
Münster. Die Bezirksregierung Münster stellt im Rahmen der Städtebauförderung 2026 insgesamt 81,66 Millionen Euro für Projekte in 20 Städten und Gemeinden bereit. Das Geld fließt unter anderem in neue Rathausquartiere, modernisierte Innenstädte, öffentliche Plätze, Grünanlagen, Spielplätze und kulturelle Einrichtungen. Besonders hohe Förderbeträge gehen nach Steinfurt, Gelsenkirchen und Tecklenburg. Auch Greven, Altenberge, Ahlen und weitere Kommunen im Münsterland profitieren. Regierungspräsident Andreas Bothe übergab die Förderbescheide am Freitag, 9. Oktober 2026, in Münster.
Mit dem Förderprogramm sollen Städte und Gemeinden die Entwicklung ihrer Zentren und Wohnquartiere vorantreiben können. Nach Angaben der Bezirksregierung Münster wurde das ursprünglich für den Regierungsbezirk vorgesehene Förderbudget deutlich überschritten. Möglich geworden sei dies durch die Abstimmung zwischen der Bezirksregierung, den Kommunen und dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung.
Die Förderung umfasst unterschiedliche Maßnahmen. Während einige Kommunen ihre Fußgängerzonen und Ortskerne erneuern, investieren andere in öffentliche Gebäude, Freizeitanlagen oder Grünflächen. Auch die Umgestaltung ehemaliger Industrie-, Verkehrs- und Militärflächen gehört grundsätzlich zum Aufgabenbereich der Städtebauförderung. Grundlage sind integrierte Stadtentwicklungskonzepte, in denen die Kommunen ihre mittel- und langfristigen Entwicklungsziele festlegen.
Regierungspräsident Andreas Bothe erklärte bei der Übergabe: „Die Förderbescheide ermöglichen es den Städten und Gemeinden in unserem Regierungsbezirk, wichtige Projekte voranzubringen und ihre Orte nachhaltig attraktiv und lebenswert für ihre Bürgerinnen und Bürger zu gestalten.“
Die bewilligten Fördermittel decken je nach Projekt unterschiedliche Anteile der anerkannten Kosten. Die Fördersätze liegen in den vorliegenden Bewilligungen zwischen 60 und 80 Prozent. Die Kommunen beziehungsweise weitere zuständige Projektträger müssen grundsätzlich auch eigene Finanzierungsanteile aufbringen. Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen Planung und Umsetzung. Nicht jedes jetzt bewilligte Projekt steht unmittelbar vor dem Baubeginn. Bei verschiedenen Maßnahmen werden zunächst Planungen, Konzepte oder vorbereitende Untersuchungen finanziert.
Im Kreis Steinfurt werden besonders viele Projekte unterstützt. Insgesamt entfallen rund 26,78 Millionen Euro auf Vorhaben in Steinfurt, Tecklenburg, Altenberge, Greven und Rheine. Damit erhält der Kreis den größten Anteil der gesamten Städtebauförderung 2026 im Regierungsbezirk Münster. Besonders umfangreich fallen die Mittel für die Borghorster Innenstadt sowie die Entwicklung des historischen Stadtkerns von Tecklenburg und des angrenzenden Burgbergs aus.
Die Stadt Steinfurt erhält mit 9,357 Millionen Euro den höchsten einzelnen Förderbetrag unter den aufgeführten kommunalen Gesamtmaßnahmen. Das Geld ist für die umfassende Erneuerung der Fußgängerzone in der Borghorster Innenstadt vorgesehen. Die Umgestaltung soll über mehrere Bauabschnitte erfolgen und damit nicht nur einzelne Bereiche, sondern einen größeren Teil des innerstädtischen öffentlichen Raums betreffen. Die förderfähigen Gesamtausgaben belaufen sich auf 15,595 Millionen Euro. Der Fördersatz beträgt 60 Prozent. Damit sind 6,238 Millionen Euro nicht durch den bewilligten Zuschuss gedeckt.
Für die Gesamtmaßnahme „Historischer Stadtkern Tecklenburg mit angrenzender Naturlandschaft“ stehen insgesamt 7,347 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld verteilt sich auf den Kreis Steinfurt und die Stadt Tecklenburg, die unterschiedliche Projekte verantworten. Den größeren Anteil von 5,535 Millionen Euro erhält der Kreis Steinfurt als Eigentümer von Flächen am Burgberg. Vorgesehen sind die Neugestaltung des Nordhangs und der Nordpromenade sowie die Sanierung einer historischen Mauer. Außerdem werden die Planungskoordination, Öffentlichkeitsarbeit und weitere vorbereitende Arbeiten für künftige Baumaßnahmen am Burgberg unterstützt. Die förderfähigen Ausgaben dieses Projektteils liegen bei 9,225 Millionen Euro, der Fördersatz bei 60 Prozent.
Die Stadt Tecklenburg erhält weitere 1,812 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln sollen der Schulhof der Haupt- und Gesamtschule geöffnet und umgestaltet sowie der Jugendtreff zukunftsgerecht entwickelt werden. Außerdem ist vorgesehen, den Eingangsbereich zur Freilichtbühne am Burgberg aufzuwerten. Hier liegt der Fördersatz bei 70 Prozent der anerkannten Ausgaben von 2,589 Millionen Euro.
Die Gemeinde Altenberge erhält 4,463 Millionen Euro. Die bisherige Gesamtmaßnahme zur Erneuerung des Ortskerns wird mit der diesjährigen Bewilligung ausfinanziert. Ein Schwerpunkt liegt auf der Fertigstellung des neuen Rathauses und des dazugehörigen Rathausplatzes. Daneben werden das bestehende Hof- und Fassadenprogramm sowie Planungs- und Steuerungsleistungen unterstützt. Insgesamt sind 7,439 Millionen Euro als förderfähig anerkannt. Der Zuschuss deckt davon 60 Prozent ab.
In Greven beginnt ein neuer Abschnitt der Stadtentwicklung. Die Stadt wird mit ihrem Rathausquartier erstmals in das Städtebauförderprogramm aufgenommen und erhält dafür 3,847 Millionen Euro. Im Mittelpunkt steht das geplante neue Rathaus mit Stadtbibliothek. Die Bewilligung betrifft zunächst insbesondere Planungskosten. Hinzu kommen Mittel für die Gestaltung des Emsparks, die Entwicklung öffentlicher Flächen im Rathausumfeld, weitere vorbereitende Maßnahmen und ein Fassadenprogramm. Die anerkannten Gesamtausgaben betragen 6,411 Millionen Euro, der Fördersatz liegt bei 60 Prozent. Damit ist die Förderung ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung des Quartiers, jedoch noch keine Aussage über einen konkreten Fertigstellungstermin des neuen Rathauses.
Die Stadt Rheine erhält 1,766 Millionen Euro für die Fortsetzung der Stadtteilentwicklung im Schotthock. Ein Schwerpunkt ist der Walshagenpark, der baulich und hinsichtlich seiner Grün- und Freiflächen aufgewertet werden soll. Zusätzlich finanziert das Programm ein Quartiersmanagement. Auch Spielplätze und der Schulhof im Schulzentrum sollen verbessert werden. Die förderfähigen Ausgaben liegen bei 2,943 Millionen Euro, der Fördersatz beträgt 60 Prozent. Damit richtet sich die Förderung nicht allein auf die bauliche Gestaltung, sondern auch auf die langfristige Entwicklung des Wohnumfeldes.
Im Kreis Warendorf profitieren Ahlen, Beckum und Oelde von Fördermitteln in Höhe von insgesamt 10,209 Millionen Euro. Die Vorhaben unterscheiden sich deutlich. In Ahlen geht es um die Modernisierung einer denkmalgeschützten Stadtbücherei, in Beckum um mehrere Innenstadtprojekte und in Oelde um eine Grünverbindung sowie den Ausbau der Bücherei.
Die Stadt Ahlen bekommt 4,708 Millionen Euro für die Fortsetzung ihrer Innenstadtentwicklung. Der bewilligte Betrag ist für die denkmalgeschützte Stadtbücherei vorgesehen. Das Gebäude soll energetisch saniert, barrierefrei umgebaut und entsprechend dem bestehenden Bedarf erweitert werden. Die Gesamtausgaben, die im Rahmen der Förderung anerkannt werden, betragen 5,885 Millionen Euro. Mit 80 Prozent gehört Ahlen zu den Kommunen mit einem besonders hohen Fördersatz. Die Maßnahme verbindet damit den Erhalt eines historischen Gebäudes mit der Modernisierung einer öffentlichen Bildungs- und Kultureinrichtung.
Die Stadt Beckum wird mit ihrer Gesamtmaßnahme zur Aufwertung der Innenstadt neu in das Förderprogramm aufgenommen. Dafür stehen 1,804 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Teil des Geldes dient der Planung des Wersegrünzugs. Daneben soll die Modernisierungsfähigkeit des denkmalgeschützten Sütfeldhauses wiederhergestellt werden. Ein weiteres Projekt ist die bauliche Umsetzung eines soziokulturellen Kraftzentrums am Marktplatz. Die anerkannten Gesamtausgaben liegen bei 3,006 Millionen Euro, der Zuschuss beträgt 60 Prozent.
Oelde erhält 3,697 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm. Finanziell unterstützt wird damit die Entwicklung des Grünzugs Rathausbach. Außerdem soll die Bücherei erweitert werden, wobei insbesondere die barrierefreie Zugänglichkeit berücksichtigt werden soll. Für beide Bereiche sind zusammen förderfähige Ausgaben von 6,162 Millionen Euro vorgesehen. Der Fördersatz beträgt 60 Prozent. Die Mittel sollen somit sowohl die Gestaltung öffentlicher Grünflächen als auch die Verbesserung der kulturellen Infrastruktur ermöglichen.
Im Kreis Borken stellt die Bezirksregierung Münster insgesamt 13,325 Millionen Euro bereit. Das Geld verteilt sich auf Bocholt, Heiden und Velen. In allen drei Kommunen steht die Aufwertung zentraler öffentlicher Plätze und Straßen im Mittelpunkt.
Die Stadt Bocholt erhält 4,059 Millionen Euro für eine neue Gesamtmaßnahme zur Entwicklung ihrer Innenstadt. Im ersten Förderabschnitt soll unter anderem die Ravardistraße neugestaltet werden. Darüber hinaus werden Planungsarbeiten für mehrere zentrale Plätze unterstützt. Dazu zählen der Josef-Jakob-Platz, der Gasthausplatz, der Berthold-Löwenstein-Platz, der Liebfrauenplatz und der St.-Georg-Platz. Außerdem sind Mittel für die Planung neuer Grünflächen am St.-Georg-Platz und an der Schanze vorgesehen. Damit verfolgt die Stadt verschiedene Projekte, die künftig zu einer veränderten Gestaltung des Innenstadtbereichs beitragen sollen. Die förderfähigen Ausgaben für den ersten Abschnitt betragen 6,765 Millionen Euro. Davon übernimmt die Städtebauförderung 60 Prozent.
Die Gemeinde Heiden bekommt 4,2 Millionen Euro, um die bereits laufende Entwicklung des Ortskerns fortzusetzen. Geplant sind unter anderem Veränderungen am Vorplatz und im Außenbereich des Ludgerus Forums sowie an den Rathausplätzen West und Nord. Darüber hinaus wird der sogenannte Dritte Ort unterstützt. Solche Einrichtungen dienen grundsätzlich als öffentlich zugängliche Begegnungsräume jenseits von Wohnung und Arbeitsplatz. Ergänzend erhält die Gemeinde Unterstützung für einen Verfügungsfonds zur Stärkung des Zentrums sowie ein Hof- und Fassadenprogramm. Die förderfähigen Gesamtausgaben betragen sieben Millionen Euro, von denen 60 Prozent durch den Zuschuss abgedeckt werden.
Mit 5,066 Millionen Euro erhält Velen den höchsten Förderbetrag im Kreis Borken. Die Mittel fließen in die abschließende Finanzierung der städtebaulichen Gesamtmaßnahme im Ortskern von Ramsdorf. Zu den wichtigsten Vorhaben gehören die bauliche Neugestaltung des Markt- und Burgplatzes sowie des Kirchplatzes. Daneben sollen weitere Sanierungsarbeiten an der Langen Straße, der Hausstraße, der Straße Im Kühl und im Bereich Seltings-Porte finanziert werden. Weitere Fördermittel sind für die Beleuchtung von Nebenstraßen, eine Neuorganisation der Stellplätze an der Paulusstraße und die geplante Verbindung über die Bocholter Aa vorgesehen. Die anerkannten Gesamtausgaben liegen bei 8,443 Millionen Euro, der Fördersatz beträgt 60 Prozent.
Im Kreis Coesfeld profitieren zwei Kommunen. Während Dülmen die Erneuerung seiner Innenstadt fortsetzt, wird Senden erstmals mit einem neuen Vorhaben zur Aufwertung des Ortskerns in das Städtebauförderprogramm aufgenommen.
Für Dülmen sind 1,952 Millionen Euro bewilligt worden. Die Stadt will damit insbesondere den Stadtpark „An den Wiesen“ umgestalten und die westliche Lüdinghausener Straße umbauen. Daneben werden ein Handbuch zur klimagerechten Wohnumfeldgestaltung im Pluggendorfer Quartier und ein Hof- und Fassadenprogramm unterstützt. Die anerkannten Ausgaben betragen insgesamt 2,788 Millionen Euro. Mit einem Fördersatz von 70 Prozent trägt das Programm einen großen Teil der vorgesehenen Projektkosten.
Senden erhält 1,172 Millionen Euro. Damit beginnt eine neue Gesamtmaßnahme zur Aufwertung des Ortskerns. Die Mittel des ersten Förderabschnitts sind in erster Linie für Planungen vorgesehen, die mehrere Bereiche der Gemeinde betreffen. Dazu gehört die Neugestaltung des nördlichen Abschnitts der Münsterstraße ebenso wie die Umgestaltung des Platzes an der Frauenstraße. Außerdem sollen die Weiterentwicklung des Bürgerparks, der Umbau des bestehenden Rathauses zu einem „Rathaus der Zukunft“ und die Neugestaltung von Schulhofflächen vorbereitet werden. Auch die Gestaltung des Umfelds der Mensa gehört zu den geförderten Planungen. Die förderfähigen Gesamtausgaben belaufen sich auf 1,953 Millionen Euro. Der Zuschuss deckt 60 Prozent ab.
Auch der Kreis Recklinghausen gehört zum Regierungsbezirk Münster. Fünf Städte erhalten zusammen 17,537 Millionen Euro. Die Förderung reicht von einer neuen Platzgestaltung bis zur Modernisierung von Parkanlagen und Verkehrsflächen.
Marl bekommt 5,61 Millionen Euro für die Fortsetzung der Entwicklung der Marler Mitte. Das Geld soll insbesondere in die Aufwertung des Friedensparks und einen ersten Bauabschnitt zur Neugestaltung des Creiler Platzes im Umfeld des Rathauses fließen. Die förderfähigen Ausgaben liegen bei 7,013 Millionen Euro. Der Fördersatz beträgt 80 Prozent.
Die Stadt Castrop-Rauxel erhält 4,449 Millionen Euro. Im Rahmen der Gesamtmaßnahme „Stadtmittelpunkt“ soll damit ein erster Bauabschnitt zur Neugestaltung des Forumsplatzes finanziert werden. Der Platz liegt zwischen dem Rathaus und der Europahalle und gehört damit zum zentralen öffentlichen Bereich der Stadt. Insgesamt sind förderfähige Ausgaben von 5,561 Millionen Euro vorgesehen. Der Zuschuss beträgt 80 Prozent.
Waltrop erhält 3,233 Millionen Euro zur Fortsetzung der Innenstadtentwicklung. Geplant sind unter anderem die Neugestaltung des Platzes von Gardelegen und des Herne-Bay-Platzes. Zusätzlich sollen Grünstrukturen in der Fußgängerzone verbessert werden. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung von Aufenthaltsflächen, die von unterschiedlichen Generationen genutzt werden können und verschiedene Nutzungen zulassen. Das Konzept einer bespielbaren Stadt soll dabei berücksichtigt werden. Darüber hinaus unterstützt die Förderung die Einführung eines Citymanagements. Die anerkannten Gesamtausgaben liegen bei 4,619 Millionen Euro. Davon werden 70 Prozent gefördert.
Haltern am See bekommt 2,902 Millionen Euro. Mit diesem Betrag soll die bereits laufende Erneuerung der Innenstadt fortgesetzt werden. Vorgesehen sind der barrierefreie Umbau von Innenstadtstraßen, die Neugestaltung der Stadtpromenade und eine bessere Anbindung an das Bahnhofsumfeld. Außerdem gehören der Umbau des Bahnhofsgebäudes und die Gestaltung des Parks Kolken Loch zu den geförderten Vorhaben. Bei anerkannten Gesamtausgaben von 4,145 Millionen Euro beträgt der Fördersatz 70 Prozent.
Dorsten bekommt 1,343 Millionen Euro für Projekte im Ortsteil Rhade, der erstmals in das Förderprogramm aufgenommen wird. Ein Schwerpunkt liegt auf der Erneuerung der Sport- und Skateanlage Am Dahlenkamp. Außerdem sollen innerörtliche Wegeverbindungen verbessert werden. Hinzu kommen ein Fassadenprogramm und ein städtebauliches Planungskonzept zur Entwicklung des Ortsteils. Für weitere geplante Baumaßnahmen am Urbanusring, in der Debbingstraße Nord, in der Lembecker Straße und an der Kreuzung Erler Straße werden Planungskosten gefördert. Die anerkannten Gesamtausgaben liegen bei 2,238 Millionen Euro, der Fördersatz beträgt 60 Prozent.
Gelsenkirchen erhält insgesamt 8,375 Millionen Euro. Das Geld verteilt sich auf Neustadt, Rotthausen und Schalke-Nord. Die Maßnahmen betreffen unter anderem öffentliche Plätze, Schulen, Spiel- und Sportflächen und die Entwicklung bestehender Gebäude.
Die Gesamtmaßnahme in der Gelsenkirchener Neustadt läuft seit 2018 und wird mit der aktuellen Bewilligung ausfinanziert. Dafür stehen 2,517 Millionen Euro zur Verfügung. Geplant sind die Umgestaltung des Kinderspielplatzes am Junkerweg und die Aufwertung der Fußgängerzone. Zusätzlich unterstützt die Förderung ein Stadtteilmanagement, ein Fassadenprogramm und einen Verfügungsfonds, über den sich Bewohner an der Entwicklung des Stadtteils beteiligen können. Die förderfähigen Gesamtausgaben liegen bei 3,146 Millionen Euro. Der Fördersatz beträgt 80 Prozent.
Den größten Anteil innerhalb Gelsenkirchens erhält Rotthausen mit 4,467 Millionen Euro. Die Mittel werden unter anderem für Planungen zur Entwicklung des Gemeindecampus „Nachbarschaft der Generationen“ und zur Umnutzung des Volkshauses Rotthausen bereitgestellt. Außerdem soll der Schulhof der Mechtenberggrundschule umgestaltet werden. Eine Machbarkeitsstudie soll untersuchen, wie der Rotthauser Markt, der Ernst-Käsemann-Platz und der zugehörige Spielplatz erneuert werden können.
Weitere Mittel fließen in eine immobilienbezogene Modernisierungsberatung, ein Fassadenprogramm, das Stadtteilmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und einen Verfügungsfonds zur Beteiligung der Bewohnerschaft. Die anerkannten Gesamtausgaben liegen bei 5,584 Millionen Euro, der Fördersatz beträgt 80 Prozent.
Der Stadtteil Schalke-Nord wird 2026 neu in das Städtebauförderprogramm aufgenommen. Die Bezirksregierung bewilligt dafür 1,391 Millionen Euro. Ein zentrales Vorhaben ist das sogenannte Blaue Band, dessen bauliche Umsetzung von der Kurt-Schumacher-Straße bis zur Veltins-Arena unterstützt wird. Hinzu kommen Machbarkeitsstudien für ein Haus der Vereine, die St.-Joseph-Kirche und den Schalker Bahnhof.
Außerdem stehen Planungsmittel für die Umgestaltung von Unterführungen an der Kurt-Schumacher-Straße und der Berliner Brücke bereit. Weitere Vorhaben betreffen die Erneuerung von Spiel- und Sportflächen, Projekte zur Förderung von Bewegung sowie ein Grünraumkonzept. Insgesamt sind 1,987 Millionen Euro an förderfähigen Ausgaben vorgesehen. Der Zuschuss beträgt 70 Prozent.
Bottrop erhält 2,31 Millionen Euro zur Fortsetzung der städtebaulichen Gesamtmaßnahme im Bereich Fuhlenbrock/Vonderort. Mit dem Geld soll insbesondere der Fuhlenbrocker Markt erneuert und aufgewertet werden.
Bei der Neugestaltung sollen nach Angaben der Bezirksregierung unter anderem die Widerstandsfähigkeit gegen Klimafolgen, die Barrierefreiheit und die Aufenthaltsqualität berücksichtigt werden. Die förderfähigen Gesamtausgaben betragen 2,887 Millionen Euro. Mit 80 Prozent fällt der Zuschuss vergleichsweise hoch aus.
Ein Blick auf die regionale Verteilung zeigt, dass der Kreis Steinfurt mit rund 26,78 Millionen Euro den größten Anteil der bewilligten Mittel erhält. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Förderung für das Tecklenburger Gesamtprojekt sowohl Mittel für die Stadt als auch für den Kreis Steinfurt umfasst. Dahinter folgt der Kreis Recklinghausen mit rund 17,54 Millionen Euro, gefolgt vom Kreis Borken mit etwa 13,33 Millionen Euro.
Im Kreis Warendorf werden Projekte mit insgesamt rund 10,21 Millionen Euro gefördert. Der Kreis Coesfeld erhält zusammen rund 3,12 Millionen Euro. Auf die beiden kreisfreien Städte Bottrop und Gelsenkirchen entfallen insgesamt rund 10,69 Millionen Euro.
Unter den einzelnen kommunalen Gesamtmaßnahmen führt Steinfurt mit 9,357 Millionen Euro die Förderung an. Es folgen Gelsenkirchen mit insgesamt 8,375 Millionen Euro, die gemeinsame Gesamtmaßnahme von Stadt Tecklenburg und Kreis Steinfurt mit 7,347 Millionen Euro, Marl mit 5,61 Millionen Euro und Velen mit 5,066 Millionen Euro. Auch Ahlen mit 4,708 Millionen Euro, Altenberge mit 4,463 Millionen Euro und Greven mit 3,847 Millionen Euro gehören zu den Kommunen, die größere Summen erhalten.
Die unterschiedlichen Beträge lassen allerdings keine unmittelbaren Rückschlüsse darauf zu, wie hoch der gesamte Investitionsbedarf in den einzelnen Kommunen ist. Die Bewilligungen beziehen sich auf konkrete Vorhaben und deren jeweilige Förderabschnitte. Teilweise werden laufende Projekte abgeschlossen, andernorts beginnt die Finanzierung neuer Maßnahmen.
Für die betroffenen Städte und Gemeinden sind die Förderbescheide eine wichtige finanzielle Grundlage zur Umsetzung ihrer geplanten Vorhaben. Öffentliche Plätze, Grünanlagen, Schulhöfe und Gebäude können mit Unterstützung aus der Städtebauförderung erneuert oder weiterentwickelt werden. Besonders bei größeren Umbauten wäre die Finanzierung allein aus kommunalen Mitteln eine erhebliche Belastung.
Die Förderung bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Maßnahmen bereits vollständig geplant oder unmittelbar baureif sind. So werden beispielsweise in Greven zunächst Planungsleistungen für das neue Rathausquartier unterstützt, während die Mittel in Steinfurt konkret auf die schrittweise Erneuerung der Borghorster Fußgängerzone ausgerichtet sind. In Altenberge, Ramsdorf und der Gelsenkirchener Neustadt dienen die Bewilligungen hingegen der abschließenden Finanzierung bereits bestehender Gesamtmaßnahmen.
Konkrete Baubeginne, Fertigstellungstermine oder mögliche Einschränkungen für Verkehr und Anwohner nennt die Bezirksregierung in ihrer Mitteilung nicht. Diese Fragen müssen im weiteren Verlauf der einzelnen kommunalen Projekte geklärt werden. Die Städtebauförderung 2026 setzt damit auf eine Vielzahl unterschiedlicher Vorhaben im gesamten Regierungsbezirk Münster. Der gemeinsame Schwerpunkt liegt auf der Erneuerung und Weiterentwicklung bestehender Stadt- und Ortsstrukturen. Insgesamt stehen dafür nun 81,66 Millionen Euro an bewilligten Fördermitteln bereit.
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