
Münster. Alphaville schrieb mit „Forever Young“ Musikgeschichte, auf Münsters Straßen entdeckten Jugendliche das Skateboard und im Jovel wurde bis tief in die Nacht getanzt. Die Achtziger waren in Münster eine Zeit voller Musik und Aufbruch. Ein Stück dieses Lebensgefühls soll jetzt in die Altstadt zurückkehren: Mit der Kneipe 80 in Münster soll ab dem 21. Oktober ein Gastronomiekonzept aus München seinen ersten Standort außerhalb Bayerns eröffnet. Im vorderen Bereich des Clubs „Das Schaf“ am Alten Fischmarkt gibt es künftig Achtziger-Hits, vergleichsweise günstige Getränke und einfache Speisen.
Hinter dem Konzept stehen Julie und Marc Uebelherr aus München. Nach fünf Standorten in Bayern ist Münster die erste Station außerhalb des Freistaats. „Wir hatten Münster früh auf der Liste“, erklärt Marc Uebelherr. Vor allem die vielen Studierenden und das Nachtleben hätten für die Stadt gesprochen. Als Partner vor Ort ist Gastronom Saleh Es-Sinawi an Bord, der gemeinsam mit Marc Farwick das frühere „Schwarze Schaf“ betreibt. Der Club heißt seit 2025 „Das Schaf“ und bietet Platz für bis zu 1.000 Gäste. Die Kneipe 80 ergänzt dort künftig die bisher vor allem von Neunziger- und Zweitausender-Hits geprägte Musikauswahl.
Der Kontakt zwischen den Betreibern entstand über den Vermieter und Getränkelieferanten Getränke Dreier. Auch die zentrale Lage am Alten Fischmarkt überzeugte die Münchner. „Die Location im Herzen der Altstadt ist perfekt – hier kann man nach dem Stadtbummel oder Weihnachtsmarktbesuch den Abend ausklingen lassen – oder bis spät in die Nacht verlängern“, sagt Uebelherr.
Die Kneipe 80 setzt auf ein bewusst unkompliziertes Konzept. Statt exklusiver Clubatmosphäre soll es bezahlbare Getränke, einfache Speisen und Musik aus den 1980er-Jahren geben. „Zielgruppe ist buchstäblich jede und jeder“, betont Uebelherr. Auch die Preisgestaltung soll möglichst viele Menschen ansprechen: „Wir bringen die Generationen zusammen und verkaufen lieber fünf Bier à 4 Euro als umgekehrt.“ Ob dieser Beispielpreis auch in Münster gilt, ist allerdings noch nicht bestätigt.
Für Es-Sinawi ist die neue Kneipe eine Ergänzung zum bisherigen Angebot im Schaf. Der Gastronom ist seit fast 20 Jahren in Münster und Greven aktiv und war unter anderem am Café Spontan, am „täglich“ und an Greven Events beteiligt. Mit dem neuen Bereich sollen besonders Gäste angesprochen werden, die mit der Musik der Achtziger aufgewachsen sind.
Das Münchner Konzept wurde zuletzt von der Fachzeitschrift „fizzz“ als „Roll-out des Jahres“ ausgezeichnet. Parallel zur Eröffnung in Münster entsteht am Tegernsee ein weiteres Format: Aus dem bisherigen Kiosk 80 wird in Rottach-Egern der Klub 80 mit Après-Ski-Musik, Achtziger-Partys und gemeinsamen Fernsehabenden mit alten Tatort-Folgen.
Langfristig wollen Julie und Marc Uebelherr auch außerhalb Deutschlands expandieren. „Wir wollen mit den richtigen Partnern diese Emotionen nach ganz Deutschland und Europa bringen“, sagt Uebelherr. Und mit einem Augenzwinkern in Richtung Alphaville ergänzt er: „Und wer weiß – vielleicht sind wir irgendwann sogar ‚Big in Japan‘?!“
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