Weihnachtsgeschäft 2026: Geschenkbudgets stabil, Händler skeptisch

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Menschen in Deutschland wollen trotz gestiegener Lebenshaltungskosten kaum weniger Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) liegt das geplante Geschenkbudget 2026 bei durchschnittlich 262 Euro pro Person. Im vergangenen Jahr waren es 263 Euro. Für das Weihnachtsgeschäft 2026 erwartet der Verband deshalb weitgehend stabile Geschenkausgaben. Gleichzeitig rechnen viele Einzelhändler mit einer schwierigen Saison. Die am Dienstag, 3. November 2026, veröffentlichten Zahlen zeigen erhebliche Unterschiede zwischen den Kaufabsichten der Verbraucher und den wirtschaftlichen Erwartungen der Unternehmen.

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Verbraucher planen durchschnittlich 262 Euro für Weihnachtsgeschenke

Grundlage der Einschätzung ist eine repräsentative Verbraucherbefragung im Auftrag des HDE. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur wurden zwischen dem 13. und 15. Oktober 2026 knapp 2.100 Erwachsene befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das geplante Budget für Weihnachtsgeschenke gegenüber dem Vorjahr kaum verändert hat.

Mehr als die Hälfte der Befragten möchte ungefähr denselben Betrag wie 2025 ausgeben. Zehn Prozent planen höhere Ausgaben, während 24 Prozent weniger Geld für Geschenke einsetzen wollen. Die Zahlen verdeutlichen, dass die finanzielle Planung der Haushalte unterschiedlich ausfällt, auch wenn der Durchschnitt nahezu unverändert bleibt.

Im längerfristigen Vergleich liegen die geplanten Ausgaben allerdings niedriger. In den entsprechenden Umfragen für 2023 und 2024 hatten die durchschnittlichen Geschenkbudgets noch jeweils knapp 300 Euro betragen. Das diesjährige Ergebnis liegt damit deutlich unter den damaligen Befragungswerten.

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Bei den 262 Euro handelt es sich um eine Selbsteinschätzung der Verbraucher vor Weihnachten. Der Betrag beschreibt somit geplante Ausgaben und nicht die tatsächlich getätigten Einkäufe.

Gutscheine und Spielwaren bleiben beliebte Weihnachtsgeschenke

Bei der Auswahl der Geschenke setzen die Verbraucher weiterhin auf bekannte Produktgruppen. Nach den Ergebnissen der HDE-Befragung stehen Gutscheine an erster Stelle der geplanten Weihnachtsgeschenke.

Dahinter folgen Spielwaren, Bücher, Kosmetikprodukte und Bekleidung. Damit gehören sowohl klassische Sachgeschenke als auch Gutscheine zu den besonders gefragten Kategorien.

Die Ergebnisse zeigen, welche Geschenkarten die Befragten bevorzugen. Sie enthalten allerdings keine verbindliche Aussage darüber, wie viel Umsatz die einzelnen Produktgruppen bis Weihnachten tatsächlich erzielen werden.

Für den Einzelhandel sind die unterschiedlichen Warengruppen von Bedeutung, weil sich die Nachfrage in der Vorweihnachtszeit auf zahlreiche Branchen verteilt. Neben Spielwarengeschäften und Buchhandlungen betrifft dies beispielsweise auch Modegeschäfte und Anbieter von Kosmetikprodukten.

85 Prozent der Händler erwarten stärkere Preissensibilität

Während die Verbraucher ihre Geschenkbudgets weitgehend konstant halten wollen, blicken viele Einzelhändler zurückhaltend auf die kommenden Wochen.

Eine separate HDE-Befragung unter 300 Handelsunternehmen zeigt, dass etwa zwei Drittel mit einem schlechteren oder deutlich schlechteren Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr rechnen. Lediglich elf Prozent erwarten eine bessere oder deutlich bessere Entwicklung.

Besonders ausgeprägt ist die Erwartung, dass Kunden bei ihren Einkäufen genauer auf die Preise achten. Insgesamt 85 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Verbraucher wegen gestiegener Kosten preissensibler einkaufen werden.

Die Untersuchung macht zugleich deutlich, dass die Erwartungen innerhalb der Branche nicht ausschließlich negativ sind. Nach Angaben des HDE rechnen 29 Prozent der befragten Handelsunternehmen damit, dass sich die Menschen auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen die Freude am Weihnachtseinkauf bewahren.

Im Nicht-Lebensmittelhandel erwarten 56 Prozent der befragten Unternehmen ein schlechteres oder deutlich schlechteres Weihnachtsgeschäft als 2025. Die Einschätzungen beziehen sich auf die bevorstehende Geschäftsentwicklung und nicht auf bereits erzielte Umsätze.

Einzelhandel erwartet 129,2 Milliarden Euro Umsatz

Trotz der zurückhaltenden Erwartungen vieler Unternehmen rechnet der Handelsverband Deutschland für November und Dezember 2026 mit steigenden Umsätzen.

Nach der aktuellen Prognose soll der deutsche Einzelhandel in beiden Monaten zusammen 129,2 Milliarden Euro umsetzen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem nominalen Wachstum von zwei Prozent.

Preisbereinigt erwartet der Verband allerdings lediglich einen Zuwachs von einem Prozent. Ein Teil des prognostizierten Umsatzanstiegs ergibt sich somit aus höheren Preisen und nicht aus einer entsprechend größeren verkauften Warenmenge.

Die Unterscheidung ist für die wirtschaftliche Bewertung wesentlich. Nominale Umsätze beschreiben die Einnahmen zu den jeweils geltenden Preisen. Reale Umsätze berücksichtigen dagegen die Preisentwicklung.

Zudem umfasst die Prognose den gesamten Einzelhandel in den beiden letzten Monaten des Jahres. Neben Weihnachtsgeschenken sind darin auch alltägliche Einkäufe enthalten. Die erwarteten 129,2 Milliarden Euro entsprechen deshalb nicht dem Gesamtwert der Weihnachtsgeschenke.

Onlinehandel soll stärker wachsen als der Gesamtmarkt

Besonders deutlich fällt die Wachstumsprognose für den Onlinehandel aus. Der HDE erwartet für das Weihnachtsgeschäft 2026 im Internet einen nominalen Umsatzanstieg von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Umsatzvolumen soll in November und Dezember insgesamt 23,1 Milliarden Euro erreichen. Damit liegt die erwartete Wachstumsrate des Onlinehandels über den prognostizierten zwei Prozent für den gesamten Einzelhandel.

Auch für das Gesamtjahr erwartet der Handelsverband eine positive Entwicklung im elektronischen Handel. Nach seiner Prognose dürften die Onlineumsätze 2026 um nominal 4,4 Prozent auf mehr als 96 Milliarden Euro steigen.

Die Jahresendmonate haben für zahlreiche Handelsbranchen eine besondere wirtschaftliche Bedeutung. Nach Angaben des HDE entfallen in vielen Bereichen mehr als 20 Prozent des jährlichen Umsatzes auf November und Dezember. Im Spielwarenhandel liegt der entsprechende Anteil sogar bei mehr als 26 Prozent.

Entsprechend stark wirkt sich die Entwicklung des Weihnachtsgeschäfts auf die Jahresbilanz vieler Handelsunternehmen aus.

Konsumstimmung bleibt unter dem Vorjahresniveau

Die aktuellen Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft treffen auf eine weiterhin gedämpfte Verbraucherstimmung.

Das am Montag, 2. November 2026, veröffentlichte HDE-Konsumbarometer zeigt zwar eine Verbesserung gegenüber Oktober. Dennoch liegt die Konsumstimmung weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

Besonders die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen hat sich gegenüber dem Vormonat verbessert. Der entsprechende Wert erreicht allerdings noch nicht das Niveau von November 2025.

Gleichzeitig zeigen die Befragungsergebnisse, dass die Verbraucher in den kommenden Wochen mehr sparen wollen. Diese Entwicklung könnte nach Einschätzung des Handelsverbands den privaten Konsum begrenzen.

Bei den Erwartungen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung zeigt sich ein günstigeres Bild. Die Befragten beurteilen die konjunkturellen Aussichten deutlich optimistischer als im Oktober. Auch ihre Erwartungen hinsichtlich der verfügbaren Einkommen haben sich verbessert.

Das Konsumbarometer wird monatlich vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des HDE erstellt. Es basiert auf einer Befragung von 1.600 Personen und erfasst unter anderem Anschaffungsbereitschaft, Sparabsichten und Einkommenserwartungen. Die Ergebnisse beschreiben die erwartete Entwicklung der Verbraucherstimmung für die kommenden drei Monate.

Steigende Betriebskosten belasten viele Handelsunternehmen

Neben der Nachfrageentwicklung bleiben die wirtschaftlichen Belastungen für die Unternehmen ein wichtiges Thema.

HDE-Präsident Alexander von Preen verwies bei der Vorstellung der aktuellen Prognose auf gestiegene Kosten für Energie und Personal sowie auf den bürokratischen Aufwand. Diese Faktoren belasteten nach Einschätzung des Verbands die wirtschaftliche Situation zahlreicher Einzelhändler.

Die Entwicklung der Umsätze allein gibt deshalb keinen vollständigen Aufschluss über die wirtschaftliche Lage einzelner Unternehmen. Selbst steigende Einnahmen bedeuten nicht zwangsläufig, dass sich auch die Ertragslage verbessert.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der HDE inzwischen mit einem preisbereinigten Umsatzwachstum des Einzelhandels von einem Prozent. Zuvor hatte der Verband lediglich 0,5 Prozent erwartet.

Nominal bleibt die Prognose bei einem Zuwachs von zwei Prozent. Der gesamte Einzelhandelsumsatz soll nach der aktuellen Berechnung rund 697,4 Milliarden Euro erreichen.

Die verbesserten Erwartungen für das Gesamtjahr stehen damit neben einer weiterhin schwachen Verbraucherstimmung und den erheblichen Kostenbelastungen vieler Handelsunternehmen.

Weihnachtsgeschäft wird zum wichtigen Jahresabschluss für den Handel

Die aktuellen Zahlen zeigen ein unterschiedliches Bild zum Beginn der umsatzstarken Jahresendphase. Während die geplanten Geschenkausgaben der Verbraucher mit durchschnittlich 262 Euro nahezu unverändert bleiben, rechnen viele Handelsunternehmen mit einer schwierigeren Geschäftsentwicklung als 2025.

Der Handelsverband erwartet dennoch steigende Umsätze in den letzten beiden Monaten des Jahres. Besonders der Onlinehandel soll dazu beitragen. Gleichzeitig fällt das prognostizierte reale Wachstum des gesamten Einzelhandels geringer aus als der nominale Umsatzanstieg.

Damit stehen für das Weihnachtsgeschäft 2026 zwei Entwicklungen nebeneinander: Die Verbraucher wollen ihre Geschenkausgaben weitgehend beibehalten, achten aus Sicht der Händler aber stärker auf die Preise. Ob die prognostizierten Umsätze erreicht werden, hängt von den tatsächlichen Einkäufen im November und Dezember ab.

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