Deutschlands Firmenchefs blicken wieder optimistischer in die Zukunft

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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In den Führungsetagen großer deutscher Unternehmen wächst die Zuversicht. Eine neue Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG zeigt, dass deutlich mehr Unternehmenschefs mit Wachstum rechnen als noch vor einem Jahr. Besonders hoch sind die Erwartungen an Künstliche Intelligenz und neue Investitionen. Die Aussichten für die Weltwirtschaft beurteilen die Befragten dagegen weiterhin zurückhaltend.

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86 Prozent der Firmenchefs erwarten Wachstum

Die Stimmung unter deutschen Unternehmenschefs hat sich nach mehreren Jahren rückläufiger Erwartungen spürbar verbessert. Laut der am Montag, 19. Oktober 2026, veröffentlichten KPMG-Umfrage rechnen 86 Prozent der befragten Führungskräfte damit, dass ihr Unternehmen innerhalb der kommenden drei Jahre wachsen wird. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 72 Prozent.

Damit steigt der Anteil der optimistischen Manager um 14 Prozentpunkte. Auch gegenüber den Jahren 2023 und 2024 fällt die aktuelle Einschätzung positiver aus. Damals hatten 80 beziehungsweise 77 Prozent Wachstum für ihr Unternehmen erwartet. Der Wert von 2022 mit 90 Prozent wird allerdings noch nicht wieder erreicht.

Für die aktuelle Untersuchung wurden zwischen dem 11. August und dem 21. September 2026 insgesamt 1.400 Führungskräfte großer Unternehmen in zwölf Ländern befragt. Darunter waren 125 Unternehmenschefs aus Deutschland. Berücksichtigt wurden Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar.

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Unternehmen rechnen mit steigenden Gewinnen

Die bessere Stimmung zeigt sich auch bei den Gewinnerwartungen. Fast 70 Prozent der befragten deutschen Firmenchefs gehen davon aus, dass ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren ein Gewinnwachstum von mindestens 2,5 Prozent erreichen kann. Im vergangenen Jahr hatten lediglich 42 Prozent mit einem entsprechenden Zuwachs gerechnet.

Zugleich hat sich der Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im eigenen Land aufgehellt. 78 Prozent erwarten Wachstum für den Standort Deutschland. Im Jahr 2025 waren es 75 Prozent. Auch die Erwartungen an die eigene Branche haben sich verbessert. Hier stieg der Anteil zuversichtlicher Unternehmenschefs von 71 auf 78 Prozent.

Die optimistischeren Einschätzungen fallen in eine Phase, in der auch die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose angehoben hat. Anfang Oktober erhöhte das Bundeswirtschaftsministerium die erwartete Wachstumsrate für 2026 von 0,5 auf 1,3 Prozent. Für 2027 geht die Bundesregierung von einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent aus.

Künstliche Intelligenz wird zur wichtigsten Investition

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Unternehmen liegt auf dem technologischen Wandel. 77 Prozent der deutschen Firmenchefs bezeichnen Künstliche Intelligenz als eine ihrer wichtigsten Investitionsprioritäten. Die Technologie soll unter anderem dazu beitragen, Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Die finanziellen Erwartungen an diese Investitionen sind hoch. 94 Prozent der Befragten rechnen damit, innerhalb von drei Jahren eine Rendite aus ihren KI-Investitionen zu erzielen, oder haben bereits entsprechende Erträge erreicht.

Neben der Digitalisierung spielen mögliche Unternehmensübernahmen eine große Rolle. 90 Prozent der befragten Führungskräfte ziehen in den kommenden drei Jahren den Erwerb anderer Unternehmen in Betracht. Daraus lässt sich allerdings noch nicht ableiten, wie viele Übernahmen tatsächlich zustande kommen werden.

Weltwirtschaft bereitet deutschen Unternehmen weiter Sorgen

Während die Erwartungen an das eigene Unternehmen steigen, beurteilen deutsche Firmenchefs das internationale Wirtschaftsumfeld weiterhin zurückhaltend. Lediglich 62 Prozent rechnen in den kommenden drei Jahren mit Wachstum der Weltwirtschaft. Im Jahr 2025 waren es noch 64 Prozent.

International fällt die Einschätzung etwas positiver aus. Im weltweiten KPMG CEO Outlook 2026 erwarten 65 Prozent der befragten Unternehmenschefs Wachstum der Weltwirtschaft. Gleichzeitig rechnen international 84 Prozent mit Wachstum des eigenen Unternehmens. Die deutschen Führungskräfte liegen mit ihren 86 Prozent damit leicht über dem globalen Wert.

Zu den größten Risiken für die Geschäftsentwicklung zählen die deutschen Manager vor allem regulatorische Belastungen, die von 30 Prozent genannt werden. Geopolitische Instabilität folgt mit 29 Prozent, eine schwache Weltwirtschaft mit 27 Prozent.

Die aktuellen Ergebnisse zeichnen damit ein differenziertes Bild der deutschen Wirtschaft. Große Unternehmen setzen verstärkt auf ihre eigenen Wachstumsstrategien, Digitalisierung und mögliche Übernahmen. Gleichzeitig rechnen ihre Führungskräfte weiterhin mit erheblichen Belastungen durch internationale Konflikte und wirtschaftliche Unsicherheit.

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