
Münster/Warendorf. Das Sponsoring beim Turnier der Sieger in Münster steht vor einer möglichen Neuordnung. Der Vertrag mit Al Shira’aa Stables soll zwar noch mehrere Jahre gelten, doch das Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten überprüft derzeit seine Zusammenarbeit mit deutschen Reitsportveranstaltern. Gleichzeitig gibt es Entwarnung bei den zuletzt ausstehenden Zahlungen: Die vereinbarte Sponsorensumme für Münster ist nach Angaben von Vereinspräsident Hendrik Snoek inzwischen vollständig eingegangen. Darüber berichteten die Westfälischen Nachrichten am Dienstag.
Dass Veränderungen bevorstehen, bestätigt eine Mitteilung des Verbandes Pferdesport Deutschland vom 13. Oktober 2026. Der Verband steht demnach mit Al Shira’aa über die künftige Ausgestaltung der Partnerschaft im Austausch. Bis Ende November soll ein entsprechender Vorschlag vorliegen. Konkrete Einzelheiten zu möglichen Änderungen wurden nicht veröffentlicht.
Für Münster ist damit vor allem die weitere Rolle des Unternehmens als Titel- und Hauptsponsor offen. Der Westfälische Reiterverein muss klären, ob die bisherige Kooperation fortgeführt wird und welcher Vertragspartner künftig dafür verantwortlich ist. Nach Angaben der Westfälischen Nachrichten laufen entsprechende Gespräche. Vereinspräsident Hendrik Snoek möchte möglichst noch im November Planungssicherheit für 2027 erreichen.
Die Zusammenarbeit mit Al Shira’aa begann Ende 2024. Damals stellte der Westfälische Reiterverein den neuen Titelsponsor vor und kündigte zugleich eine sportliche Weiterentwicklung an. Ab 2026 sollte das Turnier sogar auf Fünf-Sterne-Niveau ausgetragen werden. Diese angekündigte Aufwertung wurde bislang nicht umgesetzt. Bei der Veranstaltung vom 3. bis 6. September 2026 standen weiterhin Springprüfungen auf Vier-Sterne-Niveau auf dem Programm.
Welche Bedeutung die Finanzierung durch Sponsoren hat, verdeutlichen die Zahlen des Veranstalters. Rund 28.000 Menschen besuchen nach Vereinsangaben jährlich das Turnier vor dem Schloss. Die ausgeschütteten Preisgelder überschreiten insgesamt 300.000 Euro. Allein der Große Preis von Münster war 2026 mit 105.500 Euro dotiert.
Wie hoch der konkrete finanzielle Beitrag von Al Shira’aa in Münster ausfällt, ist nicht öffentlich beziffert. Deshalb lässt sich derzeit auch nicht beurteilen, welche wirtschaftlichen Auswirkungen mögliche Veränderungen der Partnerschaft für die kommende Veranstaltung hätten.
Der aktuelle Zahlungseingang betrifft nicht nur das Turnier der Sieger. Pferdesport Deutschland bestätigte am Dienstag offiziell, dass die vertraglichen Zahlungsverpflichtungen von Al Shira’aa für die Bundeschampionate 2026 inzwischen vollständig erfüllt worden sind. Mitte September hatte der Verband noch auf eine Zahlung über 200.000 Euro gewartet.
Die Kooperation in Warendorf besteht seit 2025 und ist nach bisherigen Verbandsangaben bis einschließlich 2027 vereinbart. Auch das Deutsche Spring- und Dressurderby in Hamburg gehört zu den Veranstaltungen, die von Al Shira’aa unterstützt werden und zuletzt von verzögerten Zahlungen betroffen waren.
Die finanzielle Frage für 2026 ist damit zumindest für Münster und Warendorf geklärt. Welche Form die Zusammenarbeit im kommenden Jahr annimmt, steht dagegen weiterhin aus. Für den Westfälischen Reiterverein geht es nun darum, die vertraglichen und finanziellen Grundlagen für das nächste Turnier der Sieger rechtzeitig festzulegen.
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