
Die Restaurantkette L’Osteria trauert um ihren Mitgründer Klaus Rader. Der 63-jährige Gastronomieunternehmer ist am Freitag, 9. Oktober 2026, bei einem Unfall während einer Rallye auf Mallorca ums Leben gekommen. L’Osteria bestätigte seinen Tod. Die spanische Polizei untersucht, weshalb der Wagen auf einer Bergstrecke von der Straße abkam. Die Veranstalter beendeten die Rallye vorzeitig. Mit Rader verliert die europäische Restaurantkette einen ihrer beiden Gründer, die das Unternehmen seit 1999 aufgebaut hatten.
Der Unfall ereignete sich während der „550 Challenge Mallorca“ auf einer Strecke zwischen den Orten Pollença und Lluc im Norden der spanischen Insel. Rader war in einem Porsche unterwegs, der von der Fahrbahn abkam und einen Abhang hinunterstürzte. Der Unternehmer starb bei dem Unfall. Seine 39 Jahre alte Beifahrerin wurde verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der spanischen Polizei erlitt sie eine Verletzung im Bereich des Rückens.
Rader war nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur bei der Veranstaltung als Testfahrer eingesetzt. In dieser Funktion sollte er eine Strecke vor dem eigentlichen Fahrerfeld abfahren. Warum das Auto von der Fahrbahn abkam, blieb zunächst ungeklärt. Die Polizei nahm Ermittlungen zum Unfallhergang auf. Gesicherte Feststellungen zu einer möglichen technischen Ursache oder zu einem Fahrfehler lagen zunächst nicht vor.
Die „550 Challenge Mallorca“ sollte vom 8. bis 10. Oktober stattfinden. Es handelte sich um die sechste Auflage der Motorsportveranstaltung. Das Programm sah nach Angaben des Veranstalters zahlreiche Wertungsprüfungen auf zeitweise für den übrigen Verkehr gesperrten Straßen vor. Die Teilnehmer sollten insgesamt mindestens 550 Kilometer auf verschiedenen Abschnitten der Insel zurücklegen.
Nach dem tödlichen Unfall veröffentlichte die Organisation am 9. Oktober eine Mitteilung. Darin erklärte sie, dass alle noch ausstehenden Wertungsprüfungen gestrichen würden. Auch die weiteren Aktivitäten im Rahmen der Veranstaltung wurden beendet. Die Organisatoren sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus. Damit endete die Rallye einen Tag früher als ursprünglich vorgesehen.
L’Osteria bestätigte den Tod des Unternehmers und erinnerte in einem öffentlichen Beitrag an dessen Rolle beim Aufbau der Marke. Das Unternehmen beschrieb ihn als jemanden, der Mitarbeiter und Geschäftspartner zusammengebracht und die Entwicklung der Restaurantkette über viele Jahre geprägt habe. In der Würdigung ging es nicht allein um unternehmerische Entscheidungen, sondern auch um Raders persönlichen Umgang mit den Menschen im Unternehmen.
Klaus Rader hatte L’Osteria gemeinsam mit Friedemann Findeis gegründet. Die beiden übernahmen 1999 ein italienisches Restaurant in Nürnberg und entwickelten daraus eine Restaurantkette. Das Konzept setzte auf ein wiedererkennbares Speisenangebot mit großen Pizzen und Pastagerichten sowie auf ähnliche Abläufe und eine gemeinsame Markenidentität an verschiedenen Standorten. Weitere Restaurants entstanden zunächst in Bayern, bevor L’Osteria auch außerhalb Deutschlands expandierte.
Zu Raders beruflichem Hintergrund gehörte bereits vor L’Osteria das Geschäft mit Restaurantketten. Der gelernte Hotelkaufmann war in jungen Jahren Franchisenehmer von McDonald’s. Gemeinsam mit Findeis gehörte er 2002 außerdem zu den Gründern von Vapiano, einer weiteren aus Deutschland hervorgegangenen Gastronomiemarke.
Bei L’Osteria war das Franchisemodell ein wichtiger Teil der Expansion. Nach ersten zusätzlichen Restaurants in Rosenheim, Regensburg und München kam 2009 der erste Franchisepartner hinzu. Im Jahr 2011 eröffnete die Marke in Linz ihr erstes Restaurant in Österreich. Später folgten weitere europäische Märkte. Dadurch entwickelte sich aus einem einzelnen Restaurant ein international tätiges Unternehmen mit eigenständigen Betreibern und zentralen Markenstandards.
Die Dimension des Wachstums lässt sich auch an den zuletzt veröffentlichten Unternehmenszahlen ablesen. Im Mai 2026 bezifferte L’Osteria das Netz auf 216 Restaurants in zehn europäischen Ländern. Zugleich kündigte die Gruppe den Eintritt in den dänischen Markt an. Die für den Sommer vorgesehene Eröffnung in Aalborg sollte die Expansion nach Nordeuropa einleiten.
Eine bedeutende Veränderung der Eigentümerstruktur gab es bereits 2023. Damals erwarb die Investmentgesellschaft McWin die Mehrheit der Anteile an der FR L’Osteria SE. Die Transaktion bewertete das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt mit rund 400 Millionen Euro. Klaus Rader und Friedemann Findeis blieben als Minderheitsgesellschafter beteiligt.
Rader war auch nach dem Einstieg des Investors im Aufsichtsrat vertreten. Damit blieb er in die Unternehmensstruktur eingebunden, obwohl der Konzern bereits über einen eigenen Vorstand und einen Mehrheitsinvestor verfügte. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in München. Ihre europaweite Expansion wird von der Unternehmensführung und zahlreichen Franchisepartnern getragen.
Am Sonntag, 11. Oktober, äußerte sich Raders Ehefrau öffentlich zu seinem Tod. In einem Beitrag in sozialen Medien bedankte sie sich für die Beileidsbekundungen. Gleichzeitig bat sie darum, der Familie Privatsphäre und Raum für die Trauer zu geben. Auch L’Osteria hatte in seiner Würdigung den persönlichen Verlust für die Menschen betont, die mit dem Unternehmer zusammengearbeitet hatten.
Die Ermittlungen der spanischen Polizei zum genauen Unfallhergang dauerten nach den zunächst veröffentlichten Angaben an. Eine gesicherte Ursache war nicht bekannt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu