
Tierseuchen stellen landwirtschaftliche Betriebe und Veterinärbehörden in Brandenburg vor große Herausforderungen. Die neue rbb24 Reportage „Alarm im Stall. Tierseuchen in Brandenburg“ begleitet Menschen, die täglich für die Gesundheit von Nutztieren verantwortlich sind. Der Film wird am heutigen Dienstag, 27. Oktober 2026, um 20:15 Uhr erstmals im rbb Fernsehen ausgestrahlt. Im Mittelpunkt stehen der Alltag eines Landtierarztes, die Arbeit einer Veterinärbehörde und die wirtschaftlichen Folgen von Tierkrankheiten.
Die 30-minütige Reportage von Sybille Seitz führt in den Landkreis Elbe-Elster im Süden Brandenburgs. Dort begleitet das Filmteam den erfahrenen Landtierarzt Michael bei seiner täglichen Arbeit.
Gemeinsam mit der Tiermedizinstudentin Hanna besucht er unterschiedliche Tierhaltungsbetriebe. Die beiden sind unter anderem in Milchviehbetrieben, Schweineställen und bei Pferdehaltern unterwegs. Sie untersuchen Kühe, behandeln verletzte Tiere und beschäftigen sich mit Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten.
Dabei geht es nicht ausschließlich um akute Erkrankungen. Einen wesentlichen Teil der tierärztlichen Arbeit machen Vorsorgeuntersuchungen, Hygieneregeln und der Schutz ganzer Tierbestände aus.
Die Reportage zeigt damit einen Beruf, dessen Bedeutung weit über die Behandlung einzelner Tiere hinausgeht. Tierärzte tragen dazu bei, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und eine mögliche Ausbreitung innerhalb landwirtschaftlicher Betriebe zu verhindern.
Zu den Tierseuchen, die in der Reportage behandelt werden, gehört die Afrikanische Schweinepest. Die Viruserkrankung betrifft Haus- und Wildschweine und kann für infizierte Tiere tödlich verlaufen.
Brandenburg gehört seit Jahren zu den Bundesländern, die mit der Krankheit besonders intensiv zu tun haben. Die Nähe zur polnischen Grenze spielt bei der Überwachung und Bekämpfung des Erregers eine wichtige Rolle.
Nach Angaben des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums wurden im Jahr 2026 bis zum 22. Oktober insgesamt 47 Fälle Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen bestätigt. Davon entfielen 46 auf den Landkreis Uckermark und ein Fall auf den Landkreis Barnim.
Insgesamt registrierten die Behörden in Brandenburg seit Beginn des Seuchengeschehens 3.502 bestätigte Fälle bei Wildschweinen.
Für Schweinehalter hat die Krankheit erhebliche Bedeutung. Neben dem gesundheitlichen Risiko für die Tiere können behördliche Schutzmaßnahmen, Einschränkungen beim Transport und wirtschaftliche Verluste entstehen.
Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich. Für die Schweinehaltung bleibt sie jedoch eine ernsthafte Bedrohung.
Neben der Schweinepest thematisiert die rbb24 Reportage die Blauzungenkrankheit und das West-Nil-Virus.
Die Blauzungenkrankheit betrifft insbesondere Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen. Übertragen wird der Erreger vor allem durch kleine blutsaugende Mücken, sogenannte Gnitzen.
Nach Informationen des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums sind Deutschland und seine Nachbarländer vom Serotyp BTV-3 betroffen. Zusätzlich wurden in mehreren deutschen Bundesländern Infektionen mit dem Serotyp BTV-8 festgestellt.
Bei erkrankten Tieren können unter anderem Fieber, Schleimhautveränderungen, Lahmheiten und ein Rückgang der Milchleistung auftreten. Besonders bei Schafen sind schwere Krankheitsverläufe möglich.
Als wichtige Schutzmaßnahme nennt das Ministerium die Impfung gegen den jeweiligen Virustyp.
Das ebenfalls im Film behandelte West-Nil-Virus betrifft vor allem Vögel und kann durch Stechmücken übertragen werden. Auch Pferde und Menschen können sich infizieren. Für Tierärzte gehört deshalb die Beobachtung entsprechender Krankheitszeichen zu den Aufgaben, die über die klassische Nutztiermedizin hinausreichen.
Wie weitreichend die Folgen einer Tierseuche sein können, zeigt die Entwicklung der Geflügelpest in Brandenburg.
Im März 2026 wurde nach Angaben des Landesministeriums in einem Putenmastbetrieb im Landkreis Elbe-Elster ein Ausbruch amtlich festgestellt. Der Betrieb hielt rund 4.800 Tiere.
Es handelte sich um den 20. bestätigten Ausbruch in einem Nutzgeflügelbestand Brandenburgs seit Herbst 2025.
Solche Fälle verdeutlichen die Bedeutung behördlicher Überwachung. Bei einem Ausbruch müssen Maßnahmen getroffen werden, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Für betroffene Betriebe können daraus erhebliche Belastungen entstehen.
Ein weiterer einschneidender Tierseuchenfall ereignete sich bereits im Januar 2025. Damals wurde im Landkreis Märkisch-Oderland die Maul- und Klauenseuche in einem Wasserbüffelbestand festgestellt.
Die Behörden ordneten Schutzmaßnahmen und zeitweise Transportbeschränkungen an. Deutschland erhielt am 14. April 2025 seinen international anerkannten Status als frei von Maul- und Klauenseuche ohne Impfung zurück.
Der Fall zeigte, dass auch ein räumlich begrenztes Seuchengeschehen Konsequenzen für landwirtschaftliche Betriebe und den Handel mit tierischen Erzeugnissen haben kann.
Neben der praktischen Arbeit des Landtierarztes begleitet die Reportage auch das Veterinäramt des Landkreises Elbe-Elster.
Dessen Leiterin Mareike Wohlert ist mit ihrem Team für Tiergesundheit, Seuchenschutz und Tierschutz zuständig.
Der Film zeigt einen Einsatz von Amtstierärztinnen, die gemeinsam mit der Polizei eine Tierhaltung kontrollieren. Im Rahmen dieses Einsatzes werden drei Katzen und ein Hund aus einer Wohnung geholt, in der trotz eines bestehenden Tierhaltungsverbots erneut Tiere gehalten werden.
Damit beleuchtet die Reportage einen weiteren Aufgabenbereich der Veterinärbehörden, der über die Bekämpfung ansteckender Tierkrankheiten hinausgeht.
Amtstierärzte müssen nicht nur Tierbestände kontrollieren und Schutzmaßnahmen überwachen. Sie sind auch für die Durchsetzung tierschutzrechtlicher Vorgaben verantwortlich.
Dabei können belastende Situationen entstehen. Der Film beschäftigt sich mit Anfeindungen, aggressivem Verhalten und den Risiken, denen Beschäftigte bei amtlichen Kontrollen ausgesetzt sein können.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sendung ist die Zukunft der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum.
Die Tiermedizinstudentin Hanna möchte später selbst Nutztiere behandeln. Sie begleitet den Landtierarzt Michael bei seinen Einsätzen und erhält Einblicke in die Anforderungen des Berufs.
Die Arbeit in der Nutztiermedizin unterscheidet sich deutlich von der Tätigkeit in einer klassischen Kleintierpraxis. Behandlungen finden häufig direkt in landwirtschaftlichen Betrieben statt. Hinzu kommen Aufgaben bei der Seuchenvorsorge und Fragen rund um die Gesundheit größerer Tierbestände.
Die Reportage beschäftigt sich deshalb auch damit, wie junge Menschen für die landwirtschaftliche Tiermedizin gewonnen werden können.
Denn eine funktionierende tierärztliche Versorgung ist für Nutztierhalter von grundlegender Bedeutung. Erkrankte Tiere benötigen schnelle Hilfe, während mögliche Infektionskrankheiten rechtzeitig erkannt und eingegrenzt werden müssen.
„Alarm im Stall. Tierseuchen in Brandenburg“ läuft am Dienstag, 27. Oktober 2026, von 20:15 bis 20:45 Uhr im rbb Fernsehen. Es handelt sich um die Erstausstrahlung der Reportage.
Anschließend setzt der Sender sein Abendprogramm um 20:45 Uhr mit „rbb24 Der Talk“ fort.
Die Tierseuchen-Reportage steht außerdem in der ARD Mediathek zur Verfügung. Dort wird eine Laufzeit von 29 Minuten angegeben. Nach den veröffentlichten Angaben ist das Video bis zum 27. Oktober 2028 um 23:59 Uhr abrufbar.
Der Film verbindet Einblicke in landwirtschaftliche Betriebe mit der Arbeit staatlicher Veterinärbehörden. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die Tiere versorgen, Infektionskrankheiten vorbeugen und gleichzeitig mit den wirtschaftlichen und beruflichen Herausforderungen der Tierhaltung umgehen müssen.
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