Volkswagen verliert weltweit Käufer: Europas Elektrogeschäft entwickelt sich gegen den Trend

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Volkswagen-Konzern hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 weltweit deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahr. Besonders stark fällt der Rückgang in China aus. Auch bei reinen Elektroautos verzeichnet der Hersteller insgesamt ein Minus, obwohl die Nachfrage in Europa wächst. Neue Auslieferungszahlen zeigen zugleich, wie unterschiedlich sich die einzelnen Marken des Konzerns entwickeln.

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VW-Auslieferungen 2026 sinken auf rund sechs Millionen Fahrzeuge

Von Januar bis September 2026 lieferte die Volkswagen Group weltweit rund 6,01 Millionen Fahrzeuge aus. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 6,60 Millionen. Damit sank die Zahl der Auslieferungen um 9,0 Prozent. Das geht aus den am Montag, 12. Oktober 2026, veröffentlichten Konzernzahlen hervor.

Besonders deutlich fiel der Rückgang im dritten Quartal aus. Zwischen Juli und September übergab der Konzern rund 1,89 Millionen Fahrzeuge an Kunden. Das entspricht einem Minus von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Entwicklung unterscheidet sich erheblich zwischen den Regionen. Während der Volkswagen-Konzern in Europa und Südamerika nach neun Monaten leichte Zuwächse verzeichnet, gehen die Auslieferungen in China und Nordamerika zurück. Vor allem die schwache Entwicklung auf dem chinesischen Markt prägt damit die weltweite Bilanz.

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Elektroautos von Volkswagen weltweit im Minus

Auch bei vollelektrischen Fahrzeugen verzeichnet Volkswagen einen Rückgang. Weltweit lieferte der Konzern zwischen Januar und September rund 678.700 reine Elektrofahrzeuge aus. Ein Jahr zuvor waren es rund 717.700 gewesen. Das entspricht einem Minus von 5,4 Prozent.

Im dritten Quartal sank die Zahl der weltweiten Elektroauto-Auslieferungen um 4,7 Prozent auf 240.200 Fahrzeuge. Damit entwickelte sich das Geschäft mit reinen Elektroautos weniger schwach als der gesamte Fahrzeugabsatz.

Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge an allen Konzernauslieferungen lag nach neun Monaten bei rund 11,3 Prozent. Im dritten Quartal lag er bei etwa 12,7 Prozent. Der Elektroanteil wächst somit relativ zum Gesamtgeschäft, obwohl die absolute Zahl weltweit zurückgegangen ist.

Anders entwickelt sich das Geschäft mit Fahrzeugen, die einen Verbrennungsmotor mit einem extern aufladbaren Elektroantrieb kombinieren oder einen Reichweitenverlängerer nutzen. Von diesen Plug-in-Hybrid- und Range-Extender-Fahrzeugen lieferte der Konzern weltweit rund 368.000 Einheiten aus. Das waren etwa 23 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Europa bleibt für Volkswagen der wichtigste Elektroautomarkt

In Europa zeigt sich bei der Elektromobilität ein deutlich positiveres Bild. Hier lieferte Volkswagen in den ersten neun Monaten rund 586.100 vollelektrische Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Zuwachs von 12,1 Prozent.

Im dritten Quartal beschleunigte sich diese Entwicklung. Zwischen Juli und September stiegen die Elektroauto-Auslieferungen in Europa um 19,6 Prozent auf 209.100 Fahrzeuge. Volkswagen bezeichnet sich weiterhin als Marktführer bei batterieelektrischen Fahrzeugen in der Region.

Auch über alle Antriebsarten hinweg entwickelte sich das europäische Geschäft leicht positiv. Insgesamt wurden dort von Januar bis September rund 2,96 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, ein Plus von 1,7 Prozent. In Westeuropa lag das Wachstum bei 1,1 Prozent, in Zentral- und Osteuropa bei 5,3 Prozent. In Deutschland legten die Auslieferungen um 0,9 Prozent zu.

Auffällig ist außerdem die Entwicklung der Bestellungen. Nach Angaben des Konzerns hat sich der Auftragsbestand für vollelektrische Fahrzeuge in Europa gegenüber Ende 2025 ungefähr verdoppelt. Rund 40 Prozent des gesamten europäischen Fahrzeugauftragsbestands entfallen inzwischen auf reine Elektroautos.

Besonders stark gefragt seien die neuen elektrischen Einstiegsmodelle. Für die Modellfamilie mit Volkswagen ID. Polo, ID. Cross, Škoda Epiq und CUPRA Raval registrierte der Konzern bereits knapp 150.000 Bestellungen.

Die Bestellungen sind allerdings nicht mit bereits ausgelieferten Fahrzeugen gleichzusetzen. Sie geben vor allem einen Hinweis darauf, wie sich die Nachfrage in den kommenden Monaten entwickeln könnte.

China belastet den gesamten Volkswagen-Konzern

Besonders schwierig entwickelt sich der Absatz in China. Dort lieferte die Volkswagen Group von Januar bis September rund 1,38 Millionen Fahrzeuge aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 30,2 Prozent.

Noch stärker fiel das Minus im dritten Quartal aus. Zwischen Juli und September sank die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge um 38,5 Prozent auf 405.800 Einheiten. Damit entfällt ein erheblicher Teil des weltweiten Absatzrückgangs auf den chinesischen Markt.

Auch im Elektrosegment steht Volkswagen in China unter Druck. Die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge gingen in den ersten neun Monaten um 42,5 Prozent auf 48.900 Einheiten zurück.

Der Konzern verweist auf einen rückläufigen chinesischen Gesamtmarkt und die schwierige Entwicklung insbesondere bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Zugleich sieht Volkswagen erste positive Auswirkungen seiner neuen, speziell für China entwickelten Elektromodelle.

Bei elektrifizierten Fahrzeugen einschließlich Plug-in-Hybriden und Modellen mit Reichweitenverlängerer stiegen die Auslieferungen in China im dritten Quartal nach Konzernangaben um rund 30 Prozent. Das Wachstum in diesem Teilsegment konnte den gesamten Absatzrückgang allerdings nicht ausgleichen.

USA: Elektroauto-Auslieferungen brechen deutlich ein

Auch in den Vereinigten Staaten verliert Volkswagen an Boden. Über alle Antriebsarten hinweg gingen die Auslieferungen dort in den ersten neun Monaten um 7,8 Prozent zurück.

Besonders ausgeprägt ist die Entwicklung bei reinen Elektroautos. Zwischen Januar und September lieferte der Konzern in den USA nur noch 14.900 batterieelektrische Fahrzeuge aus. Im Vorjahreszeitraum waren es 68.700 gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 78,4 Prozent.

Im dritten Quartal sank der Elektroabsatz sogar um 86,4 Prozent auf 5.100 Fahrzeuge.

Als Belastungsfaktoren nennt Volkswagen das Auslaufen staatlicher Förderprogramme für Elektrofahrzeuge sowie die weiterhin bestehenden Importzölle. Beide Faktoren beeinflussen nach Darstellung des Unternehmens die Marktbedingungen in den USA.

Für Nordamerika insgesamt meldete der Konzern nach neun Monaten 680.200 Auslieferungen. Das waren 4,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

Škoda wächst, Volkswagen und Audi verlieren

Nicht nur zwischen den Regionen, sondern auch zwischen den einzelnen Konzernmarken bestehen deutliche Unterschiede.

Die Kernmarke Volkswagen Pkw lieferte von Januar bis September rund 3,01 Millionen Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Rückgang von 13,7 Prozent. Bei vollelektrischen Fahrzeugen fiel das Minus mit 26,3 Prozent auf 212.200 Einheiten noch stärker aus.

Deutlich besser entwickelte sich Škoda. Die tschechische Marke steigerte ihre gesamten Auslieferungen um 6,1 Prozent auf 812.400 Fahrzeuge. Bei vollelektrischen Modellen lag das Wachstum sogar bei 41,3 Prozent. Insgesamt lieferte Škoda rund 167.400 Elektroautos aus.

Audi verzeichnete dagegen einen Rückgang der Gesamtauslieferungen um 11,4 Prozent auf rund 1,04 Millionen Fahrzeuge. Im Elektrosegment sank die Zahl der Auslieferungen um 12,0 Prozent auf 143.700 Einheiten.

Auch Porsche musste einen Rückgang hinnehmen. Die Sportwagenmarke lieferte nach neun Monaten 178.500 Fahrzeuge aus, 16,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei Elektroautos lag das Minus bei 20,8 Prozent.

Die zusammengefassten Marken SEAT und CUPRA kamen bei allen Antrieben auf 433.400 Auslieferungen, ein Rückgang von 1,4 Prozent. Im Elektrosegment legten sie dagegen um 13,5 Prozent auf 65.100 Fahrzeuge zu.

Škoda Elroq führt die Elektroauto-Rangliste an

Die Unterschiede zwischen den Marken zeigen sich auch bei den meistverkauften Elektromodellen des Konzerns. An der Spitze steht nach neun Monaten der Škoda Elroq mit 92.200 Auslieferungen.

Dahinter folgen Volkswagen ID.4 und ID.5 mit zusammen 81.900 Fahrzeugen sowie der Škoda Enyaq einschließlich der Coupé-Version mit 72.700 Einheiten.

Der Volkswagen ID.3 erreicht 61.100 Auslieferungen. Bei Audi gehört der Q6 e-tron mit 50.400 Fahrzeugen zu den erfolgreichsten Elektromodellen.

Ebenfalls unter den zehn meistverkauften Elektrofahrzeugen des Konzerns befinden sich der Volkswagen ID.7, der Audi Q4 e-tron, der Volkswagen ID. Buzz, der CUPRA Born und der Audi A6 e-tron.

Die Modellzahlen verdeutlichen, dass Škoda innerhalb des Konzerns bei der Elektromobilität an Bedeutung gewinnt. Die Marke profitiert insbesondere vom Elroq und Enyaq, während die Elektroauslieferungen der Kernmarke Volkswagen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen sind.

Europas Wachstum reicht nicht aus, um Verluste auszugleichen

Die Auslieferungszahlen der ersten neun Monate zeigen eine zunehmende regionale Spreizung innerhalb des Volkswagen-Konzerns. In Europa steigen sowohl die Elektroauto-Auslieferungen als auch die Bestellungen. Gleichzeitig sinken die Verkaufszahlen in China und den USA erheblich.

Auch Südamerika entwickelt sich vergleichsweise positiv. Dort lieferte Volkswagen nach neun Monaten rund 502.500 Fahrzeuge aus, ein Zuwachs von 4,3 Prozent. In Brasilien lag das Plus sogar bei 12,3 Prozent.

Dennoch reichen die Zuwächse in Europa und Südamerika nicht aus, um die Rückgänge auf den anderen wichtigen Märkten auszugleichen. Weltweit liegen die Auslieferungen des Konzerns nach drei Quartalen rund neun Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Eine zentrale Bedeutung erhält deshalb die weitere Entwicklung der Elektromobilität in Europa. Der deutlich gestiegene Auftragsbestand deutet auf eine stärkere Nachfrage nach den neuen Modellen hin. Ob sich daraus ein entsprechendes Wachstum bei den tatsächlichen Auslieferungen ergibt, hängt unter anderem davon ab, wie viele der bestellten Fahrzeuge noch im laufenden Jahr an Kunden übergeben werden.

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