
Tedox schließt Filialen in mehreren Bundesländern. Der Renovierungsdiscounter mit Hauptsitz im niedersächsischen Bovenden-Harste gibt weitere Standorte auf. Nach mehreren Schließungen im Laufe des Jahres 2026 stehen nun auch Märkte in Ingolstadt, Eckernförde und Mülheim an der Ruhr vor dem Aus. Für alle drei Filialen hat das Unternehmen konkrete Termine veröffentlicht. Auch in Bayern ist eine weitere Schließung für 2027 angekündigt. Gleichzeitig verfolgt Tedox weiterhin Pläne für neue Standorte.
In Ingolstadt endet der Verkauf am 31. Oktober 2026. Betroffen ist der Markt an der Eriagstraße 13, der bereits im April 1995 eröffnet wurde. Damit verschwindet nach mehr als 30 Jahren ein etablierter Standort aus der Stadt. Auf seiner Internetseite informiert Tedox über einen Rabatt von 30 Prozent bis zum letzten Verkaufstag. Das Unternehmen führt dort unter anderem Bodenbeläge, Farben, Tapeten, Gardinen und Artikel für die Wohnungseinrichtung.
Zwei weitere Filialen schließen am 14. November 2026. In Eckernförde betrifft das den Markt an der Rendsburger Straße 117. Dieser wurde erst am 18. November 2021 eröffnet und verfügt über rund 3.200 Quadratmeter Verkaufsfläche. Auch dort kündigt Tedox einen Rabatt von 30 Prozent bis zur Schließung an. Am selben Tag endet der Verkauf im nordrhein-westfälischen Mülheim an der Ruhr. Die Filiale an der Weseler Straße 54 besteht seit 2001. Auch für diesen Standort wirbt Tedox mit einer entsprechenden Rabattaktion.
Für Kunden an den betroffenen Standorten fallen damit Einkaufsmöglichkeiten weg, die neben klassischen Renovierungsprodukten auch Heimtextilien, Haushaltswaren und kleinere Einrichtungsgegenstände anbieten. Tedox verfügt weiterhin über ein bundesweites Filialnetz und einen Onlineshop. Über die Filialsuche des Unternehmens können Kunden alternative Märkte ermitteln und verfügbare Artikel teilweise zur Abholung reservieren.
Die bevorstehenden Schließungen sind Teil einer Reihe von Standortaufgaben im Jahr 2026. In Bayern wurden bereits die Filialen in Hof und Erding geschlossen. Der letzte Verkaufstag in Hof war der 23. Mai, in Erding endete der Verkauf am 22. August. Ebenfalls am 23. Mai schloss der Tedox-Markt in Beckum in Nordrhein-Westfalen. Dort hatte die Unternehmenszentrale wirtschaftliche Faktoren als Grund genannt.
Weitere Schließungen betreffen Ostdeutschland. Im sachsen-anhaltischen Gardelegen endete der Verkauf am 2. Oktober 2026, im sächsischen Lugau am 18. Oktober. Auf den jeweiligen Filialseiten kennzeichnet Tedox beide Märkte inzwischen als dauerhaft geschlossen. Kunden aus Gardelegen werden unter anderem auf die Filialen in Stendal und Magdeburg verwiesen. Für Lugau nennt das Unternehmen alternative Einkaufsmöglichkeiten beispielsweise in Arnsdorf und Halle an der Saale.
Auch in Cham in der Oberpfalz steht eine Schließung bevor. Der Markt am Mittelweg 23 soll Ende September 2027 aufgegeben werden. Die Filiale wurde am 17. Dezember 2015 eröffnet und bietet auf mehr als 3.000 Quadratmetern Produkte für Renovierung und Einrichtung an. Gegenüber regionalen Medien bestätigte Tedox die bevorstehende Schließung. Als Grund wurden wirtschaftliche Erwägungen genannt.
Tedox gehört zu den etablierten deutschen Handelsunternehmen im Renovierungsbereich. Nach eigenen Angaben betreibt das Familienunternehmen bundesweit rund 120 Filialen und beschäftigt etwa 3.000 Menschen. Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1972 zurück. Damals gründeten Karl-Heinz Rehkopf und Rainer Wunderlich die Teppich Domäne Harste. Das Geschäft begann mit dem Verkauf von Teppichfliesen auf einem ehemaligen Gutshof bei Göttingen. Bereits 1973 folgte eine weitere Filiale in Bad Camberg.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Sortiment erheblich erweitert. Gardinen kamen 1975 hinzu, Farben und Tapeten folgten 1977. Vier Jahre später begann das Unternehmen auch mit dem Möbelverkauf. Seit 2007 tritt die frühere Teppich Domäne Harste unter dem Namen Tedox auf. Im selben Jahr eröffnete der Onlinehandel. Das Sortiment umfasst heute neben Teppichen und Bodenbelägen auch Malerzubehör, Leuchten, Stoffe, Heimtextilien, Werkzeuge, Kleinmöbel, Haushaltswaren und Dekorationsartikel.
Das Unternehmen setzt dabei auf ein Discounterkonzept mit vergleichsweise einfacher Ladengestaltung und großflächigen Verkaufsräumen. Für neue Standardfilialen nennt Tedox Verkaufsflächen von etwa 2.400 bis 3.300 Quadratmetern als Anforderung. Bevorzugt werden unter anderem gut erreichbare Fachmarktstandorte mit Parkmöglichkeiten. Daneben entwickelte Tedox kleinere Märkte: 2019 eröffnete in Hof die erste Filiale des Formats Tedox kompakt mit rund 800 Quadratmetern Fläche.
Die Standortschließungen fallen in eine wirtschaftlich anspruchsvolle Phase für den deutschen Baumarkt- und Renovierungshandel. Nach Angaben des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) erreichten die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 10,99 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem nominalen Rückgang von 0,4 Prozent. Auf vergleichbarer Verkaufsfläche legte der Umsatz dagegen um 0,3 Prozent zu. Besonders bei Fliesen, Gartenmöbeln sowie Eisenwaren und Sicherungstechnik waren Rückgänge zu verzeichnen.
Für die einzelnen Tedox-Schließungen sind unterschiedliche Hintergründe bekannt. Während das Unternehmen in Beckum und Cham wirtschaftliche Gründe genannt hat, spielte in Mülheim an der Ruhr die Mietfrage eine Rolle. Tedox hatte dort auf aus seiner Sicht zu hohe Mietforderungen verwiesen. Der Immobilieneigentümer widersprach dieser Darstellung. Ein einheitlicher Grund für sämtliche Standortaufgaben ist nicht bekannt.
Trotz der Schließungen plant Tedox weiterhin neue Märkte. In Borken-Gemen in Nordrhein-Westfalen entsteht eine Filiale in den Räumen eines früheren Möbelhauses an der Otto-Hahn-Straße. Nach Angaben des Immobilieneigentümers wird eine Eröffnung Ende Februar oder Anfang März 2027 angestrebt. Bereits 2024 hatte Tedox mit einer Neueröffnung in Bitterfeld die Marke von 125 Filialen erreicht. Die aktuellen Standortaufgaben gehen somit mit weiteren Veränderungen im bundesweiten Filialnetz einher.
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