Zwei Gasspeicher vor dem Aus? Deutschland plant neue Gasreserve

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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In Deutschland sollen künftig zusätzliche Gasvorräte für außergewöhnliche Krisen bereitstehen. Gleichzeitig könnten in Bayern zwei bestehende Gasspeicher stillgelegt werden. Wirtschaftsverbände und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordern deshalb eine langfristige Absicherung der Infrastruktur. Der Bund arbeitet bereits an einer nationalen Gasreserve, die allerdings frühestens 2027 aufgebaut werden soll.

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Stilllegungsanträge für zwei Gasspeicher in Bayern

Konkret geht es um die Speicher Breitbrunn am Chiemsee und Wolfersberg südöstlich von München. Der Energiekonzern Uniper hat beantragt, den Speicher Breitbrunn zum 31. März 2027 stillzulegen. Die Anlage verfügt über eine Arbeitsgaskapazität von 11,5 Terawattstunden und gehört zu den größten Erdgasspeichern Deutschlands.

Auch die bayernugs GmbH hat für Wolfersberg einen Stilllegungsantrag gestellt. Dieser sieht den 1. April 2027 als Termin vor. Beide Vorhaben benötigen eine Genehmigung der Bundesnetzagentur. Die Betreiber müssen darlegen, dass die Stilllegungen keine nachteiligen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit haben. Eine abschließende Entscheidung über beide Anträge war zunächst nicht bestätigt.

Hintergrund sind wirtschaftliche Schwierigkeiten beim Speicherbetrieb. Die Betreiber stehen unter anderem vor dem Problem, dass die Preisunterschiede zwischen Sommer und Winter häufig nicht ausreichen, um Speicher- und Betriebskosten zu decken. Auch regulatorische Vorgaben beeinflussen die Wirtschaftlichkeit.

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Bund plant nationale Gasreserve mit 24 Terawattstunden

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche arbeitet unterdessen an einer staatlich organisierten Gasreserve. Ein Gesetzentwurf sieht vor, 24 Terawattstunden Erdgas für außergewöhnliche Krisensituationen vorzuhalten. Das entspricht ungefähr zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität.

Die Reserve soll nicht zur gewöhnlichen Preisstabilisierung oder für den regulären Winterverbrauch eingesetzt werden. Vorgesehen ist ihre Nutzung bei schweren Versorgungsstörungen, beispielsweise nach Sabotage oder dem Ausfall wichtiger Importinfrastruktur. Über eine Freigabe soll die Bundesnetzagentur im Rahmen der Notfallstufe entscheiden.

Der Aufbau könnte 2027 beginnen. Nach dem bisherigen Entwurf soll die Finanzierung über eine Umlage erfolgen. Für private Haushalte werden zusätzliche jährliche Kosten zwischen 3,77 und 7,20 Euro veranschlagt. Die Regelungen sind noch nicht beschlossen.

Aiwanger und Wirtschaftsverbände fordern mehr Vorsorge

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger unterstützt grundsätzlich die geplante Reserve, verlangt aber zugleich den Erhalt bestehender Speicherkapazitäten. Am 13. Oktober begrüßte er den Vorstoß des Bundeswirtschaftsministeriums. Entscheidend sei, dass das eingelagerte Gas im Krisenfall tatsächlich verfügbar und an den benötigten Orten nutzbar sei.

Auch Wirtschaftsverbände drängen auf verlässliche Rahmenbedingungen. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft warnte bereits im August davor, dass wirtschaftliche Anreize zur Speicherbefüllung möglicherweise nicht ausreichen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft befürwortet eine strategische Reserve, fordert jedoch, Eingriffe in den regulären Gasmarkt möglichst gering zu halten.

Unterstützung kommt zudem aus der Speicherbranche. EWE GASSPEICHER spricht sich für eine staatlich gesteuerte Notfallreserve aus und fordert zugleich eine Weiterentwicklung der geltenden Speicherregeln.

Niedrige Füllstände, aber derzeit stabile Gasversorgung

Für den bevorstehenden Winter bleibt die Befüllung der vorhandenen Speicher entscheidend. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren die deutschen Anlagen Mitte Oktober nur zu rund 60,5 Prozent gefüllt. Die Werte liegen damit deutlich unter denen vergleichbarer Zeiträume in früheren Jahren.

Eine unmittelbare Versorgungskrise ergibt sich daraus jedoch nicht. In ihrer Lagebewertung vom 16. Oktober bezeichnete die Bundesnetzagentur die Gasversorgung als stabil und die Versorgungssicherheit als gewährleistet. Neben den Speichern stehen Deutschland Pipelineimporte und Flüssigerdgas zur Verfügung. Die Behörde bewertet das Risiko einer angespannten Versorgungslage derzeit als gering.

Die geplante nationale Gasreserve wird für den Winter 2026/27 voraussichtlich noch nicht zur Verfügung stehen. Langfristig soll sie zusätzliche Sicherheit schaffen. Ob dafür auch die von einer Stilllegung bedrohten Anlagen in Bayern genutzt werden, ist bisher nicht entschieden.

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