Nach langer Ungewissheit: Volkeningheim hat eine Zukunft

Das Volkeningheim Münster soll erhalten bleiben. Geplant sind Sanierung und Teilneubau. Der Wohnheimbetrieb muss dafür unterbrochen werden.
Das Volkeningheim am Kreuztor in Münster. Foto: Evangelischer Kirchenkreis Münster

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Münster. Das Volkeningheim am Kreuztor soll langfristig erhalten bleiben. Nach mehreren Jahren der Unsicherheit hat die Evangelische Kirche von Westfalen einen Partner für die Weiterentwicklung des traditionsreichen Studierendenwohnheims gefunden. Vorgesehen sind eine Sanierung und ein Teilneubau. Allerdings müssen sich die Bewohner auf Veränderungen einstellen: Für die Bauarbeiten soll der bisherige Wohnheimbetrieb eingestellt werden.

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Sanierung und Teilneubau für das Volkeningheim geplant

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) hat eine langfristige Perspektive für das Volkeningheim Münster vorgestellt. Gemeinsam mit einem bereits gewonnenen Realisierungspartner soll in den kommenden Jahren ein Konzept entstehen, das bezahlbaren Wohnraum für Studierende und Auszubildende sichert. Gleichzeitig soll der historische Charakter des Gebäudes am Breul erhalten bleiben. Nach Angaben der Landeskirche ist keine grundlegende Neugestaltung des Standorts vorgesehen. Vielmehr sollen die Geschichte, die architektonische Identität und die besondere Bedeutung des Hauses in die weiteren Planungen einfließen.

Die Theologische Vizepräsidentin der EKvW, Susanne Falcke, betont die Bedeutung des Wohnheims: „Das Volkeningheim ist weit mehr als ein Gebäude. Es ist für viele Generationen junger Menschen ein Ort des Wohnens, der Gemeinschaft und der persönlichen Entwicklung gewesen.“ Wie umfangreich die geplanten Arbeiten ausfallen, steht noch nicht fest. Auch zur Gestaltung, zur Finanzierung und zum möglichen Baubeginn gibt es bislang keine konkreten Angaben. Der bereits gefundene Projektpartner wurde noch nicht namentlich vorgestellt.

Wohnheimbetrieb muss für die Bauarbeiten eingestellt werden

Trotz der langfristigen Perspektive steht den Bewohnern zunächst eine Übergangsphase bevor. Für die Umsetzung der Bauarbeiten soll der laufende Wohnheimbetrieb nach Ablauf einer noch nicht näher bestimmten Frist eingestellt werden. Wann die Studierenden ausziehen müssen und wie lange die Unterbrechung dauern wird, ist bislang offen. Die Landeskirche kündigt an, die Bewohner während dieses Prozesses nach Kräften zu unterstützen. Sigrid Beer, Mitglied der Kirchenleitung, steht für Fragen zum Übergang als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

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Unklar bleibt außerdem, wie viele Wohnplätze nach Abschluss der Arbeiten zur Verfügung stehen und welche Mieten künftig verlangt werden sollen. Gerade angesichts des angespannten Wohnungsmarktes in Münster dürften diese Fragen für viele Studierende von besonderer Bedeutung sein.

Zukunft des Studierendenwohnheims war lange ungewiss

Der neuen Perspektive ging eine jahrelange Unsicherheit über die Zukunft des Volkeningheims voraus. Bereits 2023 hatte die Evangelische Kirche angesichts finanzieller Schwierigkeiten eine Schließung in Aussicht gestellt. Dagegen regte sich Widerstand von Bewohnern und Unterstützern, die sich für den Fortbestand des Hauses einsetzten. Im Jahr 2024 wurden schließlich neue Möglichkeiten für den Erhalt und eine Erweiterung des Standorts diskutiert. Dabei spielte die Suche nach einem geeigneten Investor beziehungsweise Projektpartner eine zentrale Rolle.

Das Volkeningheim gehört seit Jahrzehnten zum studentischen Leben in Münster. Besonders das gemeinschaftliche Wohnen und die Beteiligung der Bewohner an der Organisation prägen die Einrichtung. Mit der geplanten Weiterentwicklung soll diese Tradition auch künftig erhalten bleiben.

SPD Münster begrüßt Entscheidung zum Erhalt

Auch die SPD-Ratsfraktion Münster reagiert erleichtert auf die angekündigte Zukunftsperspektive. Die wohnungspolitische Sprecherin Lia Kirsch verweist auf die angespannte Situation auf dem studentischen Wohnungsmarkt: „Bezahlbarer Wohnraum, besonders für Studierende, ist in Münster sehr knapp.“ Die SPD habe sich deshalb in zahlreichen Gesprächen für den Erhalt des Volkeningheims eingesetzt. Auch Ulrike Heidecke aus der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Mitte begrüßt die Lösung und würdigt das Engagement der Studierendenvertretung, die sich über längere Zeit für die Zukunft des Hauses starkgemacht habe.

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