Britische Inflation steigt stärker als erwartet

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Verbraucherpreise in Großbritannien sind im September 2026 stärker gestiegen als erwartet. Die jährliche Inflationsrate erreichte 3,5 Prozent und damit den höchsten Stand seit elf Monaten. Vor allem deutlich teurerer Kraftstoff trieb die Preise nach oben. Für die britische Notenbank wächst damit die Herausforderung, die Teuerung wieder auf ihr Ziel von zwei Prozent zu senken.

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Inflation in Großbritannien erreicht 3,5 Prozent

Wie das britische Statistikamt Office for National Statistics (ONS) am Mittwoch, 21. Oktober, mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,5 Prozent. Im August hatte die Inflationsrate noch bei 3,1 Prozent gelegen. Ökonomen hatten laut einer Reuters-Umfrage einen Anstieg auf 3,4 Prozent erwartet. Die Bank of England war in ihrer Prognose vom Juli sogar von 3,0 Prozent ausgegangen.

Damit liegt die britische Teuerungsrate weiterhin deutlich über dem Inflationsziel der Notenbank. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise im September um 0,4 Prozent. Ein Jahr zuvor waren sie im selben Monat nahezu unverändert geblieben.

Höhere Spritpreise treiben die Teuerung

Besonders stark verteuerte sich im September das Tanken. Nach Angaben des ONS stieg der durchschnittliche Benzinpreis innerhalb eines Monats um 8,2 Pence je Liter auf 169,5 Pence. Diesel verteuerte sich um 10,7 Pence auf durchschnittlich 192,5 Pence je Liter. Damit erreichten die Kraftstoffpreise den höchsten Stand seit dem Sommer 2022.

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Im Jahresvergleich lagen die Preise für Benzin und Diesel zusammen um 29,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im August hatte diese Rate noch 23,0 Prozent erreicht. Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit den gestiegenen Energiepreisen infolge des Konflikts im Nahen Osten. Auch Flugreisen und andere Verkehrsleistungen trugen zum höheren Preisauftrieb bei.

Entlastend wirkten dagegen Restaurants und Hotels, deren Preisentwicklung den Anstieg der allgemeinen Inflationsrate teilweise abmilderte. Die jährliche Teuerung bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken blieb mit 1,3 Prozent unverändert.

Auch Dienstleistungen werden schneller teurer

Die Inflation in Großbritannien beschränkt sich allerdings nicht auf höhere Energiekosten. Die sogenannte Kerninflation, bei der unter anderem Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, erhöhte sich von 2,6 auf 2,8 Prozent. Auch die Dienstleistungspreise stiegen stärker. Hier beschleunigte sich die jährliche Teuerung von 3,4 auf 3,7 Prozent.

Diese Entwicklung ist für die Geldpolitik besonders relevant. Während internationale Ölpreise von geopolitischen Ereignissen beeinflusst werden, können steigende Preise für Dienstleistungen auf einen breiteren Inflationsdruck innerhalb der britischen Wirtschaft hinweisen.

Die Bank of England beobachtet insbesondere, ob hohe Energiekosten zu dauerhaft höheren Lohnforderungen und weiteren Preisanpassungen der Unternehmen führen. Solche Folgewirkungen könnten die Rückkehr zur angestrebten Inflationsrate von zwei Prozent erschweren.

Bank of England vor möglicher Zinserhöhung

Die neuen Inflationszahlen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Reaktion. Der britische Leitzins liegt derzeit bei 3,75 Prozent. Bei ihrer letzten Sitzung im September hatte die Bank of England diesen Wert unverändert gelassen. Allerdings hatten bereits drei der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses für eine Anhebung auf 4,0 Prozent gestimmt.

Die nächste Zinsentscheidung ist für den 5. November 2026 vorgesehen. An den Finanzmärkten rechnen Investoren und zahlreiche Analysten inzwischen mit einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte. Beschlossen ist dieser Schritt bislang nicht.

Für die Notenbank ergibt sich eine schwierige Abwägung. Höhere Zinsen können die Nachfrage und damit den Preisauftrieb dämpfen. Gleichzeitig verteuern sie Kredite für Unternehmen und private Haushalte und können die wirtschaftliche Entwicklung bremsen.

Die britische Regierung steht ebenfalls unter Druck. Am 28. Oktober soll der neue Haushalt vorgestellt werden. Die höheren Energiepreise belasten Verbraucher und Unternehmen, während steigende staatliche Finanzierungskosten den finanziellen Spielraum begrenzen.

Mit den Septemberzahlen gewinnt die Frage an Bedeutung, wie dauerhaft die gestiegenen Energiekosten auf die übrige Wirtschaft durchschlagen. Die nächste Veröffentlichung der britischen Inflationsstatistik ist für den 18. November vorgesehen.

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