
Die Diskussion über eine mögliche Nagelsmann-Rückkehr zu RB Leipzig hat eine deutliche Reaktion der Red-Bull-Führung ausgelöst. Roger Schmidt, seit Anfang Oktober neuer globaler Fußballchef des Konzerns, hat einem kurzfristigen Trainerwechsel bei den Sachsen eine Absage erteilt. Im ZDF-Sportstudio stellte sich der 59-Jährige am Samstagabend, 10. Oktober 2026, hinter den erst im Sommer verpflichteten Martín Demichelis. Zugleich machte Schmidt deutlich, dass Red Bull an seinen Fußballstandorten stärker auf Kontinuität setzen möchte. Die Äußerungen folgen auf Spekulationen über eine Rückkehr des früheren Leipzig-Trainers Julian Nagelsmann, der seit seinem Abschied vom Deutschen Fußball-Bund ohne Traineramt ist.
Bei seinem Auftritt im aktuellen Sportstudio des ZDF, moderiert von Katrin Müller-Hohenstein, wurde Schmidt auf die Gerüchte um Julian Nagelsmann angesprochen. Seine Antwort fiel eindeutig aus: „Wir sind da ganz weit von entfernt.“ Der neue Red-Bull-Fußballchef erklärte außerdem, dass der Konzern an seinen verschiedenen Standorten eine gewisse Beständigkeit auf den Trainerpositionen anstrebe.
Damit erhielt Martín Demichelis öffentlich Rückendeckung von einem der wichtigsten sportlichen Entscheidungsträger im internationalen Red-Bull-Netzwerk. Schmidt ordnete die Diskussionen zugleich als üblichen Bestandteil des Fußballgeschäfts ein. Nach mehreren Niederlagen würden mögliche personelle Veränderungen schnell zum Thema. Daraus lasse sich jedoch kein unmittelbar bevorstehender Trainerwechsel ableiten.
Schmidt hatte am Donnerstag, 8. Oktober, erstmals ausführlicher mit Demichelis in Leipzig gesprochen. Von diesem Austausch berichtete er im ZDF positiv. Besonders die Mentalität des Argentiniers hob der frühere Trainer von Benfica Lissabon hervor. Schmidt verwies dabei auf seine Erfahrungen mit argentinischen Fußballern und deren besonderen Wettbewerbswillen. Einen entsprechenden Eindruck habe er auch von Demichelis gewonnen.
Ausgangspunkt der jüngsten Spekulationen war ein Bericht von Sky Sport vom 8. Oktober 2026. Die Reporter Philipp Hinze und Florian Plettenberg beschäftigten sich darin mit der sportlichen Entwicklung unter Demichelis und möglichen Alternativen für den Leipziger Trainerposten.
Sky stellte einen Zusammenhang zwischen dem schwierigen Saisonbeginn und dem weiterhin guten Ruf von Julian Nagelsmann innerhalb des Red-Bull-Umfelds her. Dem Bericht zufolge sollen einzelne Verantwortliche den früheren Leipziger Trainer weiterhin schätzen. Insbesondere Oliver Mintzlaff, heute Geschäftsführer von Red Bull und Aufsichtsratschef bei RB Leipzig, wurde als möglicher Befürworter Nagelsmanns genannt.
Eine konkrete Verpflichtung oder laufende Verhandlungen wurden allerdings nicht gemeldet. Sky bezeichnete die Personalie ausdrücklich als noch nicht konkret. Auch Sport1 berichtete am 9. Oktober, dass eine Rückkehr Nagelsmanns derzeit kein fortgeschrittenes Thema sei. Demichelis genieße weiterhin das Vertrauen der sportlichen Führung um Marcel Schäfer und Roger Schmidt.
Offizielle Hinweise auf Gespräche zwischen RB Leipzig und Nagelsmann gab es zunächst nicht. Ebenso wenig lag eine Bestätigung vor, dass der ehemalige Bundestrainer als unmittelbarer Nachfolger von Demichelis vorgesehen sei.
Die Verbindung zwischen Nagelsmann und RB Leipzig hat einen sportlichen Hintergrund. Von 2019 bis 2021 trainierte er die Sachsen und führte die Mannschaft unter anderem ins Halbfinale der Champions League sowie zur deutschen Vizemeisterschaft. Anschließend wechselte er zum FC Bayern München.
Auch seine aktuelle berufliche Situation macht ihn grundsätzlich zu einem verfügbaren Trainer. Nagelsmann war nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 gegen Paraguay von seinem Amt zurückgetreten. Am 3. Juli 2026 gab der Deutsche Fußball-Bund die sofortige Auflösung des Vertragsverhältnisses bekannt.
Ursprünglich hatte Nagelsmann seinen Vertrag im Januar 2025 bis zur Europameisterschaft 2028 verlängert. Diese Vereinbarung gilt nach der Auflösung im Juli nicht mehr. Sein Nachfolger ist Jürgen Klopp, der das Amt am 15. August 2026 übernahm und beim DFB einen Vierjahresvertrag bis 2030 unterschrieb.
Damit sind auch zwei wichtige Personalentwicklungen miteinander verbunden: Während Klopp vom Red-Bull-Konzern zur Nationalmannschaft wechselte, ist Nagelsmann inzwischen nicht mehr an den DFB gebunden. Ein daraus abgeleiteter Wechsel nach Leipzig bleibt allerdings eine unbestätigte Möglichkeit.
Roger Schmidt hat seine neue Position als Head of Global Soccer bei Red Bull am 1. Oktober 2026 übernommen. Der Konzern hatte seine Verpflichtung bereits am 31. Juli bekannt gegeben. Schmidt trat die Nachfolge von Jürgen Klopp an, der die Funktion für seinen Wechsel zum DFB aufgegeben hatte.
In seiner neuen Rolle verantwortet Schmidt die sportliche Ausrichtung und langfristige Entwicklung des internationalen Fußballportfolios von Red Bull. Gemeinsam mit Florian Scholz, der für den kommerziellen Bereich zuständig ist, soll er die Zusammenarbeit und strategische Entwicklung des weltweiten Fußballnetzwerks vorantreiben.
Zu diesem Netzwerk gehören unter anderem RB Leipzig, Red Bull Salzburg, die New York Red Bulls und Red Bull Bragantino. Schmidt kennt die Strukturen des Unternehmens bereits aus seiner früheren Tätigkeit als Trainer in Salzburg zwischen 2012 und 2014. Später arbeitete er unter anderem bei Bayer Leverkusen, der PSV Eindhoven und Benfica Lissabon.
Am 8. Oktober stellte sich Schmidt bei einer internen Veranstaltung erstmals in seiner neuen Funktion den Mitarbeitern von RB Leipzig vor. Seine Unterstützung für Demichelis gehört damit zu den ersten öffentlichen Aussagen über eine konkrete Trainerpersonalie seit seinem Amtsantritt.
Martín Demichelis wurde am 22. Juni 2026 als neuer Cheftrainer von RB Leipzig vorgestellt. Der 45-jährige Argentinier wechselte vom spanischen RCD Mallorca nach Deutschland und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Er folgte auf Ole Werner, der zuvor trotz der erfolgreichen Qualifikation für die Champions League freigestellt worden war.
Die Leipziger Verantwortlichen verbanden mit Demichelis die Erwartung, die Mannschaft spielerisch weiterzuentwickeln und einen intensiven, offensiv ausgerichteten Fußball durchzusetzen. Der frühere Bayern-Profi hatte zuvor unter anderem River Plate in Argentinien trainiert und dort die nationale Meisterschaft gewonnen.
Der Bundesliga-Start verlief allerdings wechselhaft. Aus den ersten vier Ligaspielen holte RB Leipzig unter Demichelis zwei Siege und kassierte zwei Niederlagen. Dabei wechselten deutliche Heimerfolge mit enttäuschenden Auswärtsauftritten. Nach dem 6:0 gegen Eintracht Frankfurt am fünften Spieltag stehen nun drei Siege und zwei Niederlagen in der Bundesliga-Bilanz.
Der klare Erfolg verschafft dem Trainer eine bessere Ausgangslage für die kommenden Aufgaben. An den sportlichen Erwartungen des Vereins ändert das jedoch nichts. Leipzig hatte die vergangene Bundesligasaison auf Platz drei abgeschlossen und ist erneut in der Champions League vertreten.
Nach Schmidts öffentlichen Aussagen richtet sich die Aufmerksamkeit auf die nächsten internationalen Aufgaben. Am Dienstag, 13. Oktober, trifft RB Leipzig in der Champions League auf die PSV Eindhoven. Die Sachsen hatten ihr erstes Spiel in der Königsklasse verloren und benötigen Punkte, um ihre Ausgangsposition im Wettbewerb zu verbessern.
Schmidt verwies im ZDF darauf, dass Leipzig gegen Eindhoven einen Sieg brauche. Anschließend stehen anspruchsvolle Auswärtspartien beim FC Bayern München und bei Real Madrid an. Der neue Fußballchef zeigte sich zuversichtlich, dass die Mannschaft über ausreichend Qualität verfügt, um auch gegen solche Gegner konkurrenzfähig aufzutreten.
Für Demichelis geht es damit darum, die Leistungen seiner Mannschaft über mehrere Wettbewerbe hinweg zu stabilisieren. Die Rückendeckung durch Schmidt sorgt vorerst für Klarheit auf der Trainerposition. Eine Verpflichtung von Julian Nagelsmann ist nach den aktuellen Aussagen der Red-Bull-Führung nicht vorgesehen. Ob Nagelsmann künftig noch einmal eine Rolle in Leipzig spielen könnte, blieb offen.
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