RB Leipzig: Demichelis knüpft seine Zukunft an die Saisonziele

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

RB Leipzigs Trainer Martin Demichelis hat nach dem ersten Bundesliga-Auswärtssieg der Saison ungewöhnlich deutlich über seine persönliche Zukunft gesprochen. Nach dem 2:0 beim FC Schalke 04 am Samstag, 31. Oktober 2026, erklärte der 45-Jährige, dass er bei einem Verfehlen der sportlichen Ziele selbst die Konsequenzen ziehen würde. Eine unmittelbare Rücktrittsankündigung war damit nicht verbunden. Vielmehr machte der Argentinier deutlich, dass er sich am Erfolg seiner Mannschaft messen lassen wolle.

Anzeige

Demichelis stellt möglichen Abschied bei RB Leipzig in Aussicht

Die anhaltende Diskussion über seine Position begleitet Martin Demichelis bereits seit den ersten Wochen der laufenden Bundesligasaison. Nach dem Erfolg in Gelsenkirchen wurde der Leipziger Trainer erneut auf den Druck und die Bedeutung des Ergebnisses für seine persönliche Situation angesprochen.

Auf eine entsprechende Nachfrage der BILD erklärte Demichelis: „Wenn wir die Ziele am Ende der Saison nicht erreichen, dann gehe ich selbst.“ Damit stellte er einen möglichen Abschied ausdrücklich in einen Zusammenhang mit der sportlichen Bilanz am Saisonende.

Auch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur machte Demichelis deutlich, dass er die hohen Anforderungen seines Arbeitgebers kenne. Die wiederholten Fragen nach seiner Zukunft empfinde er inzwischen als ermüdend. Er sei nach Leipzig gekommen, um sportliche Ziele zu erreichen, und wisse, dass dafür Siege notwendig seien.

Anzeige

Gleichzeitig verwies der Trainer darauf, dass erst acht Bundesliga-Spieltage absolviert seien. Der Sieg gegen Schalke sei wichtig gewesen, bedeute aber noch nicht, dass die Mannschaft ihre Saisonziele erreicht habe. Entscheidend sei die Entwicklung über einen längeren Zeitraum.

Welche konkrete Platzierung Demichelis persönlich als verbindliche Voraussetzung für seinen Verbleib ansieht, erläuterte er bei dieser Gelegenheit nicht. Auch einen Zeitpunkt für eine mögliche Entscheidung vor dem Saisonende nannte er nicht.

Erster Auswärtssieg verändert die sportliche Ausgangslage

Die sportlichen Ergebnisse hatten die Diskussion um Demichelis zuletzt verstärkt. Vor dem Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 hatte RB Leipzig in der Bundesliga auf fremden Plätzen noch keinen Punkt gewonnen. Gleichzeitig präsentierte sich die Mannschaft im eigenen Stadion deutlich erfolgreicher.

Besonders die 1:6-Niederlage beim FC Bayern München und das 1:4 bei Real Madrid in der Champions League hatten Fragen nach der Stabilität der Leipziger Mannschaft aufgeworfen. Sky Sport hatte bereits Anfang Oktober über eine kritische Beobachtung der Trainerarbeit durch die Verantwortlichen berichtet. Dabei ging es unter anderem um die Umsetzung der Spielidee und die schwankenden Leistungen.

Der Auswärtserfolg in Gelsenkirchen verbessert nun die Bilanz. Nach acht Bundesliga-Spieltagen steht Leipzig mit fünf Siegen, drei Niederlagen und 15 Punkten auf Tabellenplatz vier. Der Rückstand auf die führenden Mannschaften aus München und Dortmund beträgt jeweils drei Punkte.

Demichelis kann damit auf eine Mannschaft verweisen, die sich trotz der zwischenzeitlichen Rückschläge wieder auf einem Champions-League-Platz befindet. Allerdings hat der Trainer selbst deutlich gemacht, dass einzelne Ergebnisse für die Bewertung der Saison nicht ausreichen.

Marcel Schäfer stärkt dem Trainer den Rücken

Die sportliche Führung von RB Leipzig hatte sich bereits vor dem Spiel gegen Schalke öffentlich zur Situation des Trainers geäußert. Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer stellte sich am 24. Oktober bei Sky hinter Demichelis, verband seine Unterstützung aber zugleich mit klaren sportlichen Erwartungen.

„Wir sind von ihm überzeugt, sonst würden wir mit Sicherheit reagieren“, erklärte Schäfer. Nach seiner Einschätzung habe Leipzig in Heimspielen bereits überzeugende Leistungen gezeigt, während die Mannschaft auswärts noch deutliche Schwierigkeiten gehabt habe.

Schäfer machte außerdem deutlich, dass der Verein Verbesserungen in der Umsetzung seiner sportlichen Vorstellungen verlange. Die Verantwortlichen hätten mit Demichelis besprochen, welche Veränderungen sie gegenüber der vergangenen Saison erreichen wollten. Diese müssten auf dem Platz erkennbar werden.

Bereits am 11. September hatte Schäfer in einer offiziellen Vereinsmitteilung das Vertrauen in Mannschaft und Trainerteam bekräftigt. Damals verwies er auf umfangreiche personelle Veränderungen im Sommer, die Integration neuer Spieler und mehrere Verletzungen.

Die Botschaft der Vereinsführung war damit zweigeteilt: Der Trainer genießt Rückendeckung, zugleich erwartet RB Leipzig eine kontinuierliche sportliche Entwicklung. Der erste Auswärtssieg der Saison liefert dafür ein positives Ergebnis, ersetzt jedoch nicht die langfristige Bewertung seiner Arbeit.

Vertrag von Demichelis läuft bis Juni 2028

Martin Demichelis steht seit Beginn der Saison 2026/27 bei RB Leipzig an der Seitenlinie. Die Verpflichtung des früheren argentinischen Nationalspielers wurde im Juni 2026 bekannt gegeben. Sein Vertrag läuft nach den veröffentlichten Angaben bis zum 30. Juni 2028.

Demichelis übernahm die Mannschaft von Ole Werner, der Leipzig in der vorherigen Saison auf den dritten Tabellenplatz und damit zurück in die Champions League geführt hatte. Trotz dieses Erfolgs entschieden sich die Verantwortlichen für einen Trainerwechsel.

Bei seiner Verpflichtung betonte Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer insbesondere die internationale Erfahrung des Argentiniers und dessen Vorstellungen von intensivem Fußball. Demichelis hatte zuvor unter anderem River Plate in Argentinien, den mexikanischen Verein Monterrey und RCD Mallorca in Spanien trainiert.

Seine aktuelle Aussage über einen möglichen freiwilligen Abschied ändert zunächst nichts an der vereinbarten Vertragslaufzeit. Eine vorzeitige Trennung wurde vom Verein nach dem Schalke-Spiel nicht angekündigt.

Gerüchte um Julian Nagelsmann waren bereits Thema

Die Trainerdiskussion bei RB Leipzig beschränkte sich zuletzt nicht auf die Ergebnisse der Mannschaft. Anfang Oktober hatte Sky Sport über Überlegungen im Umfeld des Vereins und eine mögliche Rückkehr von Julian Nagelsmann berichtet. Der frühere Leipziger Trainer war zu diesem Zeitpunkt nach seinem Abschied von der deutschen Nationalmannschaft auf dem Trainermarkt verfügbar.

Eine konkrete Vereinbarung mit Nagelsmann war damit allerdings nicht verbunden. SPORT1 ordnete die Spekulationen am 9. Oktober als verfrüht ein.

Am 10. Oktober äußerte sich zudem Roger Schmidt, der seit Monatsbeginn die globale Fußballverantwortung bei Red Bull übernommen hatte. Im ZDF-Sportstudio wies Schmidt die Spekulationen über einen bevorstehenden Trainerwechsel zurück. Er erklärte, die Verantwortlichen seien von einem solchen Schritt weit entfernt, und betonte die Bedeutung personeller Kontinuität.

Schmidt stellte außerdem klar, dass die Trainer Unterstützung durch die übergeordnete sportliche Führung erhalten sollten. Seine Aussagen bezogen sich damit ausdrücklich auch auf Demichelis und dessen Arbeit in Leipzig.

Eine öffentlich bestätigte Entscheidung, Nagelsmann als Nachfolger zu verpflichten oder konkrete Verhandlungen mit ihm aufzunehmen, lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor.

Kaderplanung bleibt Teil der sportlichen Entwicklung

Die Diskussion über Demichelis hängt auch mit dem personellen Umbau bei RB Leipzig zusammen. Der Verein hatte vor der Saison 2026/27 zahlreiche Veränderungen am Kader vorgenommen. Unter anderem kamen Rocco Reitz aus Mönchengladbach und Christopher Nkunku kehrte auf Leihbasis nach Leipzig zurück.

Geschäftsführer Marcel Schäfer hatte am 3. September in einer offiziellen Medienrunde erklärt, der Verein sei mit der Zusammenstellung der Mannschaft grundsätzlich zufrieden. Gleichzeitig beschrieb er die Kaderplanung als einen fortlaufenden Prozess, bei dem die sportliche Leitung mögliche Verstärkungen für einzelne Positionen regelmäßig prüfe.

Damit ist die Arbeit am Kader nicht allein von der aktuellen Trainerdiskussion abhängig. Konkrete Verpflichtungen für das Wintertransferfenster oder personelle Veränderungen als Reaktion auf Demichelis‘ jüngste Aussagen wurden dabei nicht angekündigt.

Hinzu kommt die Rückkehr zuvor verletzter Leistungsträger. Christoph Baumgartner und Christopher Nkunku standen beim Spiel gegen Schalke wieder zur Verfügung. Demichelis hatte vor der Partie angekündigt, beide Spieler wegen ihrer vorausgegangenen Ausfälle zunächst vorsichtig einzusetzen.

Mit einem breiter verfügbaren Kader erhält der Trainer zusätzliche Möglichkeiten, seine taktischen Vorstellungen umzusetzen. Zugleich steigen die Erwartungen an eine stabile Entwicklung in Bundesliga und Champions League.

Champions-League-Spiel gegen Manchester City als nächste Aufgabe

Die nächste internationale Herausforderung wartet bereits am Mittwoch, 4. November 2026. Dann empfängt RB Leipzig Manchester City in der Champions League. Die Partie ist für 21 Uhr angesetzt.

Für Demichelis hat das Spiel auch eine persönliche Verbindung. Während seiner aktiven Karriere stand der frühere Innenverteidiger selbst bei Manchester City unter Vertrag. Nun trifft er als Leipziger Trainer auf seinen ehemaligen Verein.

Sportlich geht es für Leipzig darum, nach den wechselhaften Ergebnissen der vergangenen Wochen auch gegen internationale Spitzenmannschaften konkurrenzfähig zu sein. In der Bundesliga hat sich die Ausgangsposition mit dem Erfolg gegen Schalke verbessert.

An der grundsätzlichen Situation des Trainers ändert der Sieg zunächst wenig. Demichelis besitzt weiterhin einen Vertrag bis 2028 und genießt nach den zuletzt veröffentlichten Aussagen das Vertrauen der sportlichen Führung. Seine persönliche Ankündigung bezieht sich auf den Fall, dass die gemeinsam angestrebten Ziele am Ende der Saison verfehlt werden.

Damit hat der Argentinier eine klare Erwartung an seine eigene Arbeit formuliert, ohne seinen sofortigen Abschied anzukündigen.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu