Meta will 97,5 Milliarden Dollar mobilisieren: S&P senkt Ratingausblick

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Technologiekonzern Meta Platforms hat seine geplante Kapitalbeschaffung für den Ausbau künstlicher Intelligenz auf 97,5 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Gleichzeitig hat die Ratingagentur S&P Global Ratings am Freitag, 30. Oktober 2026, den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Unternehmens von stabil auf negativ gesenkt. Das bisherige langfristige Kreditrating von AA− wurde bestätigt. Hintergrund sind die stark steigenden Investitionsausgaben und Unsicherheiten darüber, wann sich diese vollständig durch zusätzliche Einnahmen finanzieren lassen.

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Meta erhöht geplante Kapitalbeschaffung auf 97,5 Milliarden Dollar

Meta hatte am 26. Oktober zunächst eine Finanzierung über rund 95 Milliarden Dollar angekündigt. Bereits einen Tag später erhöhte das Unternehmen das vorgesehene Volumen auf 97,5 Milliarden Dollar. Davon entfallen 25 Milliarden Dollar auf ein Aktienangebot und weitere 12,5 Milliarden Dollar auf Vorzugsaktien, die zu einem späteren Zeitpunkt in Stammaktien umgewandelt werden sollen.

Zusätzlich plant Meta ein Programm, über das künftig Aktien im Umfang von bis zu 60 Milliarden Dollar schrittweise am Markt verkauft werden können. Dieses Programm soll frühestens im ersten Quartal 2027 beginnen. Seine konkrete Umsetzung steht allerdings noch nicht fest. Die Gesamtsumme von 97,5 Milliarden Dollar beschreibt deshalb das vorgesehene Finanzierungsvolumen und nicht bereits vollständig vereinnahmtes Kapital.

Die Ausgabe der mit Vorzugsaktien verbundenen Hinterlegungsscheine wurde nach Angaben in einer US-Börsenmeldung am 29. Oktober abgeschlossen. Für das Stammaktienangebot wurden dagegen Termingeschäfte mit Finanzinstituten vereinbart. Aus deren anfänglichem Aktienverkauf fließt Meta zunächst kein Geld zu. Die entsprechenden Abrechnungen sind spätestens bis zum 19. November 2027 vorgesehen.

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S&P sieht steigende Risiken durch Milliardeninvestitionen

Die Ratingagentur S&P Global Ratings begründete ihre Entscheidung mit der Unsicherheit über die künftigen Investitionen und den freien operativen Cashflow des Unternehmens. Besonders die Finanzierung neuer Rechenzentren und leistungsfähiger KI-Systeme könnte Metas finanzielle Kennzahlen über mehrere Jahre belasten.

Nach Einschätzung der Agentur könnte die Verschuldung im Verhältnis zum bereinigten operativen Ergebnis bereits 2027 einen Wert erreichen, der für das derzeitige Rating kritisch wäre. S&P hält zudem einen negativen freien operativen Cashflow von rund 71 Milliarden Dollar im Jahr 2027 für möglich. Dabei handelt es sich um eine Prognose der Ratingagentur, nicht um eine vom Unternehmen bestätigte künftige Belastung.

Ein negativer Ratingausblick bedeutet keine unmittelbare Herabstufung der Bonitätsnote. Er signalisiert vielmehr, dass die Agentur eine mögliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit sieht. Eine spätere Abstufung könnte die Finanzierung über Anleihen verteuern.

Meta investiert bis zu 145 Milliarden Dollar im Jahr 2026

Der KI-Ausbau von Meta geht bereits mit außergewöhnlich hohen Investitionen einher. Nach der jüngsten Quartalsmitteilung rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2026 mit Investitionsausgaben zwischen 135 und 145 Milliarden US-Dollar. Dazu zählen auch Tilgungszahlungen im Zusammenhang mit Finanzierungsleasing.

Die Zahlen für das dritte Quartal zeigen die finanziellen Auswirkungen. Meta erzielte einen Umsatz von 64,6 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erreichten die Investitionsausgaben einschließlich entsprechender Leasingzahlungen 34,91 Milliarden Dollar.

Aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftete der Konzern 32,79 Milliarden Dollar. Nach Abzug der entsprechenden Investitionen ergab sich ein negativer freier Cashflow von 2,12 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte dieser noch bei positiven 10,63 Milliarden Dollar gelegen.

Trotz des negativen freien Cashflows blieb Meta profitabel. Der Nettogewinn erreichte im dritten Quartal rund 9,86 Milliarden Dollar. Zum 30. September verfügte der Konzern außerdem über liquide Mittel und kurzfristig verfügbare Wertpapieranlagen von insgesamt 82,45 Milliarden Dollar.

Neue Aktienklasse soll weitere Finanzierung ermöglichen

Für die längerfristige Finanzierung hat Meta auch Änderungen seiner Kapitalstruktur vorbereitet. Ab Januar 2027 soll eine neue Aktienklasse C ohne Stimmrechte eingeführt werden.

Die neue Aktienklasse soll zusätzliche Kapitalmaßnahmen ermöglichen, ohne dass die Ausgabe dieser Papiere unmittelbar die Stimmrechtsverhältnisse verändert. Gerade für Meta ist diese Unterscheidung relevant, weil Gründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg über die bestehende Aktienstruktur erheblichen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen besitzt.

Das Unternehmen beabsichtigt, den Ausbau seiner KI-Infrastruktur durch eine Kombination aus operativem Cashflow, Fremdkapital, strategischen Partnerschaften und Eigenkapital zu finanzieren. Die jetzt angekündigten Aktienmaßnahmen ergänzen damit bestehende Finanzierungsquellen.

KI-Geschäft soll zusätzliche Einnahmen schaffen

Meta verbindet seine hohen Investitionen mit der Erwartung, dass künstliche Intelligenz sowohl das bestehende Werbegeschäft als auch neue Produkte stärken wird. Dazu zählen verbesserte Empfehlungen auf Facebook und Instagram, automatisierte Werbelösungen sowie neue KI-Anwendungen für Privatpersonen und Unternehmen.

Nach Darstellung des Konzerns zeigen sich bereits positive Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Nutzung seiner Plattformen und die Werbeeinnahmen. S&P beurteilt dagegen zurückhaltender, in welchem Umfang sich die hohen zusätzlichen Investitionen durch eigenständige KI-Umsätze refinanzieren lassen.

Die wirtschaftliche Ausgangslage unterscheidet Meta dabei von Technologieunternehmen, die Rechenkapazitäten und KI-Dienste unmittelbar gegen Gebühren an externe Kunden verkaufen. Meta setzt bislang in erheblichem Umfang darauf, mit KI sein bestehendes Plattformgeschäft zu verbessern und daraus zusätzliche Erträge zu erzielen.

Damit wird die Entwicklung der Investitionsausgaben und des Cashflows in den kommenden Jahren zu einem wesentlichen Faktor für Metas Kreditwürdigkeit. Das bestätigte Rating AA− bescheinigt dem Konzern weiterhin eine sehr hohe Bonität. Der negative Ausblick zeigt jedoch, dass die Ratingagentur das finanzielle Verhältnis zwischen KI-Investitionen und Mittelzuflüssen inzwischen kritischer bewertet.

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