Bristol Myers Squibb wächst

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb hat im dritten Quartal 2026 mehr umgesetzt als von Analysten erwartet. Besonders das Geschäft mit neueren Arzneimitteln und dem Blutverdünner Eliquis entwickelte sich positiv. Das Unternehmen hob deshalb am Donnerstag, 29. Oktober, seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Gleichzeitig senkte der Konzern seine Erwartungen für den bereinigten Gewinn je Aktie. Hintergrund sind vor allem Belastungen im Zusammenhang mit erworbenen Forschungsprojekten und Lizenzvereinbarungen.

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Quartalsumsatz übertrifft Erwartungen

Bristol Myers Squibb erzielte zwischen Juli und September 2026 einen Umsatz von 13,07 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, als das Unternehmen 12,22 Milliarden Dollar umgesetzt hatte. Analysten hatten nach den von Reuters veröffentlichten LSEG-Daten durchschnittlich mit rund 12,75 Milliarden Dollar gerechnet.

Auf dem amerikanischen Heimatmarkt stiegen die Erlöse um neun Prozent auf rund 9,1 Milliarden Dollar. Außerhalb der USA verbuchte der Pharmakonzern einen Umsatz von etwa vier Milliarden Dollar und damit ein Wachstum von drei Prozent. Währungsbereinigt lag das internationale Plus bei vier Prozent.

Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn lag bei rund 2,16 Milliarden Dollar und damit etwas unter dem Vorjahreswert von 2,20 Milliarden Dollar. Der nach US-Rechnungslegung ermittelte verwässerte Gewinn je Aktie ging von 1,08 auf 1,05 Dollar zurück. Bereinigt sank er von 1,63 auf 1,35 Dollar. Trotz dieses Rückgangs übertraf das bereinigte Ergebnis die Erwartungen der Analysten.

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Eliquis bleibt wichtigster Umsatzträger

Eine wesentliche Rolle für das Wachstum spielte erneut Eliquis. Der gemeinsam mit Pfizer vermarktete Blutverdünner wird unter anderem zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei bestimmten Patienten mit Vorhofflimmern eingesetzt.

Im dritten Quartal erwirtschaftete Bristol Myers Squibb mit Eliquis einen weltweiten Umsatz von 4,69 Milliarden Dollar. Das waren 25 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich fiel der Zuwachs in den USA aus, wo die Erlöse um 39 Prozent stiegen. International ging der Umsatz dagegen um sieben Prozent zurück.

Eliquis steht damit weiterhin für einen erheblichen Teil der gesamten Konzernerlöse. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Bristol Myers Squibb bei dem Medikament unverändert ein weltweites Umsatzwachstum zwischen 20 und 25 Prozent.

Gleichzeitig zeigen die Zahlen, wie unterschiedlich sich das Geschäft mit etablierten Arzneimitteln entwickelt. Während Eliquis zulegte, sank der Umsatz mit dem Krebsmedikament Revlimid um 47 Prozent auf 303 Millionen Dollar. Dabei macht sich unter anderem die Konkurrenz durch Nachahmerpräparate bemerkbar.

Opdivo schwächer, neue Medikamente wachsen

Beim Krebsmedikament Opdivo verzeichnete Bristol Myers Squibb einen Umsatzrückgang. Die weltweit erzielten Erlöse sanken um sechs Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar. Deutlich besser entwickelte sich hingegen Opdivo Qvantig, eine neuere, unter die Haut verabreichte Variante der Immuntherapie. Deren Umsatz stieg auf 334 Millionen Dollar und lag damit mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahresquartal.

Wachstum meldete der Konzern auch bei mehreren weiteren Arzneimitteln. Das zur Behandlung bestimmter Formen von Blutarmut eingesetzte Reblozyl erreichte einen Umsatz von 750 Millionen Dollar, was einem Plus von 22 Prozent entspricht. Die Zelltherapie Breyanzi legte um 46 Prozent auf 526 Millionen Dollar zu. Mit Camzyos, einem Medikament zur Behandlung einer bestimmten Herzmuskelerkrankung, stiegen die Erlöse um 42 Prozent auf 420 Millionen Dollar.

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz des sogenannten Wachstumsportfolios um zwölf Prozent auf rund 7,7 Milliarden Dollar. Das Portfolio mit älteren und etablierten Produkten erwirtschaftete rund 5,4 Milliarden Dollar und damit ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Höhere Umsatzprognose, niedrigeres Gewinnziel

Aufgrund der Geschäftsentwicklung rechnet Bristol Myers Squibb für 2026 nun mit einem Jahresumsatz zwischen 49,75 und 50,25 Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Prognose bei 49 bis 50 Milliarden Dollar gelegen.

Beim bereinigten Gewinn je Aktie fällt die neue Einschätzung dagegen niedriger aus. Das Unternehmen erwartet jetzt zwischen 6,35 und 6,55 Dollar. Bislang hatte die Prognose 6,75 bis 7,00 Dollar betragen.

Ein wesentlicher Grund sind Aufwendungen für zugekaufte Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Effekte aus Lizenzvereinbarungen. Im dritten Quartal belasteten diese Positionen das Ergebnis mit netto 58 US-Cent je Aktie. Für das Gesamtjahr berücksichtigt der Konzern inzwischen einen negativen Effekt von 60 Cent je Aktie, nachdem in der bisherigen Prognose lediglich zwei Cent vorgesehen waren.

Auch die Bruttomarge entwickelte sich rückläufig. Nach US-Rechnungslegung sank sie von 71,9 auf 68,3 Prozent. Bristol Myers Squibb verwies dabei insbesondere auf Veränderungen im Produktmix sowie eine einmalige Belastung aus der Beendigung eines Vertrags. Die angehobene Umsatzprognose bedeutet somit nicht automatisch, dass sich auch die Profitabilität verbessert.

Aktie verliert anfänglichen Schwung

Die Bristol Myers Squibb Aktie reagierte zunächst positiv auf die Veröffentlichung der Geschäftszahlen. Reuters bezifferte das Plus im vorbörslichen US-Handel in einer am 29. Oktober um 12.12 Uhr mitteleuropäischer Zeit aktualisierten Meldung auf rund 2,3 Prozent.

Im regulären Handel an der New Yorker Börse schwächte sich diese anfängliche Reaktion ab. Nach Kursdaten von Stock Analysis notierte die Aktie am Donnerstag um 17.05 Uhr MEZ bei 60,67 US-Dollar. Gegenüber dem Schlusskurs des Vortages entsprach dies einem moderaten Plus von 0,16 Prozent.

Die zwischenzeitlichen Schwankungen verdeutlichen, dass die Geschäftszahlen an der Börse unterschiedlich bewertet wurden. Neben den unerwartet hohen Umsätzen und der verbesserten Erlösprognose stand auch der gesenkte Gewinnausblick im Mittelpunkt. Eine eindeutige Zuordnung einzelner Kursbewegungen zu diesen Faktoren ist nicht möglich.

Neue Therapien sollen langfristig Wachstum sichern

Die aktuellen Bristol Myers Squibb Quartalszahlen 2026 unterstreichen den Wandel des amerikanischen Pharmakonzerns. Etablierte Medikamente wie Eliquis und Opdivo bleiben wichtige Umsatzquellen. Gleichzeitig muss das Unternehmen die Auswirkungen auslaufender Schutzrechte und zunehmender Konkurrenz durch günstigere Arzneimittel ausgleichen.

Bristol Myers Squibb setzt deshalb verstärkt auf neue Krebsmedikamente, Zelltherapien und weitere innovative Behandlungsansätze. Dazu gehören unter anderem der Blutgerinnungshemmer Milvexian und die mögliche Erweiterung der Einsatzgebiete des bereits zugelassenen Medikaments Cobenfy.

Für beide Entwicklungsprogramme erwartet das Unternehmen 2027 weitere klinische Studiendaten. Ob daraus zusätzliche Zulassungen und größere Umsätze entstehen, hängt von den Studienergebnissen und anschließenden regulatorischen Entscheidungen ab.

Die höheren Erlöse im dritten Quartal zeigen, dass neuere Produkte bereits einen wachsenden Beitrag leisten. Entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird sein, ob diese Medikamente den erwarteten Umsatzverlust bei älteren Präparaten langfristig ausgleichen können.

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