Puma-Enkel gibt Tennismarke DSSLR nach Insolvenz eine neue Chance

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

Teilen:

Die fränkische Sport- und Lifestylemarke DSSLR wird nach ihrer Insolvenz unter einer neuen Gesellschaft fortgeführt. Gründer Christoph A. Dassler, Enkel des Puma-Gründers Rudolf Dassler, hat wesentliche Unternehmenswerte übernommen und will die Marke wieder stärker im Handel und im Tennissport etablieren. Dafür setzt er auf neue Vertriebsmöglichkeiten und Kooperationen.

Anzeige

DSSLR wird nach Insolvenz von neuer Gesellschaft übernommen

Die bisherige DSSLR GmbH aus Schwaig bei Nürnberg hatte im Mai 2026 Insolvenz angemeldet. Nun ist eine Lösung für die Fortführung des Geschäftsbetriebs gefunden worden. Die von Christoph A. Dassler gegründete DSE GmbH hat die für den Betrieb erforderlichen Vermögenswerte aus dem Insolvenzverfahren übernommen.

Der entsprechende Vertrag wurde am 29. Juli 2026 mit dem Insolvenzverwalter Jochen Zaremba abgeschlossen. Wirtschaftlich gilt die Übernahme rückwirkend zum 1. Juli 2026. Dassler bleibt als Geschäftsführer und Hauptgesellschafter für die Marke verantwortlich.

Damit bleibt DSSLR am Markt, obwohl die bisherige Betreibergesellschaft insolvent ist. Nach Angaben des Unternehmens ist die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs gesichert. Der Onlinehandel läuft weiter, auch Bestellungen und Retouren sollen regulär abgewickelt werden.

Anzeige

Finanzierungsprobleme führten zur Insolvenz

DSSLR war erst im November 2023 gegründet worden. Das Unternehmen konzentriert sich auf hochwertige Tennisbekleidung und sportlich geprägte Freizeitmode. Dabei positioniert sich die Marke im oberen Preissegment. Poloshirts werden beispielsweise für rund 275 Euro angeboten.

Im Frühjahr geriet die Gesellschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Gründer Dassler erklärte damals, dass die vorgesehenen Wachstums- und Finanzierungsziele nicht erreicht worden seien. Hinzu sei ein schwieriges Marktumfeld gekommen. Der vorläufige Insolvenzverwalter sprach von einem Liquiditätsengpass.

Nach dem Insolvenzantrag wurde zunächst nach Investoren und Möglichkeiten zur Fortführung gesucht. Mit dem Erwerb wesentlicher Unternehmenswerte durch die DSE GmbH ist inzwischen eine Grundlage geschaffen worden, um die Marke unabhängig von der bisherigen Gesellschaft weiterzubetreiben.

Neue Verkaufsflächen und Kooperationen mit Tennisturnieren

Für den Neustart setzt DSSLR auf eine stärkere Präsenz außerhalb des eigenen Onlineshops. Bereits im Juli präsentierte sich die Marke mit einem temporären Geschäft in den Fünf Höfen in München.

Im Oktober ist DSSLR nach Unternehmensangaben außerdem mit einer Verkaufsfläche im Nürnberger Breuninger-Haus vertreten. Die Präsentation läuft vom 1. bis zum 31. Oktober und soll die Verbindung zwischen hochwertiger Sportbekleidung und Lifestyle stärken.

Auch im Tennissport arbeitet das Unternehmen an seiner Bekanntheit. Beim Dialectic Zug Open in der Schweiz trat DSSLR als Ausstatter auf und entwickelte eine eigene Turnierkollektion. Weitere Kooperationen mit ATP-Turnieren sowie Partnern aus dem Sport- und Modehandel sind geplant. Konkrete neue Vereinbarungen wurden zunächst nicht genannt.

Gründer stammt aus der Familie hinter Puma und Adidas

Christoph A. Dassler gehört zu einer der bekanntesten deutschen Unternehmerfamilien der Sportartikelbranche. Sein Großvater Rudolf Dassler gründete 1948 Puma. Dessen Bruder Adolf Dassler gründete Adidas.

Anders als die beiden weltweit etablierten Sportartikelkonzerne ist DSSLR eine noch junge Marke, die vor allem im Premiumsegment des Tennissports Fuß fassen möchte. Eine gesellschaftsrechtliche Verbindung zu Puma oder Adidas besteht durch die Familiengeschichte allein nicht.

Mit der neuen Unternehmensstruktur will Dassler seine Marke nun dauerhaft im Markt etablieren. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Vertriebswege, weitere Sportpartnerschaften und die Fortführung der bestehenden Kollektionen.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu