
Der Autobauer Audi hat im dritten Quartal 2026 einen massiven Gewinnrückgang verzeichnet und seine Erwartungen für das Gesamtjahr erneut gesenkt. Von Juli bis September blieb dem Unternehmen nach Steuern ein Überschuss von 95 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es 718 Millionen Euro gewesen. Der Gewinneinbruch bei Audi entspricht damit rund 87 Prozent. Das Unternehmen verwies am Freitag, 30. Oktober, auf die schwache Nachfrage in China, den internationalen Preisdruck und Belastungen durch US-Zölle.
Die Probleme zeigen sich auch in den Zahlen für Januar bis September. Der Umsatz des Audi Konzerns verringerte sich von 48,38 Milliarden auf 42,06 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 13 Prozent. Das operative Ergebnis sank von 1,56 Milliarden auf 1,15 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite lag bei 2,7 Prozent nach 3,2 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Noch deutlicher fällt die Entwicklung im dritten Quartal aus. Aus den veröffentlichten Halbjahres- und Neunmonatszahlen ergibt sich für die Monate Juli bis September ein operatives Ergebnis von rund 28 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 468 Millionen Euro. Zugleich ging der Quartalsumsatz rechnerisch von rund 15,8 Milliarden auf 12,9 Milliarden Euro zurück.
Nach neun Monaten erzielte Audi unter dem Strich noch 1,22 Milliarden Euro Gewinn, verglichen mit 2,06 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Der Netto-Cashflow entwickelte sich dagegen positiv und stieg von 2,11 Milliarden auf 2,44 Milliarden Euro. Die Konzernzahlen umfassen neben der Kernmarke Audi auch weitere Marken wie Bentley, Lamborghini und Ducati.
Für 2026 rechnet das Unternehmen jetzt mit einem Umsatz zwischen 55 und 59 Milliarden Euro. Zuvor waren 58 bis 63 Milliarden Euro vorgesehen. Die angestrebte operative Umsatzrendite wurde von 5 bis 7 Prozent auf 3 bis 5 Prozent herabgesetzt. Audi verringerte außerdem die Erwartung für den Netto-Cashflow von 3 bis 4 Milliarden auf 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro.
Bereits im Juli hatte der Konzern die Jahresziele nach unten korrigiert. Zu Jahresbeginn waren noch 63 bis 68 Milliarden Euro Umsatz und eine operative Rendite zwischen 6 und 8 Prozent geplant. Damit liegt auch die neue Obergrenze der Umsatzprognose unter der ursprünglichen Untergrenze.
Die aktuelle Prognose berücksichtigt nach Unternehmensangaben mögliche zusätzliche Restrukturierungskosten nicht, sofern sie über bereits 2025 vereinbarte Maßnahmen hinausgehen. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger erklärte in einer Medienkonferenz, Audi erwarte ein deutlich stärkeres Schlussquartal.
Der Absatzrückgang ist regional sehr unterschiedlich. In den ersten neun Monaten lieferte die Marke Audi weltweit 1.042.150 Fahrzeuge aus, 11,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im dritten Quartal allein waren es 314.905 Autos und damit 19,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
In China fielen die Auslieferungen von Januar bis September um 24,5 Prozent. Für Nordamerika ohne Mexiko meldete Audi ein Minus von 17,3 Prozent. Im deutschen Heimatmarkt stiegen die Auslieferungen hingegen um 1,8 Prozent, im übrigen Europa um 1,3 Prozent.
Audi nennt neben der chinesischen Marktschwäche insbesondere den Wettbewerb bei Verbrennern, die zunehmende Konkurrenz chinesischer Hersteller, die Umstellung der Einstiegsmodelle sowie die US-Importzölle als Belastungen.
Weltweit gingen die Auslieferungen vollelektrischer Audi-Modelle um 12 Prozent auf 143.748 Fahrzeuge zurück, obwohl in Deutschland und China Zuwächse erzielt wurden. Plug-in-Hybride legten laut Unternehmen global um 103 Prozent zu. Die unterschiedliche Entwicklung der Antriebsarten verdeutlicht, wie stark sich die Nachfrage zwischen den einzelnen Märkten unterscheidet.
Audi will die Ausgaben senken, Strukturen vereinfachen und zugleich in Software, Fahrerassistenz und neue Fahrzeugmodelle investieren. Der große SUV Q9 soll im November das Modellangebot ergänzen, der vollelektrische A2 e-tron im Dezember in Europa starten. Außerdem plant Audi eine Produktion in den USA, um sich dort langfristig besser aufzustellen.
Weitere Maßnahmen für die deutschen Standorte sollen gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat entwickelt werden. Der Konzern verweist dabei auf die Zukunftsvereinbarung aus dem März 2025.
Auch der Mutterkonzern Volkswagen steht unter Druck. Er wies für die ersten neun Monate 2026 nur noch 71 Millionen Euro operatives Ergebnis aus, nach 5,41 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damit treffen die schwierigen Marktbedingungen nicht nur Audi, sondern auch den übergeordneten Automobilkonzern.
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