Milliardenangebot für Shelly: Was sich für Aktionäre und Smart-Home-Nutzer ändert

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der französische Technologiekonzern Schneider Electric will den Smart-Home-Spezialisten Shelly Group übernehmen. Rund 1,2 Milliarden Euro ist dem Unternehmen die geplante Transaktion wert. Aktionäre sollen 70 Euro je Aktie erhalten. Der Verwaltungsrat von Shelly unterstützt das Vorhaben inzwischen ausdrücklich. Allerdings stehen noch Genehmigungen und die Zustimmung einer ausreichenden Zahl von Aktionären aus. Für Nutzer der beliebten Smart-Home-Geräte gibt es bislang keine angekündigten Einschränkungen.

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Schneider Electric bietet 70 Euro je Shelly-Aktie

Schneider Electric will Shelly übernehmen und hat dafür bereits eine Investitionsvereinbarung mit dem bulgarischen Unternehmen geschlossen. Die Vereinbarung wurde am 24. September 2026 bekannt gegeben. Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot soll über die französische Konzerntochter SE 2026 A SAS abgewickelt werden.

Vorgesehen ist eine vollständige Barzahlung von 70 Euro für jede angediente Aktie. Daraus ergibt sich eine Unternehmensbewertung von rund 1,2 Milliarden Euro. Der Angebotspreis liegt etwa 27 Prozent über dem unbeeinflussten Referenzkurs vom 28. Juli 2026. Verglichen mit dem Referenzwert vom 23. September beträgt der Aufschlag rund 22 Prozent.

Beide Unternehmen haben sich auf die wesentlichen Bedingungen verständigt. Die Übernahme ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen.

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Shelly-Verwaltungsrat unterstützt das Übernahmeangebot

Am 5. Oktober 2026 gab der Verwaltungsrat von Shelly seine positive Einschätzung bekannt. Das Gremium hält den angebotenen Preis für angemessen und unterstützt die geplante Transaktion.

Grundlage der finanziellen Bewertung ist unter anderem eine von Shelly beauftragte unabhängige Stellungnahme der Beratungsgesellschaft Freitag & Co. Darin werden die 70 Euro je Aktie aus finanzieller Sicht als fair bewertet. Eine ausdrückliche Empfehlung an einzelne Anleger, ihre Aktien zu verkaufen, ist damit allerdings nicht verbunden.

Auch die beiden Unternehmensgründer unterstützen den geplanten Eigentümerwechsel. Sie hielten bei Bekanntgabe der Vereinbarung zusammen rund 57 Prozent der Aktien. Mitgründer Dimitar Dimitrov soll einen Teil seiner Verkaufserlöse erneut in das Unternehmen investieren und gemeinsam mit Wolfgang Kirsch die Geschäftsführung fortsetzen.

Übernahme hängt noch von der Finanzaufsicht ab

Das öffentliche Angebot wurde am 28. September bei der bulgarischen Finanzaufsicht FSC angemeldet. Zum Stand vom 10. Oktober lag noch keine veröffentlichte Genehmigung vor.

Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass Schneider Electric nach Abschluss des Angebots insgesamt mindestens 95 Prozent des Aktienkapitals kontrolliert. Erst wenn die erforderlichen Bedingungen erfüllt sind, kann die Übernahme vollzogen werden.

Bei erfolgreichem Abschluss will der französische Konzern außerdem die vollständige Eigentümerschaft erreichen. Dazu könnten die verbliebenen Anteile unter den gesetzlichen Voraussetzungen übernommen und die Börsennotierung von Shelly beendet werden.

Die beteiligten Unternehmen rechnen mit einem Abschluss bis Ende des ersten Quartals 2027. Dieser Zeitplan steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen Genehmigungen.

Was die Übernahme für Shelly-Aktionäre bedeutet

Für Anleger ist vor allem der festgelegte Angebotspreis von 70 Euro entscheidend. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Aktien bereits jetzt automatisch zu diesem Preis verkauft werden.

Die offizielle Annahmefrist beginnt erst nach Freigabe und Veröffentlichung der Angebotsunterlagen. Bis dahin müssen Aktionäre nach Angaben der Shelly Group keine Maßnahmen ergreifen.

Wer Aktien hält, kann diese grundsätzlich weiterhin über die Börse handeln. Dabei gilt der jeweilige Börsenkurs, der vom angekündigten Übernahmepreis abweichen kann.

Sollte Schneider Electric die angestrebte Beteiligungsschwelle erreichen und anschließend einen Börsenrückzug verfolgen, hätte dies auch Auswirkungen auf verbliebene Minderheitsaktionäre. Die konkreten rechtlichen Schritte hängen vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab.

Für Shelly-Geräte sind bislang keine Änderungen angekündigt

Shelly ist insbesondere für WLAN-Schaltmodule, intelligente Steckdosen, Sensoren und Produkte zur Überwachung des Stromverbrauchs bekannt. Viele Geräte lassen sich in vorhandene Elektroinstallationen integrieren und über Apps oder andere Smart-Home-Systeme steuern.

Auch deshalb betrifft der geplante Eigentümerwechsel nicht nur Anleger, sondern zahlreiche private Haushalte und professionelle Anwender.

Konkrete Änderungen an bestehenden Geräten, der Shelly Smart Control App oder den Cloud-Funktionen wurden im Zusammenhang mit der Übernahme bislang nicht angekündigt. Ebenso gibt es keine bestätigten Pläne, bisherige Schnittstellen abzuschalten oder bestehende Produkte aus dem Sortiment zu nehmen.

Shelly setzt bisher auf die Zusammenarbeit mit verschiedenen Smart-Home-Plattformen und auf offene Schnittstellen. Zu den unterstützten Systemen gehören unter anderem Amazon Alexa, Google Home und weitere Automatisierungsplattformen. Ob und wie sich diese Angebote nach einer erfolgreichen Übernahme langfristig weiterentwickeln, ist noch nicht konkret festgelegt.

Schneider Electric will Shelly international ausbauen

Für Schneider Electric ist die geplante Übernahme Teil der Expansion bei digitaler Gebäudetechnik und intelligentem Energiemanagement. Der französische Konzern ist weltweit in der Energieverteilung, Automatisierung und Digitalisierung von Gebäuden und Industrieanlagen tätig.

Shelly ergänzt dieses Geschäft durch vernetzte Geräte und Software zur Steuerung des Energieverbrauchs in Wohnungen, Häusern und kleineren Gewerbeimmobilien. Der Hersteller ist in mehr als 100 Ländern vertreten und besitzt eine starke Marktposition im deutschsprachigen Raum.

Der bisherige Unternehmensstandort in Bulgarien soll erhalten bleiben. Auch die bestehende Organisation und Belegschaft will Schneider Electric nach den vereinbarten Bedingungen für mindestens drei Jahre nach der Übernahme bewahren. Vorgesehen ist zudem eine weitere Stärkung der Entwicklungsaktivitäten.

Shelly meldet weiteres Umsatzwachstum

Die Übernahmepläne treffen auf ein wachsendes Unternehmen. Am 8. Oktober veröffentlichte Shelly vorläufige Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2026.

Demnach stieg der Umsatz mit Shelly-Geräten und zugehörigen Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 30 Prozent auf etwa 112,8 Millionen Euro. Im dritten Quartal beschleunigte sich das Wachstum nach Unternehmensangaben gegenüber den beiden vorherigen Quartalen.

Die vollständigen, noch ungeprüften Geschäftszahlen für die ersten neun Monate sollen am 10. November 2026 veröffentlicht werden.

Damit setzt Shelly seinen Wachstumskurs fort, während die Entscheidung über den geplanten Eigentümerwechsel noch aussteht.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu