Fachklinik Oldenburger Land: Zwei Standorte von Insolvenz betroffen

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Fachklinik Oldenburger Land befindet sich in einem eröffneten Insolvenzverfahren. Betroffen sind zwei Einrichtungen in Niedersachsen mit insgesamt 148 Behandlungsplätzen und 99 Beschäftigten. Auslöser sind erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten am Standort Neerstedt. Trotz der Insolvenz sollen beide Kliniken weiterbetrieben und langfristig erhalten werden.

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Amtsgericht Oldenburg eröffnet Insolvenzverfahren

Das Amtsgericht Oldenburg hat am 1. Oktober 2026 das Insolvenzverfahren über die Diakonisches Werk Oldenburg Fachklinik Oldenburger Land gGmbH eröffnet. Bereits am 2. Juli hatte die gemeinnützige Gesellschaft einen Insolvenzantrag gestellt. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Berend Böhme bestellt.

Die Gesellschaft betreibt zwei Fachkliniken in Neerstedt und Oldenburg. Beide Einrichtungen sind rechtlich miteinander verbunden und deshalb gemeinsam von der Insolvenz betroffen. Während der Standort Oldenburg nach Angaben des Trägers wirtschaftlich grundsätzlich stabil aufgestellt ist, geriet die Einrichtung in Neerstedt zunehmend unter finanziellen Druck.

Fachkräftemangel führte zu erheblichen Verlusten

Als wesentlichen Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Diakonische Werk einen anhaltenden Fachkräftemangel. Weil zeitweise nicht genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung stand, konnte die Klinik in Neerstedt die vorgeschriebenen Personalschlüssel nicht durchgehend erfüllen.

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Um die Anforderungen an die medizinische Rehabilitation einzuhalten, musste die Belegung reduziert werden. Dadurch gingen Einnahmen verloren, während ein erheblicher Teil der laufenden Kosten bestehen blieb.

Nach Angaben der Diakonie entstand in Neerstedt zeitweise ein monatliches Defizit von rund 160.000 Euro. Diese Verluste wurden zunächst durch das Diakonische Werk ausgeglichen. Da sich keine ausreichend tragfähige wirtschaftliche Perspektive abzeichnete, folgte der Insolvenzantrag.

Behandlung an beiden Standorten soll weiterlaufen

Die Fachklinik Oldenburger Land verfügt in Neerstedt über 48 Behandlungsplätze. Am zweiten Standort in Oldenburg stehen weitere 100 Plätze zur Verfügung.

Der Träger hatte angekündigt, den Betrieb beider Einrichtungen während des Insolvenzverfahrens ohne Einschränkungen fortzuführen. Eine Schließung wurde nicht angekündigt.

Besondere Bedeutung hat das therapeutische Angebot in Neerstedt. Die Einrichtung ist auf die Rehabilitation suchtkranker Menschen mit kognitiven oder intellektuellen Beeinträchtigungen spezialisiert. Damit richtet sie sich an eine Patientengruppe, für die besondere Behandlungskonzepte erforderlich sind.

99 Beschäftigte von der Insolvenz betroffen

Die beiden Einrichtungen beschäftigten bei Bekanntgabe des Insolvenzantrags insgesamt 99 Menschen. Die Belegschaft und die Mitarbeitervertretung wurden über die wirtschaftliche Situation informiert.

Für die Beschäftigten waren die Gehaltszahlungen nach den ursprünglichen Angaben des Trägers zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Ob im weiteren Verlauf personelle Veränderungen erforderlich werden, ist bislang nicht bestätigt.

Die Diakonie verfolgt weiterhin das Ziel, beide Standorte durch eine wirtschaftliche Sanierung zu erhalten. Vorgesehen waren dafür Gespräche mit der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen, Krankenkassen und weiteren Kostenträgern.

Weitere Entscheidungen im Insolvenzverfahren stehen an

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist die wirtschaftliche Neuordnung in eine weitere Phase eingetreten. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 20. November 2026 beim Insolvenzverwalter anmelden.

Für den 14. Dezember ist eine Gläubigerversammlung beim Amtsgericht Oldenburg vorgesehen. Dabei soll auch über den weiteren Verlauf des Verfahrens beraten werden.

Die langfristige Zukunft der beiden Einrichtungen hängt davon ab, ob eine tragfähige wirtschaftliche Lösung gefunden wird. Ein endgültiges Sanierungsergebnis liegt bislang nicht vor.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu