
Fast zehn Jahre nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz greift die ARD die Vorgeschichte in einer sechsteiligen Serie auf. „Breitscheidplatz 19/12“ startet am Freitag, 30. Oktober 2026, in der ARD Mediathek. Alle sechs Folgen werden gleichzeitig veröffentlicht. Die Ausstrahlung im Ersten folgt an zwei Abenden im November. Im Mittelpunkt stehen die Arbeit der Sicherheitsbehörden und die Frage, welche Bedeutung Warnhinweise und Ermittlungen vor dem Anschlag hatten.
Die Handlung beginnt im Jahr 2015. Der Staatsschützer Frank Laudin, gespielt von Albrecht Schuch, untersucht islamistische Netzwerke und setzt den Informanten Murat Cem ein. Dieser wird von Tamer Trasoglu verkörpert. Gemeinsam mit der jungen Polizeibeamtin Isra Al-Husseini, dargestellt von Bayan Layla, versucht Laudin, Informationen über mögliche Anschlagspläne zu gewinnen.
Die Ermittlungen führen in ein Umfeld, in dem auch der spätere Attentäter Anis Amri auftaucht. Ihn spielt Wael Alkhatib. Weitere Rollen übernehmen Hanno Koffler als BKA-Ermittler, Jeanne Goursaud und Bernd Hölscher. Die Serie verbindet historische Ereignisse mit erfundenen Figuren und Handlungssträngen. Sie ist damit keine dokumentarische Rekonstruktion einzelner tatsächlicher Ermittlungen.
Die sechsteilige Miniserie umfasst jeweils ungefähr 45 Minuten. Während sämtliche Episoden ab dem 30. Oktober in der ARD Mediathek abrufbar sein sollen, verteilt Das Erste die Fernsehpremiere auf zwei Termine. Am Sonntag, 1. November 2026, laufen die ersten beiden Folgen ab 21.45 Uhr. Die Folgen drei bis sechs folgen am Freitag, 6. November, ab 23.55 Uhr.
Bereits vor dem deutschen Streamingstart wurde die Produktion international vorgestellt. Unter dem Titel „Blindspot Berlin“ feierte sie am 13. September 2026 beim Toronto International Film Festival ihre Weltpremiere. Die Deutschlandpremiere fand am 26. September beim FilmFest Hamburg statt. Dort erhielten die Produzenten Simon Amberger, Rafael Parente und Korbinian Dufter den Hamburg Producers Award in der Kategorie Deutsche Serien.
Regie führte David Nawrath, der gemeinsam mit David Marian am Drehbuch arbeitete. Produziert wurde die Serie von NEUESUPER in Koproduktion mit ARD Degeto Film, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, dem Norddeutschen Rundfunk und dem Hessischen Rundfunk. Gedreht wurde in Berlin und Wien.
Bei der Entwicklung wurde auch die Perspektive der vom Anschlag betroffenen Menschen berücksichtigt. Produzent Simon Amberger erklärte in einem offiziellen ARD-Statement, dass das Team über mehrere Jahre mit Ermittlern, juristischen Fachleuten und Betroffenen gesprochen habe. Ziel sei eine sorgfältige Annäherung an die weiterhin offenen Fragen gewesen, ohne ungeklärte Vorgänge als Tatsachen darzustellen.
Vor der Veröffentlichung gab es außerdem eine Vorführung für Betroffene und Hinterbliebene beim NDR. Der Verein VoT Germany äußerte sich anschließend positiv über den Umgang der Produktion mit dem Thema. ARD-Degeto-Geschäftsführer Christoph Pellander betonte, dass die Serie nicht vorrangig den Anschlag selbst darstellen, sondern die Entwicklungen und möglichen Versäumnisse davor beleuchten solle.
Am 19. Dezember 2016 steuerte der islamistische Attentäter Anis Amri einen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. Zwölf Menschen wurden bei dem Anschlag und der vorausgegangenen Ermordung des Lastwagenfahrers getötet. Ein weiterer Mensch starb 2021 an den Folgen seiner Verletzungen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die Aufarbeitung der Vorgänge beschäftigte unter anderem einen Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages. Die Frage, ob der Anschlag hätte verhindert werden können, bildet auch den zentralen Ausgangspunkt der neuen ARD-Serie.
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