
Münster. Nachrichten vom Bischof persönlich? Was auf Facebook und Instagram zunächst nach einem ungewöhnlichen Kontakt aussieht, kann eine Täuschung sein. Unbekannte geben sich erneut als Münsters Bischof Heiner Wilmer aus und versuchen offenbar, an private Handynummern zu gelangen. Das Bistum Münster warnt deshalb eindringlich vor den gefälschten Profilen. Bereits im Frühjahr hatte es ähnliche Fälle gegeben.
Nach Angaben des Bistums haben sich zuletzt vermehrt Menschen wegen verdächtiger Social-Media-Accounts gemeldet. Die Profile verwenden den Namen Heiner Wilmer oder ähnliche Schreibweisen sowie Bilder des Bischofs. Teilweise werden Nutzer direkt angeschrieben und gebeten, ihre Telefonnummer mitzuteilen, um anschließend über WhatsApp weiterzukommunizieren.
Bistumssprecher Stephan Kronenburg stellte klar, dass Wilmer keine persönlichen Social-Media-Profile betreibt. Der Bischof verschickt insbesondere keine Nachrichten über den Facebook-Messenger, um Handynummern zu erhalten. Entdeckte Fake-Accounts werden den Plattformbetreibern gemeldet, allerdings nicht immer zeitnah gelöscht.
Die aktuelle Warnung ist nicht die erste. Bereits im April 2026 hatten die Bistümer Münster und Hildesheim vor gefälschten Profilen auf Instagram und TikTok gewarnt. Ein Account mit dem Nutzernamen „bischof.wilmer“ gab sich damals als offizieller Auftritt aus und wurde später gesperrt.
Der Italiener Tommaso Debenedetti erklärte seinerzeit gegenüber katholisch.de, hinter einem der früheren Profile zu stecken. Seine Angaben wurden nicht unabhängig bestätigt. Ob er mit den aktuellen Fake-Accounts in Verbindung steht, ist unbekannt.
Wilmer ist seit Februar 2026 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und übernahm am 21. Juni offiziell das Amt des Bischofs von Münster. Seine Bekanntheit könnte dazu beitragen, dass gefälschte Profile auf Nutzer glaubwürdig wirken.
Die Fake-Profile von Bischof Wilmer könnten dazu dienen, persönliche Informationen abzugreifen. Verbraucherschützer warnen grundsätzlich vor Betrugsmaschen, bei denen Täter die Identität bekannter Personen nutzen, um Telefonnummern, Passwörter oder Zugangscodes zu erlangen. Ob durch die aktuellen Profile bereits ein finanzieller Schaden entstanden ist, ist nicht bekannt.
Nutzer sollten auf verdächtige Nachrichten nicht antworten und keine persönlichen Daten oder WhatsApp-Bestätigungscodes weitergeben. Auffällige Accounts lassen sich direkt bei Facebook und Instagram melden und blockieren. Wer bereits Daten übermittelt hat oder einen Betrugsversuch vermutet, sollte Nachrichten sichern und gegebenenfalls Anzeige erstatten.
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