskosten und zusätzliche finanzielle Reserven.

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Die endgültige Investitionsentscheidung für das Projekt war bereits im Mai gefallen. Mit dem nun erfolgten Baustart geht die Entwicklung von der Finanzierungs- und Planungsphase in die praktische Umsetzung über.

Deutschland beteiligt sich mit 50 Millionen Euro

Für Deutschland ist das Nolans-Projekt Teil einer Strategie zur besseren Versorgung mit kritischen Rohstoffen. Die Bundesregierung hatte im April angekündigt, über den staatlichen Rohstofffonds bis zu 50 Millionen Euro in das australische Unternehmen zu investieren.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, übernimmt dabei die Finanzierung im Auftrag des Bundes. Arafura und die KfW haben eine verbindliche Vereinbarung über die Zeichnung von Unternehmensanteilen geschlossen.

Der finanzielle Vollzug war nach Angaben von Arafura zuletzt für Oktober 2026 vorgesehen. Die Beteiligung war mit weiteren Voraussetzungen innerhalb der Gesamtfinanzierung verbunden. Eine abschließende Bestätigung über den vollständigen Mittelzufluss lag zunächst nicht vor.

Deutschland beteiligt sich damit nicht unmittelbar am Betrieb einer eigenen Mine in Australien, sondern unterstützt ein Unternehmen, dessen künftige Produktion für europäische Abnehmer zugänglich sein soll.

Zusätzlich sind deutsche Finanzinstitute und staatlich unterstützte Kreditabsicherungen in die Projektfinanzierung eingebunden. Gemeinsam mit Partnern aus Australien, Kanada, Südkorea und den Vereinigten Staaten soll so eine zusätzliche internationale Rohstoffversorgung aufgebaut werden.

Neue Mine soll wichtige Metalle für Elektromotoren liefern

Im Mittelpunkt stehen die Seltenen Erden Neodym und Praseodym. Beide Metalle werden zur Herstellung besonders leistungsfähiger Permanentmagnete benötigt. Diese kommen beispielsweise in elektrischen Antrieben, Windkraftanlagen, industriellen Maschinen und militärischen Anwendungen zum Einsatz.

Arafura plant, im Nolans-Projekt künftig jährlich etwa 4.440 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid zu produzieren. Nach Unternehmensberechnungen könnte die Anlage damit ungefähr vier bis fünf Prozent des weltweiten Bedarfs an diesen für Hochleistungsmagnete wichtigen Seltenen Erden abdecken.

Eine Besonderheit ist die geplante Verbindung von Bergbau und Verarbeitung an einem Standort. Das Unternehmen will die Rohstoffe nicht lediglich fördern und als Erzkonzentrat exportieren. Stattdessen sollen sie direkt in Australien zu getrennten Seltenerdoxiden verarbeitet werden.

Damit würde eine wichtige Verarbeitungsstufe außerhalb Chinas entstehen. Für die anschließende Herstellung von Metallen, Legierungen und fertigen Magneten bleiben allerdings weitere industrielle Verarbeitungsschritte erforderlich.

Lieferverträge verbinden Australien mit Europa und Asien

Arafura hat bereits Vereinbarungen mit mehreren internationalen Unternehmen geschlossen, um Teile seiner geplanten Produktion langfristig zu verkaufen.

Zu den Abnehmern gehören die südkoreanischen Automobilhersteller Hyundai und Kia sowie das Windenergieunternehmen Siemens Gamesa. Hinzu kommen Vereinbarungen mit dem Rohstoffhandelsunternehmen Traxys.

Im September verlängerte Arafura eine Liefervereinbarung mit einem Hersteller von Windkraftanlagen. Sie sieht Lieferungen von bis zu 500 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid beziehungsweise einer entsprechenden Produktmenge pro Jahr vor.

Die langfristigen Abnahmeverträge sind für das Projekt von erheblicher Bedeutung. Sie sollen zukünftige Verkaufsmengen absichern und schaffen damit eine Grundlage für die Finanzierung der aufwendigen Förder- und Verarbeitungsanlagen.

Für deutsche Unternehmen entsteht dadurch eine zusätzliche Beschaffungsmöglichkeit. Wie stark sich die neue Produktion später tatsächlich auf die Rohstoffversorgung in Deutschland auswirken wird, hängt jedoch von den vereinbarten Liefermengen, dem Produktionsbeginn und den weiteren Verarbeitungskapazitäten ab.

China beherrscht weiterhin große Teile des Marktes

Der Hintergrund des Projekts ist die starke Konzentration der weltweiten Förderung und Verarbeitung Seltener Erden auf wenige Länder. Besonders China verfügt über eine dominierende Stellung in den internationalen Lieferketten.

Das betrifft nicht nur die Gewinnung der Rohstoffe, sondern vor allem deren Trennung und Weiterverarbeitung zu Produkten, die von der Industrie benötigt werden.

Chinesische Exportbeschränkungen haben die Bedeutung alternativer Bezugsquellen zusätzlich erhöht. Für europäische Automobilhersteller, Windkraftunternehmen und andere Industriebetriebe sind zuverlässige Lieferungen dieser Materialien von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Australien verfügt selbst über bedeutende Rohstoffvorkommen und investiert zunehmend in deren industrielle Verarbeitung. Das Nolans-Projekt soll deshalb nicht nur zusätzliche Förderkapazitäten schaffen, sondern auch mehr Wertschöpfung im eigenen Land ermöglichen.

Für Deutschland ergänzt die Beteiligung an Arafura die Bemühungen, Rohstofflieferungen auf mehrere Länder und Anbieter zu verteilen. Eine vollständige Unabhängigkeit von bestehenden internationalen Lieferketten ist damit allerdings nicht verbunden.

Produktion ist erst für die kommenden Jahre geplant

Bis aus dem Nolans-Projekt tatsächlich größere Mengen Seltener Erden geliefert werden können, wird noch Zeit vergehen. Arafura strebt den Produktionsbeginn nach bisherigen Planungen für 2029 an. Der vollständige Ausbau und das Hochfahren der Anlage werden darüber hinaus weitere Zeit benötigen.

Während der Bauphase sollen nach Angaben der australischen Regierung rund 600 Arbeitsplätze entstehen. Für den späteren Betrieb sind mehr als 350 Beschäftigte vorgesehen.

Die geplante Lebensdauer der Mine beträgt nach Unternehmensangaben mindestens 38 Jahre. Für ein Rohstoffprojekt dieser Größenordnung ist deshalb nicht nur die Errichtung der Anlagen entscheidend, sondern auch deren langfristiger wirtschaftlicher Betrieb.

Zu den Voraussetzungen gehören eine verlässliche Finanzierung, die technische Umsetzung, die Einhaltung der Umweltauflagen und ausreichende Absatzmöglichkeiten. Die Lagerstätte enthält neben Seltenen Erden auch andere mineralische Bestandteile, deren Behandlung entsprechende Anforderungen an den Bergbau stellt.

Mit dem Baustart in Australien wird ein Projekt umgesetzt, an dem mehrere westliche Staaten wirtschaftliche Interessen haben. Deutschland ist dabei sowohl über die staatlich unterstützte Finanzierung als auch über industrielle Abnehmer eingebunden. Ob die neue Mine die erhoffte Entlastung bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen bringt, wird sich mit dem Beginn und dem Umfang der tatsächlichen Produktion zeigen.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu