Raye gewinnt Mercury Prize mit ihrem zweiten Album

Symbolbild: Mikrofon auf einer Bühne
Lestat (Jan Mehlich), CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

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Die britische Sängerin Raye hat den Mercury Prize 2026 gewonnen. Die 28-Jährige erhielt die renommierte Musikauszeichnung am Donnerstagabend, 22. Oktober 2026, in Newcastle für ihr zweites Studioalbum This Music May Contain Hope. Damit setzte sie sich gegen elf weitere nominierte Alben durch, darunter Veröffentlichungen von Paul McCartney, Olivia Dean, Dave und Florence + The Machine. Der Preis ist mit 25.000 britischen Pfund dotiert. Für Raye ist es der erste Sieg beim Mercury Prize.

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Raye erhält Auszeichnung in Newcastle

Die Verleihung fand in der Utilita Arena in Newcastle im Nordosten Englands statt. Durch den Abend führte die britische Moderatorin Lauren Laverne. Raye nahm die Auszeichnung von der Radiomoderatorin Sian Eleri entgegen, die den Preis im Namen der Jury überreichte.

Anschließend präsentierte die Sängerin den Titel I Hate The Way I Look Today. aus ihrem ausgezeichneten Album. Das Publikum würdigte ihren Auftritt mit stehenden Ovationen. Auch mehrere andere nominierte Künstler standen während der Veranstaltung auf der Bühne.

Der Mercury Prize gehört zu den bedeutenden britischen Musikpreisen. Anders als Auszeichnungen mit getrennten Kategorien für Pop, Rock oder Rap berücksichtigt er Alben aus unterschiedlichen musikalischen Richtungen gemeinsam. Eine unabhängige Jury entscheidet zunächst über zwölf nominierte Werke und bestimmt am Abend der Preisverleihung den Gesamtsieger.

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Die diesjährige Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit Newcastle City Council ausgerichtet. BBC Music begleitete den Abend als offizieller Übertragungspartner. Newcastle war nach 2025 zum zweiten Mal in Folge Schauplatz der Preisverleihung.

Ausgezeichnetes Album verbindet Jazz, Pop und Soul

Mit This Music May Contain Hope. veröffentlichte Raye im März 2026 ihr zweites Studioalbum. Das Werk umfasst rund 73 Minuten Musik und verbindet unterschiedliche Stilrichtungen miteinander. Neben Pop und R&B finden sich Einflüsse aus Jazz, Soul, Funk und klassischer Musik.

Das Album ist in vier Abschnitte gegliedert und behandelt persönliche Erfahrungen, Beziehungen, Enttäuschungen und die Suche nach Zuversicht. Musikalisch verbindet Raye moderne Produktionstechniken mit orchestralen Arrangements und Elementen traditioneller Unterhaltungsmusik.

Die Jury begründete ihre Entscheidung insbesondere mit der musikalischen Vielfalt, dem durchdachten Aufbau und dem künstlerischen Anspruch der Veröffentlichung. Dabei würdigten die Juroren ausdrücklich, dass Raye verschiedene Genres miteinander verbindet, ohne den Zusammenhang des Albums aufzugeben.

In ihrer Begründung hob die Jury zudem die Bedeutung vollständiger Alben hervor. Gerade in einer Musiklandschaft, in der Streamingdienste und einzelne Songs eine große Rolle spielen, betrachteten die Juroren das Album weiterhin als wichtige Ausdrucksform für Künstler.

Kommerziell war This Music May Contain Hope. bereits vor der Preisverleihung erfolgreich. Die Veröffentlichung erreichte unmittelbar nach ihrem Erscheinen Platz eins der britischen Albumcharts. Auch die Single Where Is My Husband! stand an der Spitze der britischen Singlecharts.

Paul McCartney und Olivia Dean gehörten zur Konkurrenz

Die Entscheidung fiel in einem Wettbewerbsjahr mit bekannten Namen und unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen. Insgesamt standen zwölf Alben auf der offiziellen Nominierungsliste, die bereits am 30. Juli 2026 veröffentlicht worden war.

Zu den Nominierten gehörte der ehemalige Beatles-Musiker Paul McCartney mit The Boys of Dungeon Lane. Ebenfalls vertreten waren die Sängerin Olivia Dean mit The Art of Loving und der Rapper Dave mit The Boy Who Played the Harp.

Weitere Nominierungen erhielten Florence + The Machine für Everybody Scream, JADE für That’s Showbiz Baby!, Suede für Antidepressants, Nia Archives für Emotional Junglist und Kojey Radical für Don’t Look Down.

Vervollständigt wurde die Liste durch Dove Ellis mit Blizzard, Knats mit A Great Day In Newcastle sowie das Benefizalbum HELP(2) von War Child Records.

Damit konkurrierten etablierte internationale Künstler mit jüngeren Musikern und weniger bekannten Projekten. Die endgültige Entscheidung traf die Jury erst am Tag der Preisverleihung.

Während der Veranstaltung traten mehrere Nominierte live auf. Auch die Band Pulp beteiligte sich an dem Konzertprogramm und spielte einen Titel aus dem nominierten War-Child-Projekt.

Für Raye ist es der erste Sieg beim Mercury Prize

Für die britische Musikerin bedeutet die Auszeichnung einen weiteren Erfolg in ihrer bisherigen Karriere. Bereits 2023 hatte sie mit ihrem Debütalbum My 21st Century Blues auf der Nominierungsliste des Mercury Prize gestanden.

Damals gewann allerdings das britische Jazzkollektiv Ezra Collective mit dem Album Where I’m Meant To Be. Drei Jahre später erhielt Raye nun erstmals selbst die Auszeichnung.

Auch bei den BRIT Awards hatte die Musikerin zuvor große Erfolge gefeiert. Bei der Preisverleihung am 2. März 2024 gewann sie sechs Auszeichnungen bei sieben Nominierungen.

Damit stellte sie einen Rekord für die meisten BRIT Awards auf, die ein einzelner Künstler an einem Abend gewonnen hat. Unter anderem wurde damals ihr Debüt My 21st Century Blues als Album des Jahres ausgezeichnet.

Dieser Erfolg unterscheidet sich vom aktuellen Mercury Prize: Während die BRIT Awards zahlreiche Kategorien umfassen, konzentriert sich der Mercury Prize auf die künstlerische Gesamtleistung eines Albums.

Für Raye kommt nun erstmals auch diese Auszeichnung hinzu. Dass ihr zweites Album zugleich die britischen Charts anführte und von der unabhängigen Jury ausgewählt wurde, verbindet kommerziellen Erfolg mit einer weiteren Anerkennung innerhalb der Musikbranche.

Mercury Prize wird seit 1992 verliehen

Der Mercury Prize wurde 1992 gegründet und zeichnet seitdem jährlich herausragende Albumveröffentlichungen britischer und irischer Künstler aus. Bei der ersten Verleihung gewann die schottische Band Primal Scream mit Screamadelica.

Im Gegensatz zu klassischen Musikpreisen mit mehreren Genre-Kategorien gibt es beim Mercury Prize nur einen Gesamtsieger. Die zwölf nominierten Alben werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt, deren Mitglieder unter anderem aus Musikjournalismus, Rundfunk und der Musikbranche stammen.

Für den Wettbewerb 2026 waren Alben zugelassen, die zwischen dem 30. August 2025 und dem 17. Juli 2026 erschienen waren.

Zu den Gewinnern der vergangenen Jahre gehören Little Simz, Ezra Collective und English Teacher. Im Jahr 2025 wurde Sam Fender für sein Album People Watching ausgezeichnet. Auch diese Preisverleihung fand bereits in Newcastle statt.

Der Wettbewerb soll musikalische Leistungen unabhängig vom kommerziellen Erfolg würdigen und Veröffentlichungen aus verschiedenen Stilrichtungen eine größere Öffentlichkeit verschaffen.

Mercury Prize 2026 setzt auf die Bedeutung des Albums

Der diesjährige Mercury Prize fiel erneut mit einem umfangreichen musikalischen Rahmenprogramm zusammen. Vom 15. bis zum 22. Oktober fanden in Newcastle mehr als 30 Veranstaltungen statt, darunter Konzerte, Gesprächsrunden, Workshops und Präsentationen.

Mit der Entscheidung für Raye zeichnete die Jury ein Werk aus, das bewusst verschiedene musikalische Traditionen zusammenführt. Ihr Album steht dabei für eine Form der Popmusik, die nicht ausschließlich auf einzelne erfolgreiche Singles ausgerichtet ist.

Der Erfolg beim Mercury Prize 2026 erweitert Rayes bisherige Auszeichnungen um einen wichtigen britischen Musikpreis. Zugleich rückt er ihr zweites Studioalbum erneut in den Mittelpunkt, nachdem es bereits im Frühjahr die britischen Verkaufscharts angeführt hatte.

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