
Nach mehr als zwei Jahrzehnten verabschiedet Lufthansa einen ihrer größten Langstreckenjets. Am Sonntag, 18. Oktober 2026, soll ein Airbus A340-600 zum letzten Mal im regulären Linienverkehr der Fluggesellschaft eingesetzt werden. Der Abschied des vierstrahligen Flugzeugs ist Teil einer umfassenden Erneuerung der Lufthansa-Flotte. Vor allem die hohen Treibstoffkosten haben den Konzern dazu veranlasst, ältere Maschinen schneller aus dem Betrieb zu nehmen.
Der letzte planmäßige Linienflug des Airbus A340-600 bei Lufthansa trägt die Flugnummer LH419 und führt vom Flughafen Washington-Dulles in den USA nach Frankfurt. Der Start ist für Sonntag, 18. Oktober, um 17.55 Uhr Ortszeit vorgesehen. Die Landung in Frankfurt ist für Montag, 19. Oktober, um 7.55 Uhr deutscher Zeit geplant.
Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte den vorgesehenen Abschiedsflug gegenüber dem Luftfahrtfachportal airliners.de. Damit steht die Flugverbindung fest, auf der das Unternehmen den Flugzeugtyp aus dem regulären Passagierbetrieb verabschieden will. Kurzfristige Änderungen im Flugbetrieb bleiben grundsätzlich möglich.
Zuletzt setzte Lufthansa noch vier Maschinen des Typs ein. Sie waren vor allem auf den Strecken von Frankfurt nach New York zum Flughafen John F. Kennedy und nach Washington-Dulles unterwegs. Ursprünglich waren entsprechende Flüge noch bis zum 24. Oktober vorgesehen. Im Mai hatte Lufthansa den Einsatzzeitraum im Flugplan jedoch auf den 18. Oktober verkürzt.
Die Entscheidung zur Ausflottung hatte Lufthansa bereits am 16. April 2026 offiziell angekündigt. Damals stellte der Konzern ein Maßnahmenpaket vor, mit dem er auf gestiegene Betriebskosten und zusätzliche finanzielle Belastungen durch Arbeitskämpfe reagierte.
Nach damaligen Angaben des Unternehmens hatten sich die Kerosinpreise gegenüber dem Zeitraum vor dem Irankrieg mehr als verdoppelt. Lufthansa beschloss deshalb, ihr Flugangebot anzupassen und besonders treibstoffintensive Flugzeuge früher als vorgesehen aus dem Verkehr zu ziehen.
Neben den vier verbliebenen Airbus A340-600 sollen ab Oktober auch zwei Boeing 747-400 über den Winter stillgelegt werden. Damit reduziert Lufthansa ihre Langstreckenkapazität um insgesamt sechs Flugzeuge. Die Boeing 747-400 sollen nach bisheriger Planung 2027 endgültig ausgemustert werden.
Die Maßnahmen sollen insbesondere den Verbrauch teuren Treibstoffs begrenzen. Lufthansa hatte im April erklärt, rund 80 Prozent ihres Kerosinbedarfs preislich abgesichert zu haben. Die verbleibenden 20 Prozent waren stärker von den gestiegenen Marktpreisen betroffen. Durch das Maßnahmenpaket soll dieser besonders kostenintensive Anteil des Treibstoffbedarfs um rund zehn Prozent sinken.
Der Airbus A340-600 war über viele Jahre ein wichtiger Bestandteil des internationalen Langstreckenverkehrs der Lufthansa. Zwischen 2003 und 2009 nahm die Fluggesellschaft insgesamt 24 Maschinen dieses Typs in ihre Flotte auf.
Mit einer Länge von 75,27 Metern gehört das Flugzeug zu den längsten Passagiermaschinen, die Airbus gebaut hat. Es verfügt über vier Rolls-Royce-Triebwerke und erreicht nach Herstellerangaben eine Reichweite von rund 12.400 Kilometern. Lufthansa setzte das Flugzeug unter anderem mit einer First Class, Business Class, Premium Economy und Economy Class ein.
Der Abschied war bereits mehrfach vorgesehen, wurde jedoch verschoben. Ein wesentlicher Hintergrund waren Verzögerungen bei der Lieferung neuer Langstreckenflugzeuge, insbesondere der Boeing 787-9. Deshalb benötigte Lufthansa die älteren Maschinen länger als ursprünglich geplant.
Mit der Ausmusterung verfolgt Lufthansa ihre langfristige Strategie, die Zahl älterer Flugzeuge zu reduzieren und effizientere Modelle einzusetzen. Dazu gehören insbesondere der zweistrahlige Airbus A350 und die Boeing 787.
Nach Konzernangaben können neue Langstreckenflugzeuge gegenüber ihren jeweiligen Vorgängermodellen bis zu 35 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen. Das Unternehmen verbindet mit der Flottenmodernisierung sowohl geringere Betriebskosten als auch eine Verringerung der CO₂-Emissionen.
Wie die Erneuerung weitergeht, zeigte eine Lufthansa-Mitteilung vom 15. Oktober. Mitte November soll der erste Airbus A350-1000 der Fluggesellschaft nach München überführt werden. Seinen ersten planmäßigen Passagierflug soll das Flugzeug am 3. Dezember 2026 von München nach Tokio-Haneda absolvieren. Weitere Einsätze nach Shanghai und Singapur sind vorgesehen. Insgesamt hat die Lufthansa Group 15 Maschinen des Typs A350-1000 bestellt.
Der Airbus A340-600 ist nicht das einzige ältere Langstreckenmodell, das Lufthansa ausmustern will. Auch die kleinere Variante A340-300 soll nach derzeitiger Konzernplanung 2027 aus dem Betrieb genommen werden.
Die Fluggesellschaft will damit die Zahl unterschiedlicher Flugzeugtypen verringern. Weniger Teilflotten bedeuten nach Darstellung des Konzerns einen geringeren Aufwand bei Wartung, Schulung und Flugbetrieb. Die Modernisierung soll die Wirtschaftlichkeit insbesondere im internationalen Langstreckenverkehr verbessern.
Der Abschied des A340-600 bedeutet allerdings nicht das Ende sämtlicher vierstrahliger Passagierflugzeuge bei Lufthansa. Größere Modelle wie der Airbus A380 und die Boeing 747-8 bleiben Bestandteil der Flotte. Für den A340-600 endet dagegen mit der geplanten Landung von LH419 in Frankfurt am Montagmorgen ein rund 23 Jahre dauernder Einsatz im Lufthansa-Liniendienst.
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