Getty Images startet Insolvenzverfahren in den USA

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Symbolbild: Evan Wise

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Die international tätige Bildagentur Getty Images hat am Mittwoch, 21. Oktober 2026, in den USA ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 eingeleitet. Das Unternehmen will seine Schulden neu ordnen und anschließend vollständig in Privatbesitz übergehen. Investoren aus dem Umfeld der Familie Getty und von Koch Equity Development unterstützen die Sanierung mit einer Finanzierungszusage von bis zu 533 Millionen US-Dollar. Für bisherige Aktionäre sieht der Plan keine Entschädigung vor. Der Geschäftsbetrieb soll dagegen unverändert weiterlaufen.

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Getty Images setzt auf Sanierung unter Gläubigerschutz

Das Verfahren wurde beim zuständigen US-Insolvenzgericht im Bundesstaat Delaware eingeleitet und betrifft bestimmte amerikanische Gesellschaften des Konzerns. Grundlage ist eine bereits am 12. Oktober geschlossene Vereinbarung mit wichtigen Anteilseignern und Gläubigergruppen.

Getty Images nutzt ein sogenanntes vorverhandeltes Chapter-11-Verfahren. Dabei verständigen sich Unternehmen und wesentliche Gläubiger bereits vor dem gerichtlichen Antrag auf einen Sanierungsplan. Das kann eine schnellere Neuordnung ermöglichen als ein Insolvenzverfahren ohne vorherige Einigung.

Die wesentlichen Kreditgeber haben ihre Unterstützung zugesagt. Die erforderlichen formellen Abstimmungen über den Restrukturierungsplan wurden inzwischen eingeleitet. Die gerichtliche Bestätigung steht noch aus.

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Investoren sagen bis zu 533 Millionen Dollar zu

Die Familie Getty und Koch Equity Development sollen Getty Images nach Abschluss der Sanierung vollständig übernehmen. Die Finanzierung umfasst insgesamt bis zu 533 Millionen US-Dollar. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um sofort zufließendes neues Eigenkapital.

Nach den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen sind auch Finanzierungsleistungen während des Insolvenzverfahrens sowie die Umwandlung bereits bestehender Forderungen von rund 100 Millionen Dollar in Eigenkapital Bestandteil der Vereinbarung.

Für die Fortführung des Geschäftsbetriebs während des Verfahrens ist zudem eine Finanzierung von bis zu 143 Millionen Dollar durch ein mit Koch Equity Development verbundenes Unternehmen vorgesehen.

Bisherige Getty-Images-Aktien sollen eingezogen werden

Besonders weitreichende Folgen hat der Sanierungsplan für die bisherigen Aktionäre. Die derzeit ausgegebenen Aktien sollen vollständig eingezogen werden. Eine Auszahlung oder Beteiligung an der reorganisierten Gesellschaft ist für ihre Inhaber nicht vorgesehen.

Damit würden bisherige Anteilseigner ihre Beteiligung verlieren, sofern das Verfahren wie vereinbart abgeschlossen wird. Anschließend sollen die beteiligten Investoren aus dem Umfeld der Familie Getty und Koch Equity Development sämtliche Anteile an dem neu aufgestellten Unternehmen halten. Eine mögliche Beteiligung des Managements ist im Plan ebenfalls vorgesehen.

Schon vor dem Insolvenzantrag hatte Getty Images seinen regulären Börsenplatz verloren. Die New York Stock Exchange setzte den Handel am 29. September wegen des außergewöhnlich niedrigen Aktienkurses aus. Seit dem 30. September wird das Papier unter dem Kürzel GETY außerbörslich am OTC-Markt gehandelt.

Getty-Images-Aktie verliert nach Insolvenzantrag

Die Aktie gab am Mittwoch im außerbörslichen Handel erneut nach. Bereits die Bekanntgabe des Sanierungsplans am 12. Oktober hatte einen erheblichen Kursrückgang ausgelöst. An diesem Tag fiel das Papier nach historischen Kursdaten von ChartExchange um rund 60,5 Prozent auf 0,0189 Dollar.

Am 20. Oktober hatte die Aktie zwischenzeitlich wieder zugelegt und den Handel bei 0,0200 Dollar beendet. Trotz einzelner Kurserholungen liegt der Aktienkurs damit nur noch im Bereich weniger US-Cent.

Gläubiger müssen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten

Die Restrukturierung betrifft auch die Finanzierung des Konzerns. Nach der Vereinbarung sollen unbesicherte Anleihen im Umfang von rund 270 Millionen Dollar gegen eine Gesamtzahlung von etwa 170,2 Millionen Dollar abgelöst werden. Die betroffenen Gläubiger erhalten damit weniger als den ursprünglichen Forderungsbetrag.

Bei besicherten Krediten sind dagegen unter anderem längere Laufzeiten und niedrigere Zinsbelastungen vorgesehen. Zusätzlich soll eine revolvierende Kreditlinie über 150 Millionen Dollar neu geregelt werden.

Mit diesen Maßnahmen will Getty Images die laufenden Finanzierungskosten senken und seinen finanziellen Handlungsspielraum verbessern.

Bildagentur will Kunden und Fotografen weiter bedienen

Für Kunden, Fotografen, Videoproduzenten und Geschäftspartner soll sich durch das Insolvenzverfahren zunächst nichts ändern. Getty Images erklärte, dass der weltweite Geschäftsbetrieb regulär fortgeführt werde. Auch Zahlungen an Lieferanten sollen im üblichen Rahmen erfolgen.

Die Bildagentur gehört zu den international bedeutenden Anbietern lizenzierter Fotografien, Videos und anderer visueller Inhalte. Zum Konzern gehören neben Getty Images auch die Plattformen iStock und Unsplash. Zu den Abnehmern zählen Medienhäuser, Unternehmen und Werbeagenturen.

Das Verfahren soll nach Unternehmensangaben vor allem die Kapitalstruktur und bestimmte rechtliche Verpflichtungen außerhalb des operativen Geschäfts betreffen. Eine Einstellung des laufenden Angebots ist nicht vorgesehen.

Gescheiterte Shutterstock-Fusion gehört zur Vorgeschichte

Der Insolvenzantrag folgt auf das Scheitern des geplanten Zusammenschlusses mit dem amerikanischen Konkurrenten Shutterstock. Die beiden Unternehmen hatten ihre Fusionspläne im Januar 2025 bekannt gegeben.

Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) untersuchte das Vorhaben wegen möglicher Einschränkungen des Wettbewerbs bei redaktionellen Bildinhalten. Im Mai 2026 stellte die Behörde eine Genehmigung unter der Voraussetzung in Aussicht, dass Shutterstock seine redaktionelle Bildsparte an einen geeigneten Käufer verkauft.

Getty Images beendete die Fusionsvereinbarung Anfang Juli. Am 7. Juli bestätigte die britische Wettbewerbsbehörde den Rückzug, am 8. Juli stellte sie ihre Untersuchung ein. Der zuvor geplante Zusammenschluss sollte unter anderem die Größe und Wettbewerbsfähigkeit beider Bildanbieter erhöhen.

Neben der hohen Schuldenlast steht die Branche vor weiteren Veränderungen. Insbesondere KI-generierte Bilder schaffen zusätzliche Konkurrenz für klassische Stockfotoangebote. Getty Images muss seine Position damit in einem Markt behaupten, in dem sich sowohl die Produktion als auch die Vermarktung visueller Inhalte verändern.

Abschluss der Sanierung noch 2026 geplant

Getty Images strebt an, das Chapter-11-Verfahren bis Ende 2026 abzuschließen. Voraussetzung sind unter anderem die notwendigen gerichtlichen Entscheidungen und behördlichen Genehmigungen.

Gelingt die Umsetzung, wird die bisher börsennotierte Gesellschaft durch ein Unternehmen in Privatbesitz abgelöst. Die bisherigen Aktien sollen dann ohne Auszahlung eingezogen werden, während die operative Bildagentur unter neuer Eigentümerstruktur weiterarbeitet.

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