Drei Oscars, zwei ungleiche Männer: Green Book heute im Ersten

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Am Sonntag, 11. Oktober 2026, zeigt Das Erste um 23.50 Uhr den vielfach ausgezeichneten Spielfilm Green Book – Eine besondere Freundschaft. Viggo Mortensen und Mahershala Ali spielen zwei Männer, die 1962 gemeinsam durch den Süden der USA reisen und dabei mit Rassentrennung, gesellschaftlichen Vorurteilen und persönlichen Gegensätzen konfrontiert werden. Das Drama von Regisseur Peter Farrelly gewann 2019 drei Oscars, darunter die Auszeichnung als bester Film. Die Geschichte basiert auf realen Personen, deren Verhältnis im Film allerdings nicht unumstritten dargestellt wird.

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Green Book heute im Ersten: Sendetermin und Handlung

Die ARD zeigt den amerikanischen Spielfilm von 23.50 Uhr bis 1.53 Uhr. Es handelt sich um eine Wiederholung des 2018 produzierten Films, dessen reguläre Kinolaufzeit bei rund 130 Minuten liegt.

Im Mittelpunkt steht der afroamerikanische Pianist Dr. Don Shirley, der Anfang der 1960er Jahre eine Konzertreise durch die amerikanischen Südstaaten plant. Für die Fahrt engagiert er den New Yorker Türsteher Tony Vallelonga, genannt Tony Lip, als Chauffeur und Begleiter.

Die beiden Männer könnten unterschiedlicher kaum sein. Shirley ist ein gebildeter, international auftretender Musiker, der großen Wert auf gesellschaftliche Umgangsformen legt. Vallelonga ist direkt, praktisch veranlagt und verfügt über wenig Erfahrung mit der Welt klassischer Konzertmusik.

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Während ihrer gemeinsamen Reise geraten beide immer wieder in Situationen, die durch die rassistische Diskriminierung jener Zeit geprägt sind. Obwohl Shirley vor einem wohlhabenden Publikum auftritt, bleibt ihm der Zugang zu bestimmten Hotels, Restaurants und anderen Einrichtungen verwehrt.

Die Begegnungen unterwegs verändern das Verhältnis zwischen dem Musiker und seinem Fahrer. Der Film erzählt diese Entwicklung mit ernsten und humorvollen Momenten, ohne die gesellschaftlichen Konflikte vollständig in den Hintergrund treten zu lassen.

Die wahre Geschichte hinter Green Book

Die Handlung greift eine Konzertreise auf, die Don Shirley 1962 durch den amerikanischen Süden unternahm. Sein Fahrer war Frank Anthony Vallelonga, der unter dem Namen Tony Lip bekannt wurde und später selbst als Schauspieler arbeitete.

Der Filmtitel verweist auf das historische Reisehandbuch The Negro Motorist Green Book. Es wurde zwischen 1936 und 1966 veröffentlicht und informierte afroamerikanische Reisende über Unterkünfte, Restaurants und andere Einrichtungen, in denen sie während der Zeit der Rassentrennung bedient wurden.

Solche Informationen waren insbesondere in den Südstaaten von Bedeutung, wo rassistische Gesetze und gesellschaftliche Ausgrenzung den Alltag schwarzer Amerikaner bestimmten. Das Reisehandbuch wurde damit zu einem wichtigen Hilfsmittel für Menschen, die sich innerhalb der Vereinigten Staaten möglichst sicher bewegen wollten.

Die reale Begegnung zwischen Shirley und Vallelonga bildet den historischen Ausgangspunkt des Films. Die genaue Ausgestaltung ihrer Gespräche, ihrer persönlichen Entwicklung und ihrer Beziehung ist jedoch Teil einer dramatisierten Spielfilmerzählung. Das Drehbuch entstand unter Beteiligung von Nick Vallelonga, dem Sohn des damaligen Fahrers.

Viggo Mortensen und Mahershala Ali in den Hauptrollen

Die beiden zentralen Figuren werden von Viggo Mortensen und Mahershala Ali verkörpert. Mortensen spielt den Fahrer Tony Lip Vallelonga, während Ali als Pianist Dr. Don Shirley zu sehen ist. Linda Cardellini übernimmt die Rolle von Tonys Ehefrau Dolores.

Weitere Darsteller sind Sebastian Maniscalco als Johnny Venere, Dimiter D. Marinov als Oleg, Mike Hatton als George und Joe Cortese als Gio Loscudo. P. J. Byrne spielt einen Vertreter der Plattenindustrie.

Regie führte Peter Farrelly, der zuvor insbesondere durch Komödien bekannt geworden war. Das Drehbuch verfasste er gemeinsam mit Nick Vallelonga und Brian Hayes Currie. Die Kameraarbeit übernahm Sean Porter, die Filmmusik komponierte Kris Bowers.

Gedreht wurde überwiegend im US-Bundesstaat Louisiana. Die Produktion nutzte zahlreiche Schauplätze in New Orleans und Umgebung, um die amerikanischen Südstaaten der frühen 1960er Jahre darzustellen. Ergänzend entstanden Außenaufnahmen in New York. Die Dreharbeiten fanden zwischen November 2017 und Januar 2018 statt.

Drei Oscars und drei Golden Globes für Green Book

Bei der Oscarverleihung am 24. Februar 2019 gehörte Green Book zu den erfolgreichsten Produktionen des Abends. Der Film gewann den wichtigsten Preis als bester Film. Mahershala Ali wurde als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Der dritte Oscar ging an Nick Vallelonga, Brian Hayes Currie und Peter Farrelly für das beste Originaldrehbuch.

Insgesamt erhielt der Film fünf Oscar-Nominierungen. Neben den drei ausgezeichneten Kategorien waren Viggo Mortensen als bester Hauptdarsteller und Patrick J. Don Vito für den besten Filmschnitt nominiert.

Bereits im Januar 2019 hatte Green Book drei Golden Globes gewonnen. Ausgezeichnet wurde die Produktion als bester Film in der Kategorie Musical oder Komödie, für das Drehbuch sowie für Mahershala Ali als Nebendarsteller. Hinzu kam der Publikumspreis des Toronto International Film Festival 2018.

Auch wirtschaftlich wurde die Produktion ein Erfolg. Das Produktionsbudget lag nach Angaben des Branchendienstes The Numbers bei rund 23 Millionen US-Dollar. Das weltweite Kinoeinspielergebnis lag bei knapp 320 Millionen US-Dollar.

Kritik an der Darstellung von Don Shirley

Trotz der internationalen Auszeichnungen löste Green Book Diskussionen über seinen Umgang mit historischen Ereignissen aus. Im Mittelpunkt stand insbesondere die Frage, wie zutreffend der Film die persönliche Beziehung zwischen Don Shirley und Tony Vallelonga wiedergibt.

Angehörige von Shirley kritisierten nach der Veröffentlichung öffentlich einzelne Darstellungen. Sein Bruder Maurice Shirley und sein Neffe Edwin Shirley III erklärten 2018 gegenüber dem amerikanischen Kulturmedium Shadow and Act, dass sie die filmische Interpretation in wesentlichen Punkten für unzutreffend hielten. Insbesondere widersprachen sie der dargestellten Nähe zwischen den beiden Männern.

Nach Angaben des Branchenmediums TheWrap nahm Mahershala Ali Kontakt zur Familie auf und entschuldigte sich dafür, dass ihre Sichtweise bei der Entstehung des Films nicht angemessen berücksichtigt worden war.

Die Debatte betraf außerdem die Perspektive der Erzählung. Kritiker bemängelten, dass die Entwicklung des weißen Fahrers viel Raum einnimmt und dadurch Shirleys eigene Lebensgeschichte teilweise in den Hintergrund tritt. Andere Stimmen verteidigten den Film als zugängliche Darstellung von Vorurteilen und gesellschaftlichen Gegensätzen.

Der historische Kern der gemeinsamen Konzertreise ist davon zu unterscheiden. Green Book ist ein Spielfilm, der reale Ereignisse aufgreift, aber keine dokumentarische Rekonstruktion sämtlicher Begegnungen und Gespräche liefert.

Green Book in der ARD: Laufzeit, FSK und Mediathek

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft hat Green Book – Eine besondere Freundschaft ab sechs Jahren freigegeben. Inhaltlich richtet sich der Film mit seinen Themen Rassismus, gesellschaftliche Ungleichheit und Diskriminierung allerdings vor allem an ein älteres Publikum.

Die internationale Kinofassung hat eine Laufzeit von ungefähr 130 Minuten. Für die Fernsehausstrahlung am 11. Oktober sieht Das Erste einen Programmplatz von 123 Minuten vor. Das entspricht der bei einer Fernsehausstrahlung mit 25 Bildern pro Sekunde üblichen kürzeren Abspieldauer.

Die ARD führt den Film in ihrer Programmübersicht mit Untertiteln und Audiodeskription. Eine eigenständige Abrufversion ist derzeit nicht verfügbar. In der ARD-Mediathek erscheint der Titel lediglich als Programmeintrag mit dem Hinweis, dass kein Video bereitsteht.

Damit bleibt die Fernsehausstrahlung am späten Sonntagabend die von der ARD bestätigte Möglichkeit, den dreifach ausgezeichneten Oscar-Gewinner zu sehen. Der Film beginnt um 23.50 Uhr und endet in der Nacht zum Montag um 1.53 Uhr.

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