
Der Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Umsatz erzielt und seine Erwartungen für das Gesamtjahr erneut erhöht. Vor allem höhere Verkaufspreise und ein leicht gestiegener Absatz sorgten für Wachstum. Das bereinigte operative Ergebnis übertraf die Erwartungen der Analysten. Gleichzeitig belasteten Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen das Geschäft. Das ausgewiesene Betriebsergebnis fiel deshalb negativ aus.
BASF hat seine Jahresprognose 2026 zum zweiten Mal angehoben. Wie der Ludwigshafener Chemiekonzern am Mittwoch, 28. Oktober, mitteilte, erwartet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr nun ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie vor Sondereinflüssen (EBITDA) zwischen 7,4 und 7,8 Milliarden Euro.
Bisher hatte BASF mit 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro gerechnet. Damit wurde die Untergrenze der Prognose um 500 Millionen Euro und die Obergrenze um 100 Millionen Euro angehoben.
Bereits im Juli hatte der Konzern seine ursprünglichen Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Hintergrund der erneuten Anpassung ist nach Unternehmensangaben die Entwicklung der Kerngeschäfte in den ersten neun Monaten.
Vorstandschef Markus Kamieth erklärte, die Ergebnisse seit Jahresbeginn gäben dem Management zusätzliche Zuversicht für den weiteren Jahresverlauf.
Die neue Prognose betrifft ausdrücklich das EBITDA vor Sondereinflüssen. Sie ist damit nicht mit einer entsprechenden Prognose für den Nettogewinn gleichzusetzen.
Im dritten Quartal erwirtschaftete BASF einen Umsatz von rund 16,4 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 14,3 Milliarden Euro gewesen. Das entspricht einem Wachstum von 14 Prozent.
Entscheidend waren vor allem höhere Verkaufspreise. Nach Angaben des Konzerns stiegen diese im Durchschnitt um 12 Prozent. Die verkauften Mengen erhöhten sich um 2 Prozent.
Besonders deutlich fielen die Preissteigerungen in den Geschäftsbereichen Chemicals, Materials, Surface Technologies und Industrial Solutions aus. Zusätzlich unterstützten positive Währungseffekte die Umsatzentwicklung, insbesondere beim US-Dollar und beim chinesischen Renminbi.
Auch beim operativen Ergebnis entwickelte sich BASF besser als zuvor erwartet. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 15 Prozent auf rund 1,64 Milliarden Euro.
Der von Vara Research zusammengestellte Analystenkonsens hatte zuvor bei rund 1,50 Milliarden Euro gelegen. Auch der Umsatz übertraf die durchschnittliche Schätzung von etwa 15,7 Milliarden Euro.
Allerdings entwickelten sich die einzelnen Geschäftsbereiche unterschiedlich. Während Chemicals, Nutrition & Care, Materials und Industrial Solutions höhere operative Ergebnisse erzielten, verzeichneten Agricultural Solutions und Surface Technologies Rückgänge.
Trotz des verbesserten bereinigten Ergebnisses zeigen die Quartalszahlen weiterhin erhebliche finanzielle Belastungen.
Das ausgewiesene Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im dritten Quartal bei minus 98 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte BASF noch ein positives EBIT von 232 Millionen Euro erzielt.
Ein wesentlicher Grund waren Sondereinflüsse von insgesamt minus 437 Millionen Euro. Dazu gehörten insbesondere Aufwendungen für die laufende Restrukturierung des Konzerns, vor allem am Standort Ludwigshafen. Hinzu kamen Belastungen aus einem Vergleich zur Beilegung eines Rechtsstreits im Bereich Care Chemicals.
Zusätzlich verbuchte BASF eine Wertberichtigung von 318 Millionen Euro im Unternehmensbereich Monomers. Die gesamten Abschreibungen stiegen dadurch auf rund 1,3 Milliarden Euro.
Unter dem Strich blieb der Konzern dennoch profitabel. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter lag bei 155 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es 172 Millionen Euro gewesen.
Der ausgewiesene Gewinn je Aktie sank leicht von 0,19 auf 0,18 Euro. Das um Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte Ergebnis je Aktie stieg dagegen von 0,52 auf 0,72 Euro.
Damit fällt die Bilanz des dritten Quartals unterschiedlich aus: Das laufende Geschäft entwickelte sich auf bereinigter Basis besser, während Umbaukosten und Wertberichtigungen das ausgewiesene Ergebnis belasteten.
Auch beim Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft zeigten sich Auswirkungen der höheren Kosten.
Der operative Cashflow erreichte im dritten Quartal rund 1,1 Milliarden Euro. Das waren 275 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum.
Insbesondere höhere Rohstoffpreise führten dazu, dass mehr Kapital in Vorräten gebunden war. BASF bezifferte diesen Effekt für das Quartal auf 507 Millionen Euro.
Der freie Cashflow, also die nach Investitionen verbleibenden Mittel, entwickelte sich dagegen positiv. Er stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 125 Millionen Euro auf 523 Millionen Euro.
An der bisherigen Prognose für den freien Cashflow im Gesamtjahr hält BASF fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen Wert zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro.
Die Ergebnisse verdeutlichen die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des internationalen Chemiegeschäfts. Während BASF in mehreren Bereichen höhere Verkaufspreise durchsetzen konnte, blieb die Nachfrageentwicklung uneinheitlich. Besonders im Geschäft mit Agrarlösungen gingen die Absatzmengen deutlich zurück.
Für seine Planung des Gesamtjahres hält BASF an den bisherigen wirtschaftlichen Annahmen fest. Dazu zählen ein weltweites Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent, ein Anstieg der globalen Industrieproduktion um 2,0 Prozent und ein Wachstum der Chemieproduktion von 1,8 Prozent. Dabei handelt es sich um Annahmen des Unternehmens, nicht um bereits eingetretene Entwicklungen.
Auch die erwarteten CO₂-Emissionen bleiben mit einer Bandbreite von 17,2 bis 18,2 Millionen Tonnen unverändert.
Die erneute Anhebung der Ergebnisprognose unterstreicht die verbesserte operative Entwicklung des Konzerns. Zugleich zeigen die hohen Sonderkosten und die Belastungen durch Rohstoffpreise, dass die wirtschaftliche Erholung nicht sämtliche Geschäftsbereiche gleichermaßen erreicht hat.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu