EU erlaubt Übernahme von MediaMarktSaturn durch JD.com unter Auflagen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der chinesische Onlinehandelskonzern JD.com hat eine entscheidende Hürde bei der Übernahme von MediaMarktSaturn genommen. Die EU-Kommission hat am Dienstag, 3. November 2026, den geplanten Erwerb der Muttergesellschaft Ceconomy unter Auflagen genehmigt. Vorausgegangen war eine vertiefte Untersuchung möglicher Wettbewerbsvorteile durch chinesische Subventionen. Nach Angaben von Ceconomy sind mit der Entscheidung sämtliche Vollzugsbedingungen des Übernahmeangebots erfüllt. Damit rückt der Abschluss der milliardenschweren Transaktion näher.

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EU-Kommission knüpft Genehmigung an Bedingungen

Die Übernahme von MediaMarktSaturn durch JD.com darf nach der Entscheidung der EU-Kommission unter bestimmten Bedingungen erfolgen. Der chinesische Konzern muss Verpflichtungszusagen einhalten, die mögliche Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Unterstützung ausgleichen sollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob finanzielle Vorteile aus China die Marktposition des Unternehmens gegenüber europäischen Wettbewerbern stärken könnten.

Die Brüsseler Behörde hatte die Transaktion nach der europäischen Verordnung über drittstaatliche Subventionen untersucht. Dieses Regelwerk soll verhindern, dass Unternehmen durch staatliche Unterstützung aus Ländern außerhalb der Europäischen Union ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile im Binnenmarkt erhalten.

Mögliche chinesische Subventionen standen im Mittelpunkt

Bereits im Mai 2026 hatte die EU-Kommission eine vertiefte Untersuchung eingeleitet. Die Wettbewerbshüter prüften, ob JD.com möglicherweise von vergünstigten Finanzierungen, Steuererleichterungen oder Zuschüssen aus China profitiert hatte. Solche Vorteile könnten dem Unternehmen ermöglicht haben, einen höheren Kaufpreis anzubieten oder nach der Übernahme seine Marktposition in Europa auszubauen.

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Die Bedenken betrafen sowohl den Übernahmeprozess als auch die spätere Geschäftstätigkeit. Im August legte JD.com erste Verpflichtungszusagen vor, die im weiteren Prüfverfahren angepasst wurden. Die Genehmigung ist daran gebunden, dass der Konzern die vereinbarten Maßnahmen einhält.

Ceconomy bestätigt Erfüllung aller Vollzugsbedingungen

Für den geplanten Eigentümerwechsel ist die Entscheidung aus Brüssel ein wesentlicher Fortschritt. Ceconomy erklärte am Dienstag in einer Ad-hoc-Mitteilung, JD.com habe die erforderliche Genehmigung nach der EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen erhalten. Damit seien sämtliche Vollzugsbedingungen des öffentlichen Übernahmeangebots eingetreten. Der formelle Vollzug der Transaktion wurde damit jedoch noch nicht ausdrücklich bestätigt.

JD.com hatte bereits im Juli 2025 angekündigt, die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn übernehmen zu wollen. Das Angebot lag bei 4,60 Euro je Aktie. Nach Ablauf der Annahmefristen hatte sich der Konzern im Dezember 2025 rund 59,8 Prozent des Aktienkapitals gesichert. Zusammen mit der verbleibenden Beteiligung des künftigen Partners Convergenta ergibt sich nach Abschluss des Übernahmeangebots eine Gesamtbeteiligung von 85,2 Prozent.

Übernahme stärkt die internationale Position von JD.com

Mit dem Erwerb von Ceconomy würde JD.com seine Präsenz im europäischen Elektronikhandel erheblich ausbauen. Der chinesische Konzern ist vor allem im Onlinehandel sowie in der Logistik und bei Technologiedienstleistungen tätig. Ceconomy betreibt dagegen mit MediaMarkt und Saturn ein großes Filialnetz und umfangreiche Onlineshops in Europa.

Die Unternehmen hatten ihre Zusammenarbeit bereits 2025 vereinbart. Dabei soll Ceconomy insbesondere von den technologischen und logistischen Möglichkeiten des neuen Partners profitieren. Die EU-Kommission hatte allerdings Bedenken, dass mögliche staatliche Vorteile von JD.com den Wettbewerb gegenüber anderen europäischen Händlern beeinträchtigen könnten.

Für Kunden bleiben konkrete Auswirkungen offen

Welche unmittelbaren Veränderungen die Übernahme für Kunden von MediaMarkt und Saturn mit sich bringt, ist zunächst nicht bekannt. Aus der Genehmigung ergeben sich keine bestätigten Aussagen über niedrigere Verkaufspreise, neue Lieferbedingungen oder konkrete Veränderungen im Filialnetz.

Die Entscheidung beendet jedoch eine wichtige regulatorische Unsicherheit für die Unternehmen. Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss unter Bedingungen akzeptiert. Für JD.com und Ceconomy ist damit der Weg zum Vollzug des Übernahmeangebots nach Unternehmensangaben frei.

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