
Bei zahlreichen Wohnmobilen und Campingbussen gibt es ein Sicherheitsproblem mit der Befestigung von Kindersitzen. Der Zulieferer Aguti ruft bestimmte Isofix-Halterungen zurück, weil fehlerhafte Schweißverbindungen bei einem Unfall brechen könnten. Auch Fahrzeuge bekannter Hersteller wie Hymer und Knaus sind betroffen. Eltern sollen die betreffenden Befestigungssysteme vorerst nicht mehr verwenden.
Der Rückruf von Isofix-Halterungen betrifft Befestigungssysteme, die unter anderem in den hinteren Sitzbänken von Reisemobilen eingebaut sind. Nach Angaben des Herstellers Aguti könnten einzelne Schweißverbindungen an den Metallbügeln mangelhaft ausgeführt sein. Bei einem Unfall besteht dadurch die Gefahr, dass die Verankerung ihre vorgesehene Haltefunktion nicht erfüllt.
Das Problem ist insbesondere für Familien relevant, die einen Kindersitz über das Isofix-System befestigen. Sollte die Verbindung bei einem Aufprall versagen, könnte sich das Verletzungsrisiko für das darin sitzende Kind erhöhen. Aguti erklärt, dass dem Unternehmen bislang keine Unfälle oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem festgestellten Problem bekannt seien. Der Rückruf erfolgt vorsorglich.
Die Sicherheitsproblematik beschränkt sich nicht auf Fahrzeuge eines einzelnen Herstellers. In europäischen Sicherheitsmeldungen werden unter anderem verschiedene Modelle von Hymer und Knaus genannt.
Bei Hymer gehören dazu beispielsweise die Baureihen BMC, BML, Free, Free S, Grand Canyon, Grand Canyon S und ML-T. Bei Knaus werden unter anderem L!VE I, VAN TI, SKY TI, SUN TI, L!VE WAVE und Box Time aufgeführt. Die entsprechenden Sicherheitsmeldungen wurden bereits im Sommer beziehungsweise September 2026 veröffentlicht.
Eine weitere Rückrufmitteilung veröffentlichte der slowenische Wohnmobilhersteller Robeta am 1. Oktober 2026. Sie betrifft Fahrzeuge aus den Produktionsjahren 2020 bis 2026, sofern die Isofix-Systeme von Aguti mit den Artikelnummern 119376 oder 120407 eingebaut wurden.
Die Nennung einer Baureihe bedeutet allerdings nicht, dass automatisch jedes Fahrzeug dieses Modells betroffen ist. Entscheidend sind die konkrete Ausstattung und die Fahrzeugdaten.
Aguti fordert die betroffenen Fahrzeughalter auf, die fraglichen Isofix-Verankerungen vorerst nicht mehr zur Befestigung von Kindersitzen zu nutzen. Das gilt bis zur Überprüfung beziehungsweise zum Abschluss der Rückrufmaßnahme.
Kindersitze können weiterhin verwendet werden, wenn das jeweilige Modell ausdrücklich auch eine Sicherung über den Fahrzeuggurt erlaubt. Dabei müssen die Einbauvorgaben des Kindersitzherstellers eingehalten werden. Ein Kindersitz, der ausschließlich für die Isofix-Befestigung vorgesehen ist, darf nicht ersatzweise auf andere Weise montiert werden.
Die allgemeine Nutzung der Wohnmobile ist nach Angaben von Aguti weiterhin möglich. Der Rückruf betrifft die Isofix-Befestigung und nicht die grundsätzliche Fahrbereitschaft der Fahrzeuge.
Bei serienmäßig eingebauten Isofix-Systemen erfolgt die Benachrichtigung über den Fahrzeughersteller beziehungsweise dessen Händlernetz. Wurde die entsprechende Einheit nachgerüstet, übernimmt Aguti die Kontaktaufnahme.
Die betroffenen Halter erhalten Informationen zum weiteren Vorgehen. Die Isofix-Einheiten werden überprüft und bei Bedarf ausgetauscht. Auch Besitzer gebraucht gekaufter Wohnmobile sollen über den Rückruf informiert werden.
Wer bislang keine Benachrichtigung erhalten hat, aber vermutet, dass sein Fahrzeug betroffen sein könnte, kann sich direkt an den Fahrzeughersteller oder einen autorisierten Händler wenden. Für die Prüfung werden der Fahrzeugtyp und die Fahrzeugidentifikationsnummer benötigt.
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