
Beim FC Bayern München richtet sich der Blick vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal auch auf Trainer Vincent Kompany. Der 40-Jährige hat mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen und konnte seine Mannschaft beim 6:1 gegen RB Leipzig am Samstag nur eingeschränkt von der Seitenlinie betreuen. Sportvorstand Max Eberl bestätigte einen Infekt sowie Probleme an der Hüfte. Am Montag fehlte Kompany nach Informationen von SPORT BILD beim Mannschaftstraining. Der Verein rechnet dennoch damit, dass sein Cheftrainer am Mittwochabend gegen Arsenal dabei sein kann. In welcher Form er die Mannschaft betreuen wird, war am Dienstagmorgen noch offen.
Die gesundheitlichen Einschränkungen des belgischen Trainers waren bereits während des Bundesliga-Heimspiels am 17. Oktober deutlich geworden. Kompany hielt sich ungewöhnlich lange auf der Trainerbank auf, während seine Assistenten die Betreuung der Mannschaft unmittelbar am Spielfeldrand übernahmen. Auch beim Treppensteigen benötigte der Bayern-Coach Unterstützung. Nach dem Spiel verzichtete er sowohl auf die vorgesehenen Fernsehinterviews als auch auf die Pressekonferenz. Stattdessen beantwortete Sportvorstand Max Eberl die Fragen der Journalisten.
Eberl erklärte nach der Partie bei Sky Sport, Kompany habe während der gesamten Woche mit einem Infekt zu kämpfen gehabt. Hinzu komme eine Sportverletzung an der Hüfte. Der Sportvorstand machte deutlich, dass sich der Trainer gesundheitlich nicht gut fühle und deshalb seine gewohnte Arbeit an der Seitenlinie nicht vollständig übernehmen konnte. Auch Sportdirektor Christoph Freund bestätigte bereits während des Spiels, dass Kompany angeschlagen sei. Eine genauere medizinische Diagnose wurde nicht öffentlich genannt.
Am Montag berichtete SPORT BILD über weitere Einschränkungen des Bayern-Trainers. Demnach wurde Kompany von der medizinischen Abteilung des Vereins erneut untersucht. Außerdem soll er sich rund um das Leipzig-Spiel zeitweise in seiner Trainerkabine hingelegt haben, um sich auszuruhen. Nach Informationen des Blattes konnte er trotz seiner Beschwerden die Ansprachen vor der Mannschaft übernehmen. Diese Angaben gehen über die bislang öffentlich bestätigten Aussagen der Vereinsverantwortlichen hinaus.
Auch BILD beschäftigte sich am 19. Oktober mit Kompanys Gesundheitszustand. Nach Darstellung der Zeitung soll der Belgier am Sonntag bereits wieder auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße gewesen sein. Beim nicht öffentlichen Mannschaftstraining am Montag stand er demnach allerdings nicht auf dem Rasen. n-tv griff die Informationen am Dienstagmorgen auf und berichtete ebenfalls über den anhaltenden Virusinfekt. Unter Berufung auf die Münchner Zeitung tz erwähnte n-tv zudem mögliche Beschwerden im Bereich älteren Narbengewebes. Eine unabhängige Bestätigung für diesen konkreten medizinischen Zusammenhang lag zunächst nicht vor.
Während Kompany beim Leipzig-Spiel überwiegend auf der Bank blieb, übernahm insbesondere Co-Trainer Aaron Danks die Anweisungen an der Seitenlinie. Eberl erklärte anschließend, dass die Aufgaben innerhalb des Trainerteams problemlos verteilt worden seien. Die Assistenten seien mit den Abläufen vertraut und hätten genau gewusst, welche Entscheidungen während des Spiels notwendig waren. Neben Danks gehören unter anderem René Marić, Floribert N’Galula und Daniel Fradley zum Trainerstab des FC Bayern.
Auch beim Montagstraining übernahmen die Assistenten nach Informationen von SPORT BILD die Arbeit auf dem Platz. Damit konnte die Vorbereitung auf das Champions-League-Spiel fortgesetzt werden, obwohl Kompany selbst nicht an der Einheit teilnahm. Eine dauerhafte Vertretung des Cheftrainers oder eine Veränderung seiner Zuständigkeiten wurde vom Verein nicht angekündigt. Die eingeschränkte Betreuung beim Leipzig-Spiel stellte zunächst eine situationsbedingte Aufgabenverteilung innerhalb des bestehenden Trainerteams dar.
Aus der Mannschaft gab es ebenfalls eine Reaktion auf den ungewöhnlichen Auftritt des Trainers. Joshua Kimmich äußerte sich im Gespräch mit Sky Sport scherzhaft zu den Bildern des angeschlagenen Belgiers. Eine weitergehende medizinische Einschätzung nahm der deutsche Nationalspieler dabei nicht vor. Auch Kompany selbst äußerte sich nach dem Spiel nicht öffentlich ausführlich zu seinen Beschwerden.
Für den FC Bayern steht am Mittwoch, 21. Oktober, um 21 Uhr das Champions-League-Heimspiel gegen den englischen Meister FC Arsenal an. Sportvorstand Eberl äußerte sich bereits am Samstag zuversichtlich, dass Kompany bis dahin wieder einsatzfähig sein werde. Gleichzeitig schränkte er gegenüber BILD ein, dass noch nicht feststehe, welche Rolle der Trainer am Spieltag übernehmen könne. Eine verbindliche Zusage für seine uneingeschränkte Tätigkeit an der Seitenlinie war damit nicht verbunden.
Am Dienstag stehen weitere Termine in der Vorbereitung auf das internationale Duell an. Nach dem offiziellen Vereinsprogramm soll um 14 Uhr das Abschlusstraining an der Säbener Straße stattfinden. Für 16 Uhr ist eine Pressekonferenz mit Vincent Kompany und Serge Gnabry angekündigt. Ob der Cheftrainer diesen Termin wie vorgesehen selbst wahrnehmen und welche Angaben er zu seinem Gesundheitszustand machen wird, war am Dienstagvormittag noch nicht bestätigt.
Die sportliche Bedeutung der Begegnung ist unabhängig von Kompanys gesundheitlicher Situation hoch. Bayern trifft am dritten Spieltag der Champions-League-Ligaphase auf einen der stärksten englischen Vereine. Nach dem 3:3 beim norwegischen Meister Viking Stavanger und dem anschließenden Bundesliga-Sieg gegen Leipzig wollen die Münchner auch international wieder drei Punkte holen. Die Vorbereitung auf das Arsenal-Spiel läuft nach Vereinsangaben seit Montag. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob Kompany das Team am Mittwoch wieder in seiner gewohnten Rolle betreuen kann, lag zunächst nicht vor.
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