Infineon baut Chipfertigung in Villach für 1,1 Milliarden Euro aus

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon will rund 1,1 Milliarden Euro in seinen österreichischen Standort Villach investieren. Dort soll eine neuartige Großserienfertigung für besonders energieeffiziente Chips entstehen. Der Produktionsbeginn ist für Ende 2027 vorgesehen. Das Projekt wird mit staatlichen Fördermitteln unterstützt und soll die europäische Halbleiterindustrie stärken.

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Infineon plant Milliardeninvestition bis 2034

Infineon hat am Dienstag, 27. Oktober 2026, umfangreiche Investitionen in sein Werk im österreichischen Villach angekündigt. Bis 2034 sollen rund 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau der vorhandenen Fertigungskapazitäten fließen.

Im Mittelpunkt steht die geplante Großserienproduktion von Leistungshalbleitern aus Galliumnitrid, kurz GaN. Nach Angaben des Unternehmens wäre es die weltweit erste Hochvolumenfertigung dieser Technologie auf Wafern mit einem Durchmesser von 300 Millimetern.

Für das Vorhaben will Infineon bereits bestehende Reinraumflächen nutzen und die technische Infrastruktur entsprechend modernisieren. Die Produktion soll Ende 2027 beginnen. Anschließend will das Unternehmen die Kapazitäten abhängig von der tatsächlichen Marktnachfrage erweitern.

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Neue Halbleiter sollen KI-Rechenzentren effizienter machen

Die geplante Fertigung richtet sich insbesondere an Märkte, in denen leistungsfähige und stromsparende elektronische Bauteile benötigt werden.

Galliumnitrid gilt als wichtige Alternative zu herkömmlichen Silizium-Halbleitern. Das Material ermöglicht besonders schnelle Schaltvorgänge und kann dadurch Energieverluste bei der Umwandlung von elektrischem Strom reduzieren.

Entsprechende Chips kommen unter anderem für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren, in der Energieinfrastruktur, in Elektrofahrzeugen, in der Robotik sowie in elektronischen Alltagsgeräten infrage.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Fertigungstechnik. Auf einem Wafer mit 300 Millimetern Durchmesser lassen sich nach Angaben von Infineon etwa 2,3-mal so viele Chips herstellen wie auf einem Wafer mit 200 Millimetern Durchmesser.

Die größere Fläche ermöglicht damit eine höhere Produktionsmenge je Wafer. Ob und in welchem Umfang sich daraus geringere Produktionskosten ergeben, hängt allerdings auch von den späteren Fertigungsbedingungen ab.

Österreichische Förderung von 319 Millionen Euro vorgesehen

Für das Milliardenprojekt sind staatliche Fördermittel in Höhe von bis zu 319 Millionen Euro vorgesehen.

Die Europäische Kommission hat die entsprechende Beihilfe nach Angaben von Infineon im Rahmen des europäischen Chips Acts genehmigt. Die formelle Förderzusage des österreichischen Wirtschaftsministeriums steht noch aus.

Der europäische Chips Act soll Investitionen in die Halbleiterindustrie erleichtern und die technologischen Kapazitäten innerhalb Europas stärken.

Die Investition in Villach fügt sich damit in die Bemühungen ein, wichtige Halbleitertechnologien verstärkt innerhalb Europas zu entwickeln und industriell zu fertigen.

Villach ist bereits ein wichtiger Standort für Infineon

Infineon verfügt in Villach bereits über umfangreiche Produktionsanlagen und Forschungskapazitäten für Leistungselektronik.

Im Jahr 2021 eröffnete der Konzern dort eine neue Chipfabrik, in die rund 1,6 Milliarden Euro investiert worden waren. Mit der jetzt angekündigten Erweiterung soll die nächste Entwicklungsstufe der Fertigung folgen.

Bereits 2024 war es Infineon gelungen, Galliumnitrid-Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern herzustellen. Die neue Investition soll diese Technologie für die industrielle Großserienproduktion nutzbar machen.

Nach Unternehmensangaben beschäftigte Infineon Austria Ende September 2025 rund 5.800 Menschen, davon etwa 4.800 in Villach.

Wie viele zusätzliche Arbeitsplätze durch das neue Investitionsprojekt entstehen könnten, gab Infineon zunächst nicht bekannt.

Milliardenprojekt stärkt Europas Halbleiterambitionen

Die Entscheidung für Villach fällt in eine Phase, in der leistungsfähige Chips für die Stromversorgung großer Rechenzentren zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Insbesondere der Ausbau künstlicher Intelligenz erhöht die Anforderungen an die Energieversorgung und Kühlung moderner Recheninfrastruktur. Effizientere Leistungshalbleiter können dazu beitragen, die bei der Stromumwandlung entstehenden Verluste zu reduzieren.

Mit der neuen Fertigung will Infineon seine Position in diesem Technologiebereich ausbauen. Zugleich erhält Österreich ein weiteres großes Investitionsprojekt in der Halbleiterindustrie.

Ob der Produktionsstart Ende 2027 und der weitere Kapazitätsausbau wie geplant umgesetzt werden können, hängt von der Realisierung des Projekts und der Entwicklung der Nachfrage ab.

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