
Bei einem schweren Unfall am Bahnübergang in Schellerten im Landkreis Hildesheim ist am Mittwochvormittag, 28. Oktober 2026, eine 88 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Ihr Auto war nach bisherigen Polizeiangaben auf den Gleisen stehen geblieben. Als die Seniorin versuchte, den Wagen von den Schienen zu bewegen, wurde sie von einem Regionalexpress erfasst. Der Unfall führte zu einer mehrstündigen Unterbrechung des Bahnverkehrs zwischen Hildesheim und Braunschweig. Inzwischen ist die Strecke wieder freigegeben.
Der tödliche Zusammenstoß ereignete sich gegen 10 Uhr an einem beschrankten Bahnübergang in der niedersächsischen Gemeinde Schellerten, östlich von Hildesheim. Nach den bisherigen Angaben der Polizei war der Wagen der 88-Jährigen auf den Gleisen zum Stillstand gekommen.
Die Frau verließ offenbar ihr Fahrzeug und versuchte anschließend, es von den Schienen zu schieben. Währenddessen näherte sich ein Regionalexpress. Der Zug erfasste die Seniorin, die bei dem Zusammenstoß tödliche Verletzungen erlitt.
Nach Angaben der Feuerwehr wurde das Auto durch die Kollision noch etwa 50 Meter mitgeschleift. Die Rettungskräfte rückten mit mehreren Fahrzeugen zur Unfallstelle aus. Für die 88-Jährige kam jede Hilfe zu spät.
Warum das Fahrzeug auf dem Bahnübergang stehen blieb, war zunächst nicht geklärt. Auch zu den genauen Umständen unmittelbar vor dem Zusammenstoß gab es zunächst keine gesicherten Angaben. Ob die Schrankenanlage zum Zeitpunkt des Stillstands bereits geschlossen war, blieb ebenfalls offen.
Im beteiligten Regionalexpress befanden sich nach Angaben der Feuerwehr 58 Fahrgäste. Sie blieben bei dem Unfall unverletzt. Der Zug konnte später den Bahnhof Hoheneggelsen erreichen, wo die Reisenden ausstiegen.
Die Feuerwehr war mit insgesamt 36 Einsatzkräften vor Ort. Neben den unmittelbaren Maßnahmen an der Unfallstelle mussten die Beteiligten auch mit den psychischen Folgen des schweren Ereignisses umgehen.
Den Feuerwehrleuten wurde deshalb im Anschluss an den Einsatz eine psychosoziale Notfallversorgung im Feuerwehrhaus Bettmar angeboten. Solche Unterstützungsangebote sollen Einsatzkräften helfen, besonders belastende Ereignisse zu verarbeiten.
Zum Zustand des Zugpersonals und zu möglichen weiteren Betroffenen lagen zunächst keine gesicherten zusätzlichen Angaben vor. Die Auswirkungen auf die Fahrgäste beschränkten sich nach bisherigem Kenntnisstand auf die Unterbrechung ihrer Zugfahrt und die dadurch entstandenen Verzögerungen.
Der tödliche Unfall hatte erhebliche Folgen für den regionalen Bahnverkehr. Betroffen war die Linie RE50, die Hildesheim über Braunschweig mit Wolfsburg verbindet und vom Bahnunternehmen enno betrieben wird.
Nach dem Zusammenstoß wurde der Streckenabschnitt zwischen Hildesheim Hauptbahnhof und Woltwiesche zunächst in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Züge aus Richtung Wolfsburg konnten zeitweise nur bis Woltwiesche fahren. Dort mussten sie wenden und ihre Rückfahrt antreten.
Zwischen Hildesheim und Woltwiesche wurde ein Busnotverkehr organisiert. Das Bahnunternehmen warnte während der Sperrung vor erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Die Einschränkungen betrafen damit auch Reisende, deren Fahrt nicht unmittelbar am Unfallort begann oder endete.
Im weiteren Verlauf des Mittwochs gab enno die Wiederfreigabe der Strecke bekannt. Der Zugverkehr der RE50 wurde daraufhin schrittweise wieder aufgenommen. Allerdings konnten nach Unternehmensangaben auch nach der Freigabe noch einzelne Züge verspätet verkehren oder ausfallen.
Reisenden wurde empfohlen, vor Fahrtantritt die digitalen Fahrplanauskünfte zu prüfen sowie die Ansagen und Anzeigen an den Bahnhöfen zu beachten. Ein genauer Zeitpunkt, zu dem sämtliche Verbindungen wieder regulär verkehren sollten, wurde in der Mitteilung nicht genannt.
Der bisher bekannte Unfallhergang wirft insbesondere die Frage auf, weshalb das Fahrzeug auf dem Bahnübergang zum Stillstand kam. Dazu lagen am Mittwoch zunächst keine abschließenden Erkenntnisse vor.
Auch die zeitliche Abfolge zwischen dem Stillstand des Autos, dem Versuch der Frau, das Fahrzeug zu bewegen, und der Annäherung des Regionalexpresses war zunächst nicht im Einzelnen geklärt.
Aus den bisherigen Angaben ergibt sich deshalb keine gesicherte Aussage darüber, wodurch die Situation ursprünglich entstanden ist. Ebenso wenig lassen sich daraus Rückschlüsse auf ein mögliches technisches Problem am Fahrzeug oder an der Bahnübergangsanlage ziehen.
Der Unfall ereignete sich an einer Stelle, an der Straßenverkehr und Schienenverkehr unmittelbar aufeinandertreffen. Bahnübergänge gehören deshalb zu den Bereichen, an denen besondere Sicherheitsregeln gelten.
Die Deutsche Bahn weist in ihren Sicherheitshinweisen ausdrücklich darauf hin, dass Züge an Bahnübergängen grundsätzlich Vorrang haben. Das Andreaskreuz kennzeichnet diese Regelung.
Züge können Hindernissen auf den Schienen nicht ausweichen. Aufgrund ihrer Masse und Geschwindigkeit benötigen sie zudem einen erheblich längeren Bremsweg als Straßenfahrzeuge.
Autofahrer müssen sich Bahnübergängen deshalb mit besonderer Aufmerksamkeit nähern. Geschlossene Schranken dürfen nicht umfahren werden. Auch bei roten Lichtsignalen ist anzuhalten, selbst wenn die Schranken noch geöffnet sind.
Die Bahn empfiehlt außerdem, vor dem Überqueren auf mögliche akustische Warnsignale zu achten und sich zu vergewissern, dass kein Zug herannaht. Diese allgemeinen Sicherheitsregeln gelten unabhängig davon, ob ein Bahnübergang mit Schranken ausgestattet ist.
Für den Fall, dass ein Fahrzeug direkt auf einem Bahnübergang liegen bleibt, gibt die Deutsche Bahn eine eindeutige Handlungsempfehlung: Fahrzeuginsassen sollen das Auto unverzüglich verlassen und den Notruf 112 wählen.
Entscheidend ist, den Gefahrenbereich möglichst schnell zu verlassen. Der Versuch, ein fahruntüchtiges Fahrzeug noch selbst von den Schienen zu entfernen, darf nicht dazu führen, dass sich Menschen weiter im unmittelbaren Gleisbereich aufhalten.
Auch der ADAC empfiehlt, bei einem auf den Schienen liegen gebliebenen Fahrzeug sofort das Auto und den Bahnübergang zu verlassen und anschließend über die Notrufnummer 112 Hilfe anzufordern.
Der Unfall in Schellerten verdeutlicht die Gefahren einer solchen Ausnahmesituation. Für die 88-Jährige endete der Zusammenstoß tödlich. Die 58 Reisenden im Regionalexpress blieben unverletzt. Während der Bahnverkehr auf der betroffenen Strecke wieder aufgenommen wurde, blieben die genauen Ursachen für den Stillstand des Autos zunächst ungeklärt.
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