Kaufland warnt erneut vor Babymilch: Zurückgerufene Ware wieder verkauft

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Supermarktkette Kaufland ruft bestimmte Babymilchprodukte der Marken Aptamil und Milumil erneut zurück. Die betroffenen Produkte waren bereits im Februar 2026 vom Hersteller Danone zurückgerufen worden. Dennoch gelangten nach Angaben des Handelsunternehmens vereinzelt Packungen mit entsprechenden Mindesthaltbarkeitsdaten wieder in den Verkauf. Eltern werden aufgefordert, die betroffene Säuglingsnahrung nicht mehr zu verwenden.

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Hintergrund des Rückrufs ist das mögliche Vorhandensein des Bakterientoxins Cereulid. Der Giftstoff kann unter anderem Erbrechen und Durchfall auslösen. Kaufland erklärte am Freitag, 9. Oktober 2026, sämtliche betroffenen Produkte inzwischen aus dem Verkauf entfernt zu haben. Da Kunden die Ware zwischenzeitlich gekauft haben könnten, informiert die Handelskette erneut über den Rückruf.

Warum Kaufland Babymilch erneut zurückruft

Der aktuelle Rückruf von Aptamil und Milumil geht auf eine bereits mehrere Monate zurückliegende Vorsichtsmaßnahme zurück. Anfang Februar hatte der Lebensmittelkonzern Danone in Abstimmung mit den deutschen Behörden zahlreiche Produktionschargen zurückgerufen. Anlass waren neue wissenschaftliche Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zur gesundheitlichen Bewertung von Cereulid in Säuglingsnahrung.

Die Empfehlungen führten dazu, dass der Hersteller weitere Produkte in den bestehenden Rückruf einbezog. Dabei waren ausschließlich bestimmte Produktionschargen und Mindesthaltbarkeitsdaten betroffen.

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Nach Angaben von Kaufland wurden trotz des ursprünglichen Rückrufs einzelne betroffene Produkte erneut verkauft. Wie viele Packungen tatsächlich an Kunden abgegeben wurden und in welchen Filialen dies geschah, war zunächst nicht bekannt. Auch zum genauen Zeitraum des erneuten Verkaufs lagen zunächst keine Angaben vor.

Der Rückruf bedeutet nicht, dass sämtliche Produkte der Marken Aptamil und Milumil betroffen sind. Entscheidend sind die jeweilige Produktbezeichnung, die Packungsgröße und das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Diese Aptamil- und Milumil-Produkte sind betroffen

Die neue Kaufland-Warnung umfasst zehn Produktvarianten mit unterschiedlichen Mindesthaltbarkeitsdaten. Betroffen sind verschiedene Sorten der Produktlinien Aptamil Pronutra und Aptamil Profutura sowie Milumil Pre. Die Packungen enthalten zwischen 800 und 1.200 Gramm Milchpulver.

Folgende Produkte und Mindesthaltbarkeitsdaten nennt Kaufland:

Produkt und GTINBetroffene Mindesthaltbarkeitsdaten
Aptamil Pronutra Pre, 800 g 405663100120214.10.2026, 30.10.2026, 10.11.2026, 18.11.2026, 04.12.2026
Aptamil Pronutra Pre, 1.200 g 405663100370113.11.2026, 19.11.2026, 26.11.2026, 04.12.2026
Aptamil Pronutra 1, 800 g 405663100122615.10.2026, 10.11.2026, 03.12.2026
Aptamil Pronutra 2, 800 g 405663100124027.10.2026, 21.11.2026, 05.12.2026, 19.12.2026, 08.01.2027, 09.01.2027
Aptamil Pronutra 2, 1.200 g 405663100372529.11.2026, 02.01.2027
Aptamil Pronutra 3, 800 g 405663100126407.11.2026, 29.11.2026, 11.12.2026, 18.12.2026
Aptamil Profutura Pre, 800 g 405663100343511.02.2027, 14.03.2027, 20.04.2027, 08.05.2027, 08.06.2027, 06.08.2027, 17.09.2027
Aptamil Profutura 1, 800 g 405663100345903.12.2026, 08.01.2027, 12.02.2027, 18.03.2027, 21.04.2027, 08.05.2027, 08.06.2027, 08.08.2027, 27.09.2027
Aptamil Profutura 2, 800 g 405663100347302.12.2026, 07.01.2027, 20.01.2027, 10.02.2027, 19.04.2027, 18.05.2027, 14.06.2027, 04.08.2027, 05.08.2027, 22.08.2027, 02.11.2027, 11.11.2027
Milumil Pre, 1.200 g 405663100396115.10.2026, 20.11.2026, 03.12.2026, 24.12.2026, 15.01.2027, 19.02.2027

Die GTIN ist die internationale Artikelidentifikationsnummer, die üblicherweise beim Strichcode auf der Verpackung steht. Eltern sollten zusätzlich das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum mit den Angaben vergleichen. Nicht jede Packung eines aufgeführten Produkts gehört automatisch zu den zurückgerufenen Chargen.

Cereulid kann bei Säuglingen gesundheitliche Beschwerden auslösen

Hintergrund des Rückrufs ist das Toxin Cereulid, das von bestimmten Bakterien der Art Bacillus cereus gebildet werden kann. Es kann bei entsprechender Aufnahme unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auslösen. Typischerweise treten Beschwerden innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf.

Besonders bei Säuglingen können solche Beschwerden problematisch werden. Durch Erbrechen und Durchfall verlieren kleine Kinder Flüssigkeit und wichtige Elektrolyte. Nach Einschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten sind insbesondere Babys unter sechs Monaten empfindlicher gegenüber solchen Flüssigkeitsverlusten.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hatte am 2. Februar 2026 eine neue Risikobewertung veröffentlicht. Darin wurde eine besonders vorsichtige gesundheitliche Referenzdosis für Cereulid bei Säuglingen festgelegt. Diese wissenschaftliche Grundlage führte Anfang Februar zu einer Ausweitung bestehender Rückrufaktionen.

Der aktuelle Rückruf bedeutet allerdings nicht, dass in jeder betroffenen Packung tatsächlich Cereulid nachgewiesen wurde. Konkrete Untersuchungsergebnisse zu den jetzt erneut bei Kaufland verkauften Produkten wurden zunächst nicht genannt.

Rückgabe bei Kaufland auch ohne Kassenbon möglich

Eltern, die eine betroffene Packung gekauft haben, sollen die Babymilch nicht weiter verfüttern. Bereits geöffnete Verpackungen sind ebenfalls vom Rückruf erfasst, sofern Produkt und Mindesthaltbarkeitsdatum mit der Warnung übereinstimmen.

Die zurückgerufenen Artikel können in jeder Kaufland-Filiale abgegeben werden. Nach Angaben des Unternehmens wird der Kaufpreis vollständig erstattet. Ein Kassenbon ist dafür nicht erforderlich. Die Rückgabe ist damit auch möglich, wenn der ursprüngliche Einkauf nicht mehr nachgewiesen werden kann.

Eltern können die betroffenen Mindesthaltbarkeitsdaten außerdem über die offiziellen Herstellerseiten aptaclub.de und milupa.de überprüfen. Für Fragen zu Aptamil steht der Verbraucherservice unter 0800 278 26 45 zur Verfügung. Für Milumil nennt Danone die Telefonnummer 0800 737 50 00.

Sollten Babys nach dem Verzehr der betroffenen Nahrung Beschwerden entwickeln, empfiehlt der Hersteller, ärztlichen Rat einzuholen. Insbesondere wiederholtes Erbrechen, anhaltender Durchfall oder Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sollten bei Säuglingen zeitnah medizinisch abgeklärt werden.

Rückruf steht im Zusammenhang mit internationalen Warnungen

Die Probleme mit Cereulid in Säuglingsnahrung beschränkten sich Anfang 2026 nicht auf Deutschland. Bereits seit Dezember 2025 wurden in zahlreichen Ländern Produkte unterschiedlicher Hersteller zurückgerufen.

Neben Danone war auch der Lebensmittelkonzern Nestlé betroffen. Zu den in Deutschland zurückgerufenen Marken gehörten unter anderem Aptamil, Milumil, Beba und Alfamino.

In einer gemeinsamen Bewertung vom 19. Februar 2026 beschrieben die europäischen Gesundheitsbehörden ECDC und EFSA zahlreiche internationale Rückrufmaßnahmen. In mehreren europäischen Ländern waren bei Säuglingen nach dem Verzehr entsprechender Milchnahrung Magen-Darm-Beschwerden untersucht worden. Teilweise mussten Kinder wegen Flüssigkeitsmangels im Krankenhaus behandelt werden.

Die Behörden kamen damals zu dem Ergebnis, dass die umfangreichen Rückrufe die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Belastung deutlich verringert hatten. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass zurückgerufene Produkte weiterhin in privaten Haushalten vorhanden sein könnten.

Die erneute Kaufland-Warnung vom 9. Oktober betrifft nun Produkte, die bereits von der früheren Rückrufentscheidung erfasst waren. Ob durch den zwischenzeitlichen Verkauf bei Kaufland gesundheitliche Beschwerden aufgetreten sind, war zunächst nicht bekannt. Auch zur Zahl der betroffenen Filialen machte das Unternehmen zunächst keine konkreten Angaben.

Für Eltern bleibt deshalb der Abgleich der Verpackungsdaten entscheidend. Stimmen Produkt, Packungsgröße und Mindesthaltbarkeitsdatum mit der aktuellen Liste überein, darf die Babymilch nicht weiter verfüttert werden.

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