Bund plant deutliche Kürzung der Förderung für Elektrobusse

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Symbolbild mit KI erstellt

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Die Bundesregierung will im kommenden Jahr wesentlich weniger Geld für die Anschaffung von Elektrobussen bereitstellen. Laut Haushaltsentwurf für 2027 soll die Förderung von Bussen mit alternativen Antrieben von rund 403 Millionen Euro auf 130 Millionen Euro sinken. Das sind 273 Millionen Euro weniger und ein Rückgang um knapp 68 Prozent. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) befürchtet, dass Verkehrsbetriebe geplante Investitionen verschieben und die Umstellung ihrer Flotten verlangsamen könnten. Auch für die heimischen Bushersteller steht damit ein wichtiger Absatzmarkt zur Diskussion.

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E-Bus-Förderung 2027 sinkt im Haushaltsentwurf auf ein Drittel

Die geplante Kürzung ist Teil des Wirtschaftsplans des Klima- und Transformationsfonds. Dieser finanziert unter anderem Programme für klimafreundliche Mobilität, Industrie und Energie. Bemerkenswert ist die Verteilung: Insgesamt sollen die Ausgaben des Fonds 2027 von rund 34,8 auf 38,9 Milliarden Euro steigen. Gleichzeitig sieht die Bundesregierung für die sozial gestaffelte Förderung elektrisch betriebener Autos 803 Millionen Euro vor, nach 550 Millionen Euro im laufenden Jahr. Beim Förderprogramm für Busse geht der Ansatz dagegen deutlich zurück.

Beschlossen ist die Kürzung noch nicht. Das Bundeskabinett hat den Haushaltsentwurf im Juli verabschiedet, die Entscheidung über den Etat liegt beim Bundestag. Der VDV fordert, die Mittel im parlamentarischen Verfahren wieder zu erhöhen. Bereits im Juli kritisierte der Verband, dass die geplanten Ansätze keine verlässliche Grundlage für längerfristige Bestellungen seien.

Elektrobusse kosten bei der Anschaffung deutlich mehr

Die Finanzierung ist für Verkehrsbetriebe eine zentrale Hürde. Nach dem E-Bus-Radar 2026 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC kostete ein zwölf Meter langer batterieelektrischer Solobus 2025 durchschnittlich rund 580.000 Euro. Für einen vergleichbaren Dieselbus veranschlagte die Untersuchung rund 310.000 Euro. Hinzu kommen bei elektrischen Fahrzeugen Ausgaben für Ladepunkte, leistungsfähige Netzanschlüsse und den Umbau von Betriebshöfen und Werkstätten.

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Niedrigere Energie- und teilweise geringere Wartungskosten können den späteren Betrieb von Elektrobussen günstiger machen. Trotzdem ist der Kaufpreis allein nicht entscheidend: Verkehrsunternehmen müssen die Anschaffung mehrerer Fahrzeuge, ihre Einsatzpläne und die Ladezeiten über viele Jahre finanzieren. Ein kleinerer Bundeszuschuss kann deshalb dazu führen, dass Flotten langsamer erneuert oder geplante Beschaffungen anders aufgeteilt werden. Wie stark einzelne Betriebe betroffen wären, hängt auch von Landesförderprogrammen und ihren eigenen Haushalten ab.

Die Umstellung der Busflotten hat bereits Fahrt aufgenommen

Der Markt ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Ende 2025 waren nach Berechnungen von PwC bundesweit 4.752 emissionsfreie Busse in Betrieb. Das entsprach etwa 14 Prozent der deutschen Stadtbusflotte. Allein 2025 nahmen die Unternehmen 1.397 dieser Fahrzeuge neu in Betrieb, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Fast jeder zweite neu angeschaffte Stadtbus fuhr damit elektrisch.

Das Bundesverkehrsministerium setzte die Förderung 2026 fort. Im Mai kündigte es einen weiteren Förderaufruf an, mit dem die Beschaffung von mindestens 1.500 Elektrobussen unterstützt werden sollte. Nach eigenen Angaben hatte das Ministerium seit 2021 bereits rund 1,5 Milliarden Euro für die Förderung von mehr als 5.300 klimafreundlichen Bussen eingesetzt. Die jetzt diskutierte Kürzung würde somit auf einen Markt treffen, in dem viele Betriebe bereits konkrete Investitionsentscheidungen vorbereitet haben.

Auch Daimler Buses und MAN könnten Folgen spüren

Der Ausbau der elektrischen Busflotten ist zugleich ein Industriegeschäft. Daimler Buses und MAN gehören zu den größten Anbietern auf dem deutschen Markt. Nach dem PwC-Bestandsvergleich waren Ende 2025 insgesamt 1.853 emissionsfreie Busse von Daimler Buses und 723 von MAN in Deutschland unterwegs. Neben den Fahrzeugproduzenten sind Betriebe für Batterien, Ladetechnik, Instandhaltung und weitere Komponenten an den Investitionen beteiligt.

Eine aktuelle Analyse, die PwC im Auftrag von VDV und Klima-Allianz Deutschland erstellt hat, ordnet dem deutschen Markt für elektrische Stadtbusse bis zu 12.600 Arbeitsplätze zu. Diese Zahl beschreibt die wirtschaftliche Bedeutung des Marktes, nicht einen bereits eingetretenen oder konkret prognostizierten Stellenabbau. Die Verbände warnen, schwächere Bestellungen könnten Hersteller und Zulieferer treffen. Als mögliche Reaktionen der Verkehrsbetriebe nennen sie längere Laufzeiten bestehender Dieselbusse, neue Dieselanschaffungen oder den Kauf günstigerer Elektrobusse aus Ländern außerhalb der EU.

Europäische Vorgaben erhöhen den Investitionsdruck

Die Busbranche muss zugleich gesetzliche Anforderungen erfüllen. Nach dem deutschen Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz müssen im Zeitraum von 2026 bis 2030 bei den erfassten Beschaffungen mindestens 65 Prozent der Busse als sauber gelten. Mindestens die Hälfte dieses Mindestanteils muss auf emissionsfreie Fahrzeuge entfallen. Die Quote betrifft entsprechende Neubeschaffungen, nicht die gesamte vorhandene Busflotte.

Daneben verpflichten die europäischen CO2-Vorgaben die Hersteller, ab 2030 bei neuen Stadtbussen einen emissionsfreien Anteil von 90 Prozent zu erreichen. Ab 2035 steigt dieser auf 100 Prozent. Für Unternehmen bedeutet das, dass die technische und betriebliche Umstellung weiter vorbereitet werden muss, auch wenn Fördermittel knapper werden.

Bundestag entscheidet über den weiteren Kurs

Der VDV verweist zusätzlich auf geringe finanzielle Spielräume für spätere Jahre. Nach seiner Auswertung enthält der Regierungsentwurf für künftige Verpflichtungen bei der Busförderung deutlich niedrigere Ansätze als vorherige Planungen. Der Verband verlangt deshalb nicht nur mehr Geld für 2027, sondern eine längerfristig verlässliche Finanzierung.

Für Kommunen und Verkehrsunternehmen geht es damit um die Frage, wie sie bereits geplante Elektrifizierungsprojekte bezahlen können. Für Hersteller ist entscheidend, ob die Nachfrage nach neuen Elektrobussen trotz des niedrigeren Förderansatzes stabil bleibt. Die endgültige Höhe der Bundesmittel wird im weiteren Haushaltsverfahren festgelegt.

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