Netflix kündigt größten Stellenabbau seit Jahren an

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der Streamingkonzern Netflix will weltweit rund 1.000 Arbeitsplätze abbauen. Das entspricht etwa sechs Prozent der Belegschaft. Die beiden Konzernchefs Ted Sarandos und Greg Peters informierten die Beschäftigten am Mittwoch, 14. Oktober 2026, über die Entscheidung. Netflix bestätigte den Umfang gegenüber dem Technologiemagazin TechCrunch. Es ist der größte Stellenabbau bei Netflix seit 2022.

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Vier Unternehmensbereiche besonders betroffen

Die Einschnitte konzentrieren sich auf Produktentwicklung, Technologie, Rechtsabteilung und Personalwesen. Die beiden Konzernchefs begründeten die Entscheidung in einer internen E-Mail mit organisatorischen Veränderungen und der Notwendigkeit, Beschäftigte und finanzielle Mittel gezielt einzusetzen. Die Mitteilung lag unter anderem Reuters, Associated Press und Variety vor.

Die Führung erklärte, die Unterstützung der ausscheidenden Mitarbeiter habe zunächst Vorrang. Vorgesetzte sollten sich mit betroffenen Beschäftigten in Verbindung setzen. Die Umsetzung werde sich abhängig vom jeweiligen Land unterscheiden. Konkrete Zahlen für Deutschland oder andere europäische Staaten nannte Netflix nicht. Auch die Höhe möglicher Abfindungen wurde nicht veröffentlicht.

Ende 2025 beschäftigte Netflix nach seinem Geschäftsbericht rund 16.000 Vollzeitkräfte. Etwa 10.900 arbeiteten in den USA und Kanada, weitere 2.500 in Europa, Nahost und Afrika. Hinzu kamen rund 1.900 Beschäftigte in Asien und im Pazifikraum sowie 700 in Lateinamerika. Die regionale Verteilung der jetzt gestrichenen Stellen ist nicht bekannt.

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Unternehmensführung hält an Wachstumszielen fest

Sarandos und Peters bezeichneten das Geschäft in ihrer Nachricht an die Mitarbeiter weiterhin als stark und wachsend. Netflix beabsichtige, gezielt in Bereiche zu investieren, die den Streamingdienst verbessern und zusätzliche Erlöse ermöglichen. Die Prognose für das laufende Jahr bleibe bestehen. Zu den Wachstumsfeldern des Unternehmens gehören Werbung, Liveprogramme und Spiele.

Der Stellenabbau erfolgt trotz hoher Gewinne. Für 2025 wies Netflix einen Umsatz von rund 45,2 Milliarden US-Dollar aus, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg um 26 Prozent auf knapp elf Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen 12,56 Milliarden Dollar Umsatz und rund 3,4 Milliarden Dollar Nettogewinn. Die operative Marge lag bei 33,4 Prozent.

Für das gesamte Jahr 2026 erwartet Netflix weiterhin Erlöse zwischen 51 und 51,4 Milliarden Dollar sowie eine operative Marge von 31,5 Prozent.

Bereits 2022 und im Frühjahr 2026 Stellen gestrichen

Netflix hatte 2022 in zwei größeren Runden insgesamt etwa 450 Stellen gestrichen. Vorausgegangen war ein Rückgang der Kundenzahl um rund 200.000 im ersten Quartal, der erste Rückgang seit mehr als zehn Jahren. Die nun angekündigten Kürzungen sind gemessen an der Zahl betroffener Beschäftigter mehr als doppelt so umfangreich.

Bereits im März 2026 wurden nach Informationen von Variety mehrere Dutzend Stellen im weltweiten Produktteam abgebaut. Betroffen war unter anderem ein Bereich, der Werbematerialien wie Vorschaubilder und Trailer entwickelt. Netflix bestätigte damals keine genaue Zahl. Ein Teil der Beschäftigten wechselte laut dem Bericht auf andere Positionen im Unternehmen.

Netflix-Aktie schwankt nach Ankündigung

An der US-Börse schloss die Netflix-Aktie am Mittwoch, dem Tag der Ankündigung, bei 70,57 US-Dollar. Das entsprach einem Plus von 0,16 Prozent gegenüber dem Vortag. Am Donnerstag stieg der Kurs um 2,89 Prozent auf 72,61 Dollar. Am Freitag, 16. Oktober, fiel er um 2,86 Prozent auf 70,53 Dollar. Die Schlusskurse stammen aus den historischen Kursdaten von Investing.com.

Die Bewegungen lassen sich nicht allein auf den Stellenabbau zurückführen. Am Donnerstag kündigte Netflix außerdem einen Wechsel an der Führung seiner Inhalteabteilung an. Der frühere Disney-Manager Peter Rice soll am 26. Oktober Chief Content Officer werden. Er ersetzt Bela Bajaria, die das Unternehmen nach knapp zehn Jahren verlässt.

Auch andere Unterhaltungskonzerne bauen Personal ab

Netflix ist mit Personalkürzungen in der Branche nicht allein. Disney strich im April 2026 rund 1.000 Stellen in mehreren Geschäftsbereichen. Ende September folgte laut Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person eine weitere Runde mit mehreren Hundert Betroffenen, vor allem in Personalwesen und Technologie.

Gleichzeitig konkurriert Netflix um die Aufmerksamkeit des Publikums mit Disney+, Amazon Prime Video und kostenlosen Angeboten wie YouTube und TikTok. Im ersten Halbjahr 2026 wurden auf Netflix nach Unternehmensangaben mehr als 97 Milliarden Stunden Inhalte angesehen. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereits zuvor hatten Investoren das langsamere Wachstum der Nutzung diskutiert.

Quartalszahlen für den 20. Oktober angekündigt

Am Dienstag, 20. Oktober, will Netflix seine Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Laut der offiziellen Terminankündigung sollen die Ergebnisse nach US-Börsenschluss erscheinen. Die Konzernführung plant anschließend eine öffentliche Videokonferenz mit Fragen von Finanzanalysten.

In seiner Prognose vom Juli hatte Netflix für das dritte Quartal Umsätze von 12,86 Milliarden Dollar und eine operative Marge von 33,2 Prozent erwartet. Marktbeobachter rechneten zuletzt mit rund 12,88 Milliarden Dollar Umsatz. Dabei handelt es sich um Schätzungen und nicht um bereits erzielte Ergebnisse.

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