
Auf der Bahnstrecke Lübeck–Büchen in Schleswig-Holstein beginnt am Montag, 19. Oktober 2026, eine mehrwöchige Vollsperrung. Bis einschließlich Samstag, 12. Dezember 2026, können zwischen Lübeck Hauptbahnhof und Büchen keine Züge der Regionalexpresslinie RE83 verkehren. Grund sind umfangreiche Bauarbeiten der Deutschen Bahn. Für Fahrgäste richtet das Verkehrsunternehmen erixx Holstein einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein, der grundsätzlich im Halbstundentakt fahren soll.
Die Sperrung Lübeck–Büchen ist Teil eines größeren Infrastrukturprojekts. Die Bahn bereitet die Verbindung darauf vor, während der für 2028 vorgesehenen Korridorsanierung zwischen Hamburg und Lübeck zusätzliche Zugverkehre aufzunehmen. Geplant sind Arbeiten an Gleisen, Bahndämmen, Stützwänden, Durchlässen, Bahnübergängen und Stellwerken. Eine weitere längere Sperrphase folgt Anfang 2027.
Die erste Vollsperrung betrifft den gesamten Abschnitt zwischen Lübeck Hauptbahnhof und Büchen. Auf dieser Verbindung verkehren normalerweise Züge der Linie RE83, die Lüneburg über Büchen und Lübeck mit Kiel verbindet. Während der Bauarbeiten entfallen die Zugfahrten zwischen Lübeck und Büchen vollständig. Betroffen sind neben den beiden Endpunkten auch die Haltepunkte Lübeck Hochschulstadtteil und Lübeck Flughafen sowie die Bahnhöfe Ratzeburg und Mölln im Kreis Herzogtum Lauenburg.
Nach dem veröffentlichten Bauzeitplan beginnt die Sperrung am 19. Oktober und endet planmäßig am 12. Dezember 2026. Damit bleibt die Strecke über weite Teile des Herbstes für den Zugverkehr unbenutzbar. Die Arbeiten finden nicht nur an einzelnen Bahnhöfen statt, sondern an mehreren Abschnitten der Eisenbahninfrastruktur. Eine abschnittsweise Wiederaufnahme des regulären Zugverkehrs während dieser ersten Bauphase ist nicht angekündigt.
Fahrgäste mit Verbindungen über Büchen müssen deshalb ihre Reiseplanung anpassen. Der reguläre Zugbetrieb auf dem gesperrten Abschnitt wird durch Busse ersetzt. Für Reisende, die von Lübeck über Büchen weiter nach Lüneburg fahren oder in die Gegenrichtung unterwegs sind, sollen abgestimmte Umsteigemöglichkeiten bestehen. Die Weiterfahrt auf nicht gesperrten Streckenabschnitten richtet sich nach den jeweils gültigen Baustellenfahrplänen.
Das Ersatzkonzept von erixx Holstein sieht grundsätzlich alle 30 Minuten Busverbindungen in beiden Fahrtrichtungen vor. Dabei werden unterschiedliche Angebote miteinander kombiniert. Zwei Verbindungen bedienen die Unterwegsstationen, während eine weitere Verbindung als Direktbus zwischen Lübeck und Büchen fährt. Dadurch erhalten sowohl Reisende zu den Zwischenbahnhöfen als auch Fahrgäste mit weiter entfernten Zielen eine Alternative zum ausfallenden Zugverkehr.
Bei der Fahrplangestaltung werden die Anschlüsse an die RE83 berücksichtigt. Zwei Busverbindungen sind auf ankommende Züge abgestimmt. In der Gegenrichtung sollen ebenfalls zwei Busverbindungen den Übergang zu weiterfahrenden Zügen ermöglichen. Zusätzlich nennt erixx Abfahrten zur Minute 45 ab Lübeck und zur Minute 48 ab Büchen. Diese ergänzen die auf Zuganschlüsse ausgerichteten Fahrten.
Weitere Besonderheiten gibt es bei den Haltestellen. In Büchen wird zusätzlich die Ersatzhaltestelle an der Büchener Straße eingerichtet. Für den Schülerverkehr ist außerdem ein Bus vorgesehen, der morgens um 6.58 Uhr die Haltestelle Mölln Schulberg anfährt. Die genauen Abfahrtszeiten, weiteren Einstiegshaltestellen und Verbindungen sind in den Baustellenfahrplänen von erixx Holstein aufgeführt. Der Betreiber weist ausdrücklich darauf hin, dass Reisende mehr Zeit einplanen und ihre Verbindung vor Fahrtantritt überprüfen sollen.
Zusätzliche Einschränkungen gibt es auch auf angrenzenden Streckenabschnitten. Für die Nacht vom 24. auf den 25. Oktober hat erixx weitere Zugausfälle zwischen Büchen und Lüneburg wegen Instandhaltungsarbeiten angekündigt. Für betroffene Fahrten ist ebenfalls Ersatzverkehr vorgesehen. Vom 2. November bis 7. Dezember sind außerdem auf der Verbindung zwischen Lübeck und Preetz beziehungsweise Plön weitere baubedingte Einschränkungen der Linien RE83 und RB84 angekündigt. Diese Maßnahmen betreffen andere Abschnitte des Liniennetzes.
Mit den Bauarbeiten soll die Strecke langfristig belastbarer und zuverlässiger werden. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden insgesamt acht Kilometer Gleise erneuert. Hinzu kommen Arbeiten an rund 250 Metern Stützwänden und drei Durchlässen. Teile dieser Bauwerke sind mehr als 150 Jahre alt und haben das Ende ihrer vorgesehenen Nutzungsdauer erreicht.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Bahndämmen. Auf insgesamt sechs Kilometern soll der Unterbau verstärkt werden. Damit will die Bahn die Voraussetzungen schaffen, dass die Infrastruktur zusätzliche Zugbelastungen besser aufnehmen kann. Besonders zwischen Mölln und Güster kam es in der Vergangenheit nach Bahnangaben wiederholt zu Langsamfahrstellen. Die Ertüchtigung der Dämme soll dazu beitragen, solche Einschränkungen künftig zu verringern.
Darüber hinaus werden 14 Bahnübergänge angepasst und vier Stellwerke technisch modernisiert. Im Bereich des Bahnhofs Mölln sind zwei zusätzliche Weichen einschließlich Weichenheizungen vorgesehen. Die Weichen sollen eine flexiblere Abwicklung des Zugverkehrs ermöglichen. Weitere Arbeiten betreffen Kabelanlagen und den Oberbau der Strecke. Während der ersten Sperrphase konzentriert sich die Bahn vor allem auf Durchlässe, Stützwände, Bahndämme sowie Kabel- und Gleisbauarbeiten.
Nach der ersten Bauphase im Herbst 2026 ist für das kommende Jahr eine weitere Sperrung vorgesehen. Sie soll am 5. Februar 2027 beginnen und bis zum 14. Mai 2027 dauern. Während dieser zweiten Phase wird die Strecke Lübeck–Büchen erneut für den Zugverkehr gesperrt. Nach den Angaben von erixx Holstein ist dann für die Linie RE83 sogar der größere Abschnitt zwischen Lübeck Hauptbahnhof und Lüneburg von Zugausfällen betroffen.
In diesem Zeitraum stehen unter anderem weitere Arbeiten an Bahndämmen und Gleisanlagen an. Außerdem sollen Stellwerke aufgerüstet und die Bahnsteige in Mölln und Ratzeburg vorübergehend verlängert werden. Dadurch sollen während der späteren Korridorsanierung auch längere Personenzüge an diesen Bahnhöfen halten können. Einzelheiten zum Ersatzverkehr für die zweite Bauphase will erixx vor deren Beginn ergänzen.
Hintergrund des Gesamtprojekts ist die für 2028 geplante Sanierung der Bahnverbindung zwischen Hamburg und Lübeck. Während dieser Arbeiten soll die Strecke über Büchen eine wichtige Ausweichverbindung bilden. Die Deutsche Bahn bereitet sie deshalb bereits jetzt auf zusätzliche Verkehre vor. Die Ertüchtigung dient damit nicht nur dem regulären Regionalverkehr zwischen Lübeck und dem südlichen Schleswig-Holstein, sondern auch der Sicherung von Umleitungsmöglichkeiten während späterer Bauarbeiten im norddeutschen Schienennetz.
Für die bevorstehende Sperrung ab Montag bleibt der Schienenersatzverkehr die zentrale Alternative. Die vollständigen Fahrplantabellen sind auf der Internetseite von erixx Holstein verfügbar. Verbindungsinformationen bietet auch die Fahrplanauskunft von NAH.SH.
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