Weltweit fast 16 Millionen PCs weniger ausgeliefert: Hohe Speicherpreise belasten den Markt

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Grzegorz Walczak

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Der weltweite Markt für Personal Computer ist im dritten Quartal 2026 deutlich geschrumpft. Nach vorläufigen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner wurden zwischen Juli und September rund 55,4 Millionen Desktop-PCs und Notebooks ausgeliefert. Das entspricht einem Rückgang von 22,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit erreichten die Auslieferungen wieder ein Niveau, das zuletzt Anfang 2023 verzeichnet worden war. Verantwortlich sind vor allem stark gestiegene Kosten für Arbeitsspeicher und andere Speicherkomponenten, die Computer für viele Käufer verteuert haben.

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DRAM-Speicher verteuert PCs erheblich

Der PC-Markt 2026 leidet insbesondere unter den Kosten für DRAM, einem zentralen Bestandteil des Arbeitsspeichers moderner Computer. Laut Gartner lagen diese Kosten im zweiten Quartal 2026 fünfmal so hoch wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Hersteller gaben die höheren Kosten zunehmend über ihre Verkaufspreise weiter.

Gleichzeitig veränderte sich das Angebot. Hersteller konzentrierten knappe Komponenten verstärkt auf höherpreisige Gerätekonfigurationen. Dadurch standen weniger günstige Computer zur Verfügung. Besonders für Verbraucher, die lediglich einen einfachen Laptop oder einen preiswerten Desktop-PC benötigen, wurde die Anschaffung schwieriger.

Hinzu kommt die starke Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren. Der Ausbau entsprechender Infrastruktur verschärft nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens IDC die Versorgungsengpässe und den Preisdruck auf dem PC-Markt.

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Lenovo bleibt Marktführer, HP verzeichnet stärksten Rückgang

Die schwächere Nachfrage trifft sämtliche sechs großen PC-Hersteller. Lenovo behauptete mit rund 15 Millionen ausgelieferten Geräten und einem Marktanteil von 27,1 Prozent die weltweite Spitzenposition. Allerdings gingen auch die Auslieferungen des chinesischen Herstellers gegenüber dem Vorjahr um 22,4 Prozent zurück.

Besonders deutlich fiel der Rückgang bei HP aus. Das US-Unternehmen lieferte rund 10,4 Millionen Computer aus, 30,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit verzeichnete HP unter den sechs größten Herstellern den stärksten Rückgang. Dell blieb mit rund 7,6 Millionen Geräten auf dem dritten Platz.

HerstellerAuslieferungen Q3 2026Veränderung zum Vorjahr
Lenovo14,99 Mio.-22,4 %
HP10,37 Mio.-30,9 %
Dell7,58 Mio.-25,4 %
Apple5,84 Mio.-7,1 %
Asus4,68 Mio.-13,0 %
Acer3,87 Mio.-11,2 %

Apple konnte seine Position im Vergleich zur Konkurrenz verbessern. Zwar gingen auch die Auslieferungen der Mac-Computer zurück, allerdings lediglich um 7,1 Prozent. Der Marktanteil stieg dadurch von 8,8 auf 10,5 Prozent. Gartner führt die vergleichsweise stabile Entwicklung unter anderem auf das Angebot an MacBooks im mittleren Preissegment zurück.

Verbraucher behalten ihre Computer länger

Für private Käufer bedeutet die Preisentwicklung vor allem eine geringere Auswahl an erschwinglichen Geräten. Besonders betroffen sind Computer im unteren Preissegment, bei denen die gestiegenen Speicherkosten einen größeren Anteil am Verkaufspreis ausmachen.

Bereits im Februar hatte Gartner prognostiziert, dass die durchschnittlichen PC-Preise 2026 gegenüber 2025 um 17 Prozent steigen könnten. Gleichzeitig erwarteten die Marktforscher, dass Verbraucher ihre vorhandenen Rechner länger nutzen. Für geschäftlich eingesetzte Computer wurde ebenfalls eine längere Nutzungsdauer vorausgesagt. Diese Angaben sind Prognosen und keine bereits gemessenen Preissteigerungen.

Unternehmen investieren gezielter in neue Geräte

Auch bei Unternehmen beeinflussen die gestiegenen Preise die Beschaffung neuer Computer. Statt komplette Gerätebestände auszutauschen, konzentrieren sich Firmen nach Einschätzung von Gartner zunehmend auf bestimmte Investitionen. Dazu zählen leistungsfähige Workstations und sogenannte KI-PCs, die über spezielle Funktionen für die Verarbeitung künstlicher Intelligenz verfügen.

Für Anbieter günstiger Standardcomputer verschärft sich dadurch die Lage. Während hochwertige Geräte weiterhin gefragt sind, erschweren die höheren Komponentenpreise den Verkauf preiswerter Modelle.

Die Entwicklung hatte sich bereits zu Jahresbeginn abgezeichnet. Im ersten Quartal 2026 waren die weltweiten PC-Auslieferungen laut Gartner noch um vier Prozent gestiegen. Dieser Zuwachs war jedoch unter anderem dadurch entstanden, dass Hersteller und Händler ihre Lager vor erwarteten Preiserhöhungen aufgestockt hatten.

Auch IDC bestätigt deutlichen Rückgang des PC-Marktes

Eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens IDC vom 8. Oktober bestätigt die negative Marktentwicklung. IDC ermittelte für das dritte Quartal rund 62,7 Millionen ausgelieferte Computer und einen Rückgang um 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die absoluten Zahlen unterscheiden sich von den Gartner-Ergebnissen. Hintergrund sind unterschiedliche Marktabgrenzungen und Erhebungsmethoden. Beide Unternehmen kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass sich der weltweite PC-Markt erheblich abgeschwächt hat.

IDC hält kurzfristige Preisnachlässe durch Händler für möglich, weil vorhandene Lagerbestände verkauft werden müssen. Eine grundsätzliche Rückkehr zum Preisniveau des Vorjahres erwarten die Marktforscher zunächst nicht. Auch die weitere Nachfrage dürfte damit wesentlich davon abhängen, wie sich Speicherpreise, Geräteverfügbarkeit und wirtschaftliche Rahmenbedingungen entwickeln.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu