
Borussia Dortmund hat eine wichtige Personalentscheidung für die kommenden Jahre getroffen. Cheftrainer Niko Kovac bleibt dem Fußball-Bundesligisten langfristig erhalten. Der Verein gab am Dienstag, 13. Oktober 2026, bekannt, dass der 54-Jährige seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2029 verlängert hat. Ursprünglich wäre sein Arbeitspapier im Sommer 2027 ausgelaufen. Auch das bisherige Trainerteam bleibt an Bord. Mit der Entscheidung setzt der BVB auf Kontinuität, nachdem Kovac die Mannschaft innerhalb von gut anderthalb Jahren zurück in die Spitzengruppe der Bundesliga geführt hat.
Die Vertragsverlängerung von Niko Kovac umfasst auch seine engsten Mitarbeiter. Robert Kovac, Bruder des Cheftrainers, und Filip Tapalovic haben ebenfalls neue Verträge bis zum 30. Juni 2029 unterschrieben. Beide gehören seit dem Amtsantritt des Kroaten im Februar 2025 zum Dortmunder Trainerstab.
Die Entscheidung kommt vorzeitig. Kovac hatte seinen ursprünglich bis Juni 2026 laufenden Vertrag bereits im August 2025 um ein Jahr verlängert. Nun wurde die Zusammenarbeit um weitere zwei Jahre ausgedehnt.
Sportgeschäftsführer Lars Ricken begründet den Schritt mit der Entwicklung der Mannschaft und der Stellung des Trainers innerhalb des Vereins. Kovac habe das Team kontinuierlich verbessert und genieße große Akzeptanz. Ricken bezeichnet die neue Vereinbarung ausdrücklich als Zeichen für „Konstanz und Stabilität“.
Auch Carsten Cramer, Vorsitzender der Geschäftsführung, hebt die Zusammenarbeit zwischen Trainerstab und sportlicher Leitung hervor. Kovac identifiziere sich stark mit Borussia Dortmund. Die Gespräche über die weitere Zusammenarbeit seien nach Angaben Cramers einvernehmlich und zügig verlaufen.
Als Niko Kovac am 2. Februar 2025 die Verantwortung bei Borussia Dortmund übernahm, befand sich der Verein in einer sportlich schwierigen Situation. Die Mannschaft lag auf dem elften Tabellenplatz. Zuvor hatte sich der BVB im Januar von Nuri Sahin getrennt. Bis zum Amtsantritt des neuen Cheftrainers betreute Mike Tullberg die Mannschaft übergangsweise.
Kovac gelang es, Dortmund wieder auf die internationalen Qualifikationsplätze zu führen. Am Ende der Saison 2024/25 belegte die Borussia mit 57 Punkten den vierten Tabellenplatz und sicherte sich damit die Teilnahme an der Champions League.
In seiner ersten vollständigen Saison 2025/26 konnte Kovac diese Entwicklung fortsetzen. Der BVB erreichte 73 Punkte und wurde deutscher Vizemeister hinter Bayern München. Die Mannschaft gewann 22 ihrer 34 Bundesligaspiele. Die Punktzahl war zugleich die fünftbeste einer Dortmunder Mannschaft in der Vereinsgeschichte.
Auch defensiv verbesserte sich die Mannschaft. In der Spielzeit 2025/26 kassierte Dortmund lediglich 34 Gegentore und blieb in 15 Begegnungen ohne Gegentreffer. Damit stellte der Verein seinen bisherigen Bundesliga-Rekord für Spiele ohne Gegentor innerhalb einer Saison ein.
Die Entscheidung der Vereinsführung stützt sich auch auf eine bemerkenswerte statistische Bilanz. Bis zur Vertragsverlängerung am 13. Oktober 2026 betreute Kovac den BVB in 53 Bundesligapartien. Dabei holte seine Mannschaft insgesamt 114 Punkte.
Der daraus resultierende Durchschnitt von 2,15 Punkten pro Spiel ist laut Borussia Dortmund der höchste Bundesliga-Punkteschnitt eines Cheftrainers in der Vereinsgeschichte. Die Statistik bezieht sich ausschließlich auf die Bundesliga, nicht auf sämtliche Pflichtspiele.
Bereits nach seinen ersten 50 Bundesligabegegnungen hatte Kovac mit 107 Punkten einen neuen Dortmunder Bestwert erreicht. Er übertraf damit die entsprechenden Ergebnisse seiner Vorgänger Lucien Favre und Thomas Tuchel.
In der laufenden Saison 2026/27 gehört Borussia Dortmund erneut zur Spitzengruppe. Nach fünf Bundesligaspielen liegt die Mannschaft mit 13 Punkten auf dem zweiten Platz. Tabellenführer SC Freiburg weist dieselbe Punktzahl auf, hat allerdings die bessere Tordifferenz. Diese Momentaufnahme unterstreicht den erfolgreichen Saisonbeginn, ist aber noch keine Aussage über die endgültige Platzierung.
Die langfristige Bindung des Trainers fällt in eine Phase personeller und strategischer Veränderungen bei Borussia Dortmund. Im März 2026 übernahm Ole Book das Amt des Sportdirektors von Sebastian Kehl. Book hatte zuvor beim Zweitligisten SV Elversberg gearbeitet und dort wesentlich zur sportlichen Entwicklung beigetragen.
Der neue Sportdirektor ist inzwischen ein zentraler Ansprechpartner für Kovac. Book beschreibt die Zusammenarbeit als eng und vertrauensvoll. Beide stehen nach seinen Angaben nahezu täglich miteinander in Kontakt und beschäftigen sich mit der weiteren Entwicklung des Teams.
Bei der Kaderplanung verfolgt Borussia Dortmund eine Strategie, die erfahrene Leistungsträger mit jungen Spielern verbindet. Book hatte bereits im Mai erklärt, dass der Verein langfristig sportliche und wirtschaftliche Werte schaffen wolle. Die Förderung junger Talente soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Zugleich soll die Mannschaft von einer erfahrenen Spielerachse profitieren.
Diese Ausrichtung findet sich auch im Geschäftsbericht für die Saison 2025/26 wieder. Dort betont der Klub die stärkere Orientierung an entwicklungsfähigen Spielern mit sportlichem Potenzial und wirtschaftlicher Perspektive.
Die Vertragsverlängerung des Cheftrainers schafft dafür eine längerfristige personelle Grundlage. Konkrete zusätzliche Transferzusagen oder neue finanzielle Vereinbarungen wurden im Zusammenhang mit der Vertragsunterzeichnung nicht bekannt gegeben.
Die Einigung mit Kovac ist Teil einer größeren Personalplanung bei Borussia Dortmund. Bereits Ende September 2026 hatte der Verein die Verträge mehrerer Mitglieder seiner Geschäftsführung verlängert.
Carsten Cramer steht demnach bis zum 30. Juni 2031 unter Vertrag. Lars Ricken bleibt als Geschäftsführer Sport bis zum 30. Juni 2030 gebunden. Finanzgeschäftsführer Thomas Treß verlängerte seine Vereinbarung bis Ende Juni 2028.
Damit sind wesentliche Führungspositionen des Vereins über mehrere Jahre besetzt. Die Geschäftsführung hatte diese Personalentscheidungen mit dem Ziel einer langfristig stabilen sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung begründet.
Für Kovac bedeutet die neue Vereinbarung, dass er seine Arbeit mit einer weitgehend langfristig gebundenen Vereinsführung fortsetzen kann. Auch Sportdirektor Ole Book steht bis 2029 unter Vertrag.
Der am 15. Oktober 1971 in Berlin geborene Kovac verfügt über umfangreiche Erfahrung als Spieler und Trainer. Als kroatischer Nationalspieler absolvierte er 83 Länderspiele. Seine Trainerlaufbahn begann er nach dem Ende seiner aktiven Karriere in Salzburg.
Später betreute er unter anderem die kroatische U21-Auswahl und von 2013 bis 2015 die kroatische A-Nationalmannschaft. Im deutschen Vereinsfußball machte er sich besonders bei Eintracht Frankfurt einen Namen. Mit den Hessen gewann er 2018 den DFB-Pokal.
Anschließend wechselte Kovac zum FC Bayern München, mit dem er 2019 die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal gewann. Weitere Stationen waren die AS Monaco in der französischen Ligue 1 und der VfL Wolfsburg. Im Februar 2025 begann schließlich seine Tätigkeit bei Borussia Dortmund.
Bei seiner Vertragsverlängerung erklärte Kovac, dass die Zusammenarbeit bereits wichtige Grundlagen für die Zukunft geschaffen habe. Die Mannschaft habe klare Vorstellungen von ihrer Spielweise und ihrem Auftreten entwickelt. Gleichzeitig betonte er, dass sich der Verein nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen dürfe.
Der neue Vertrag gibt Kovac die Möglichkeit, diesen sportlichen Kurs bis zum Sommer 2029 weiterzuführen. Für Borussia Dortmund verbindet sich damit das Ziel, die erreichte Position in der Bundesliga zu festigen, regelmäßig international vertreten zu sein und die Mannschaft nachhaltig weiterzuentwickeln.
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