
Der stark gestiegene Silberpreis hat für den Bund erhebliche Zusatzkosten verursacht. Bereits geprägte Sammlermünzen mussten eingeschmolzen und neu hergestellt werden, nachdem ihr Metallwert den ursprünglichen Nennwert überstiegen hatte. Die Kosten für die Umarbeitung zweier Münzausgaben summieren sich auf 1,357 Millionen Euro. Das geht nach Informationen des Spiegel aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Haushaltspolitikers Sebastian Schäfer hervor.
Betroffen sind die Münzen „Heilige Drei Könige“ und „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“. Nach der vom Spiegel aufgegriffenen Ministeriumsantwort kostete die Umarbeitung der Weihnachtsmünze 624.000 Euro. Bei der Gedenkmünze zur Wuppertaler Schwebebahn fielen weitere 733.000 Euro an.
Die bereits hergestellten Stücke wurden demnach zunächst unbrauchbar gemacht, anschließend eingeschmolzen und für eine neue Prägung mit verändertem Nennwert verarbeitet. Der ursprüngliche Ausgabeplan war aufgrund der Entwicklung am Edelmetallmarkt nicht mehr umsetzbar.
Die Silbermünzen des Bundes waren ursprünglich für eine Ausgabe zu 25 beziehungsweise 20 Euro vorgesehen. Der Materialwert lag im Herbst 2025 jedoch zeitweise deutlich darüber. Das Bundesfinanzministerium setzte deshalb am 16. Oktober 2025 die geplanten Veröffentlichungen aus.
Die Bundesregierung reagierte mit grundlegenden Änderungen am Münzprogramm. Im Dezember 2025 beschloss sie, die Nennwerte für die betroffenen Silbermünzen auf 35 und 50 Euro anzuheben.
Weil die Silberpreise weiterhin stark schwankten, folgte im März 2026 eine zusätzliche Entscheidung: Auch der Edelmetallanteil der Sammlermünzen in der Prägequalität Stempelglanz wurde reduziert.
Die 35-Euro-Münzen enthalten seitdem 50 Prozent statt zuvor 92,5 Prozent Silber. Zugleich sank ihr Gewicht von 18 auf 17 Gramm. Bei den 50-Euro-Münzen verringerte sich der Silberanteil von nahezu reinem Feinsilber auf 62,5 Prozent. Ihr Gewicht wurde von 22 auf 21 Gramm reduziert.
Die Änderungen betreffen die Ausführung Stempelglanz. Für Sammlermünzen in Spiegelglanzqualität bleiben die bisherigen technischen Parameter erhalten.
Die Sammlermünze „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“ wurde nach der Verschiebung am 17. September 2026 als 35-Euro-Ausgabe veröffentlicht. Ursprünglich sollte sie bereits am 22. Januar 2026 mit einem Nennwert von 20 Euro erscheinen.
Die Weihnachtsmünze „Heilige Drei Könige“ war zunächst für den 20. November 2025 vorgesehen. Nach der Überarbeitung soll sie nun am 5. November 2026 als 50-Euro-Sammlermünze ausgegeben werden. Damit verschob sich ihre Veröffentlichung um nahezu ein Jahr.
Trotz der zusätzlichen Kosten erwartet das Bundesfinanzministerium nach den veröffentlichten Angaben weiterhin einen Münzgewinn im oberen einstelligen Millionenbereich. Dabei spielt auch der verringerte Silbergehalt eine Rolle. Die genannte Gewinnprognose ist allerdings noch kein abschließendes Verkaufsergebnis.
Der Grünen-Haushaltspolitiker Sebastian Schäfer kritisierte den Umgang mit öffentlichen Mitteln. Die hohen Ausgaben für die Umarbeitung der bereits produzierten Münzen hält er für vermeidbar.
Der Fall verdeutlicht ein grundsätzliches Problem staatlicher Edelmetallmünzen. Während ihr Nennwert festgelegt wird, verändert sich der Marktwert des enthaltenen Silbers laufend. Überschreitet dieser den aufgedruckten Betrag, kann eine Ausgabe zum Nennwert wirtschaftlich und haushaltsrechtlich problematisch werden.
Die Bundesregierung hatte ihre Änderungen deshalb auch mit dem Ziel begründet, Spekulationen auf den Silberwert zu verhindern. Die hohen Umarbeitungskosten fallen dennoch an. Zugleich sollen die angepassten Münzen weiterhin Einnahmen für den Bundeshaushalt erwirtschaften.
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