
Der FC Bayern München muss vorerst ohne Cheftrainer Vincent Kompany auskommen. Der 40-jährige Belgier ist am Freitag, 23. Oktober 2026, während einer Trainingseinheit der zweiten Mannschaft zusammengebrochen. Das bestätigte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Abend auf seiner offiziellen Internetseite. Kompany befindet sich im Krankenhaus, wo er umfassend untersucht wird und zunächst unter medizinischer Betreuung bleibt. Seine Aufgaben übernimmt bis auf Weiteres das Trainerteam. Bereits in den vergangenen Tagen hatte der Bayern-Coach wegen einer Virusinfektion und körperlicher Beschwerden kürzertreten müssen. Die Ursache des Zusammenbruchs ist bislang nicht bekannt.
Der Vorfall ereignete sich am Freitag auf dem Trainingsgelände des FC Bayern an der Säbener Straße in München. Nach Angaben des Vereins hatte Kompany eine Einheit der zweiten Mannschaft beobachtet, als er zusammenbrach. Der Cheftrainer nahm demnach nicht selbst als Übungsleiter an diesem Training teil, sondern verfolgte die Arbeit der Amateure.
Zunächst hatten die Bild-Zeitung und Sky Sport über einen medizinischen Notfalleinsatz berichtet. Nach Informationen von Sky wurde Kompany mit einem Krankenwagen in ein Münchner Krankenhaus gebracht. Auf dem Vereinsgelände soll zuvor außerdem ein Rettungshubschrauber gelandet sein. Zum konkreten Transportmittel machte der FC Bayern in seiner offiziellen Mitteilung keine Angaben.
Eine genaue Uhrzeit des Zusammenbruchs nannte der Verein nicht. Ebenso wenig veröffentlichte er nähere Angaben zur unmittelbaren medizinischen Versorgung am Trainingsgelände.
Um 18.15 Uhr informierte der FC Bayern auf seiner Internetseite über den Vorfall. Dabei bestätigte der Klub ausdrücklich den Zusammenbruch und erklärte, dass Kompany im Krankenhaus eingehend untersucht werde. Weitere Einzelheiten zu den medizinischen Befunden enthielt die Mitteilung nicht.
In der Stellungnahme machte der Verein deutlich, dass Kompany zunächst nicht für seine regulären Aufgaben zur Verfügung steht. Die Münchner kündigten an, dass der Trainer unter medizinischer Obhut bleibe und der Trainingsbetrieb sowie die Betreuung der Mannschaft bei Spielen vorläufig durch seine Assistenten geregelt würden.
Zum aktuellen Gesundheitszustand veröffentlichte der Klub allerdings keine detaillierten Informationen. Insbesondere äußerte sich der FC Bayern nicht zu einer Diagnose oder zu den Ursachen des Vorfalls.
Nach Informationen von Sky Sport und des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) soll sich Kompany in einem stabilen Zustand befinden. Das RND berichtete am Freitagabend ausdrücklich unter Berufung auf eigene Informationen darüber. Eine entsprechende medizinische Einschätzung des Vereins lag zunächst nicht vor.
Auch zur voraussichtlichen Dauer der Behandlung und zum Zeitpunkt einer möglichen Rückkehr äußerten sich die Bayern nicht. Die Entscheidung über die nächsten Schritte hängt damit zunächst von seiner gesundheitlichen Entwicklung und der medizinischen Betreuung ab.
Schon vor dem Zwischenfall hatte Vincent Kompany gesundheitliche Probleme. Beim Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag, 17. Oktober, war der Trainer erkennbar eingeschränkt. Er hielt sich während der Partie überwiegend auf der Trainerbank auf, während seine Assistenten einen größeren Teil der Anweisungen an die Mannschaft übernahmen.
Sportvorstand Max Eberl erklärte nach dem Spiel gegenüber Sky Sport, dass Kompany in der betreffenden Woche einen Infekt gehabt habe und zusätzlich eine Sportverletzung an der Hüfte vorliege. Sportdirektor Christoph Freund hatte während der Begegnung ebenfalls bestätigt, dass der Trainer angeschlagen sei.
Der FC Bayern hielt anschließend auf seiner offiziellen Internetseite fest, dass Kompany wegen des Infekts seine Arbeit an der Seitenlinie reduzieren musste. Die Co-Trainer Aaron Danks und René Marić hatten deshalb beim Spiel gegen Leipzig zusätzliche Aufgaben übernommen.
Auch die Vorbereitung auf das Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal am Mittwoch, 21. Oktober, verlief ohne die gewohnte Beteiligung des Cheftrainers. Kompany fehlte bei Trainingseinheiten und ließ die Pressekonferenz am Dienstag aus. Dort vertrat ihn Aaron Danks.
Der Assistent erklärte damals, Kompany leide an einer Virusinfektion und müsse sich auf Empfehlung der medizinischen Abteilung schonen. Die weitere Entwicklung werde beobachtet.
Beim anschließenden Champions-League-Spiel gegen Arsenal stand Kompany wieder an der Seitenlinie. Nach dem 2:2 sprach er selbst über seine Erkrankung. Er berichtete von einem heftigen Virus in der vorherigen Woche und räumte ein, zunächst nicht ausreichend auf die Signale seines Körpers gehört zu haben.
Zugleich erklärte er am Mittwoch, dass er sich inzwischen besser fühle. Zwei Tage später kam es zu dem Zusammenbruch am Trainingsgelände. Ob zwischen der vorausgegangenen Infektion, den Hüftbeschwerden und dem Vorfall am Freitag ein medizinischer Zusammenhang besteht, blieb zunächst offen.
Mit einer persönlichen Stellungnahme reagierte Sportvorstand Max Eberl am Freitagabend auf die Situation. Der 53-Jährige machte deutlich, dass die Genesung des Cheftrainers Vorrang vor den sportlichen Aufgaben habe.
„Die Gesundheit von Vincent Kompany hat für uns höchste Priorität“, erklärte Eberl in der offiziellen Vereinsmitteilung.
Der Sportvorstand sicherte Kompany die notwendige medizinische Unterstützung zu und betonte, dass ihm ausreichend Zeit für seine Erholung eingeräumt werde. Gleichzeitig sprach er dem bestehenden Trainerteam ausdrücklich sein Vertrauen aus.
Damit legte sich die sportliche Führung zunächst nicht auf einen Zeitpunkt für Kompanys Rückkehr fest. Die vorübergehende Neuverteilung der Aufgaben ist bereits beschlossen, während über die weitere gesundheitliche Entwicklung keine konkreten Prognosen veröffentlicht wurden.
Zusätzliche öffentliche Stellungnahmen von Sportdirektor Christoph Freund oder Vorstandschef Jan-Christian Dreesen zu dem Vorfall vom Freitag lagen zunächst nicht vor.
Für die vorübergehende Betreuung der Mannschaft kann der FC Bayern auf ein eingespieltes Trainerteam zurückgreifen. Zu Kompanys Assistenten gehören Aaron Danks, René Marić und Floribert Ngalula. Außerdem arbeitet Michael Rechner als Torwarttrainer im Trainerstab.
Die Münchner hatten die Verträge dieser vier Mitarbeiter im Dezember 2025 bis zum 30. Juni 2029 verlängert. Kompany selbst hatte seine Zusammenarbeit mit dem Verein bereits zuvor ebenfalls bis 2029 ausgedehnt.
Danks und Marić waren schon beim Bundesligaspiel gegen Leipzig verstärkt für die unmittelbaren Anweisungen an die Mannschaft verantwortlich. Auch in der Vorbereitung auf das Arsenal-Spiel übernahm Danks Aufgaben des erkrankten Cheftrainers.
Diese Erfahrung dürfte die organisatorische Vertretung erleichtern. Eine ausdrückliche Festlegung, welcher Assistent beim kommenden Bundesligaspiel die führende Rolle an der Seitenlinie übernehmen wird, enthielt die Mitteilung vom Freitag jedoch nicht.
Der Verein sprach lediglich von einer gemeinsamen Übernahme des Trainings- und Spielbetriebs durch Kompanys Trainerteam. Eine externe Übergangslösung oder die Verpflichtung eines anderen Trainers kündigte der FC Bayern nicht an.
Bereits am Sonntag, 25. Oktober 2026, steht für die Münchner das nächste Pflichtspiel auf dem Programm. Am siebten Spieltag der Fußball-Bundesliga tritt der FC Bayern auswärts beim SC Freiburg an. Die Begegnung im Europa-Park Stadion beginnt um 17.30 Uhr.
Die Mannschaft reist als Tabellenführer nach Freiburg und will ihre Spitzenposition verteidigen. Der Sport-Club gehört zu den Mannschaften in der oberen Tabellenregion. Damit wartet unmittelbar nach dem medizinischen Zwischenfall eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe auf den Rekordmeister.
Ob Kompany persönlich nach Freiburg reisen kann, war am Freitagabend nicht geklärt. Die bisherige Ankündigung des Vereins sieht vor, dass sein Trainerteam die sportlichen Aufgaben vorerst übernimmt.
Für Samstag, 24. Oktober, um 10 Uhr hatte der FC Bayern bereits einen Pressetalk vor dem Freiburg-Spiel angekündigt. Dort sollen Vereinsverantwortliche über die bevorstehende Begegnung sprechen.
Nach dem Bundesliga-Auftritt in Freiburg folgen für die Münchner weitere Pflichtspiele. Am Mittwoch, 28. Oktober, steht die zweite Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Magdeburg an. Am Samstag, 31. Oktober, folgt das Bundesligaduell mit Borussia Dortmund. Eine Prognose, ob Kompany bei diesen Begegnungen wieder zur Verfügung stehen wird, gab der Klub nicht ab.
Damit ist die unmittelbare sportliche Organisation zunächst geregelt. Vincent Kompany bleibt vorerst in medizinischer Betreuung, während seine Assistenten die Mannschaft auf die kommenden Aufgaben vorbereiten. Wann der 40-Jährige seine Tätigkeit als Cheftrainer wieder persönlich aufnehmen kann, ist weiterhin offen.
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