Fielmann wächst im dritten Quartal deutlich schneller und bestätigt Jahresprognose

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Fielmann-Gruppe hat ihr Umsatzwachstum im dritten Quartal 2026 deutlich beschleunigt. Der Optik- und Hörakustikkonzern profitiert von einer stärkeren Nachfrage in Deutschland, zusätzlichen Niederlassungen und dem wachsenden internationalen Geschäft. Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr legten die Erlöse zwischen Juli und September um 5,1 Prozent zu. Zugleich hält das Hamburger Unternehmen an seinen im August reduzierten Jahreszielen fest.

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Fielmann steigert Quartalsumsatz auf 649 Millionen Euro

Der Konzernumsatz von Fielmann stieg im dritten Quartal 2026 auf 649 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 618 Millionen Euro gewesen. Das entspricht einem Wachstum von 5,1 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte erhöhte sich der Umsatz um 4,9 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag, 5. November 2026, mitteilte.

Damit entwickelte sich das Geschäft zwischen Juli und September deutlich dynamischer als in den ersten sechs Monaten. Im ersten Halbjahr hatte Fielmann lediglich ein Umsatzwachstum von 1,8 Prozent erreicht. Vor allem die zurückhaltende Nachfrage in Deutschland hatte die Geschäftsentwicklung gebremst.

In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Fielmann insgesamt einen Konzernumsatz von 1,90 Milliarden Euro. Das waren 2,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, als die Erlöse bei 1,84 Milliarden Euro gelegen hatten. Ohne Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 3,2 Prozent.

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Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die Umsatzentwicklung im Jahresverlauf verbessert hat. Allerdings bleibt das Wachstum in den ersten neun Monaten hinter der Dynamik zurück, die das Unternehmen ursprünglich für das Gesamtjahr erwartet hatte.

Deutschlandgeschäft zieht trotz schwacher Konsumstimmung an

Eine wichtige Veränderung zeigt sich im deutschen Markt. Hier steigerte Fielmann seinen Umsatz im dritten Quartal um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr hatte das Plus lediglich 0,8 Prozent betragen.

Nach Angaben des Unternehmens kauften Kunden verstärkt preisgünstige Angebote. Fielmann sieht sich mit seiner Preisgestaltung in einer günstigen Position, weil Verbraucher angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin auf ihre Ausgaben achten.

Das Wachstum beruhte dabei nicht ausschließlich auf zusätzlichen Geschäften. Auch bestehende Niederlassungen verkauften mehr Einheiten als im Vorjahresquartal. Hinzu kamen die Eröffnung neuer Standorte und steigende Erlöse im Hörakustikgeschäft.

Über die gesamten ersten neun Monate hinweg legte der deutsche Umsatz um 2,0 Prozent zu. Der Heimatmarkt bleibt für Fielmann besonders bedeutend, weil er weiterhin den größten Anteil am Konzernumsatz ausmacht.

Internationales Geschäft wächst stärker als der Heimatmarkt

Außerhalb Deutschlands entwickelte sich das Geschäft erneut dynamischer. In den internationalen Märkten stiegen die Umsätze im dritten Quartal um 5,9 Prozent. Für die ersten neun Monate meldete Fielmann ein internationales Umsatzwachstum von 4,4 Prozent.

Mittlerweile erwirtschaftet der Konzern 39 Prozent seiner Erlöse außerhalb Deutschlands. Damit gewinnt die internationale Geschäftstätigkeit für die Gesamtentwicklung zunehmend an Bedeutung.

In der Schweiz stiegen die Umsätze im dritten Quartal währungsbereinigt um 6,0 Prozent. Spanien erreichte ein Plus von 6,6 Prozent, Österreich verzeichnete einen Zuwachs von 2,6 Prozent.

In Spanien fiel das Wachstum allerdings geringer aus als im vorherigen Quartal. Fielmann führte dies auf die Umstellung der Markenpräsenz in zahlreichen Niederlassungen im Norden des Landes zurück.

Auch in den Vereinigten Staaten stiegen die Erlöse. Dort erwirtschaftete das Unternehmen im dritten Quartal 78 Millionen US-Dollar nach 77 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Zuwachs von 1,4 Prozent.

Nach Unternehmensangaben kauften in den amerikanischen Niederlassungen mehr Kunden ein, während zugleich der durchschnittliche Bestellwert zurückging. Dies hing mit einer stärkeren Nachfrage nach günstigeren Produkten zusammen.

Die übrigen internationalen Märkte erreichten zusammengenommen ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 17,7 Prozent.

Fielmann beschleunigt Expansion und baut Hörakustik aus

Neben der Umsatzentwicklung treibt Fielmann den Ausbau seines Niederlassungsnetzes voran. Allein im dritten Quartal wurden 19 neue Standorte eröffnet. In den ersten neun Monaten waren es insgesamt 56 Neueröffnungen.

Zum 30. September 2026 betrieb die Unternehmensgruppe weltweit 1.318 Niederlassungen. Ein Jahr zuvor waren es 1.257 gewesen.

Besonders stark expandierte Fielmann außerhalb Deutschlands. Rund 80 Prozent der neuen Standorte entstanden auf internationalen Märkten. Zu den Schwerpunkten gehörten Luxemburg, Polen, Spanien und die Vereinigten Staaten.

Bis zum Jahresende sollen ungefähr 15 weitere Niederlassungen hinzukommen. Damit strebt das Unternehmen für 2026 insgesamt etwa 70 Neueröffnungen an. Zum Vergleich: 2025 hatte Fielmann 22 neue Standorte gemeldet.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Hörakustik. Zum Ende des dritten Quartals verfügten bereits 483 Niederlassungen über entsprechende Hörakustikstudios. Im Vorjahreszeitraum waren es 430 gewesen.

Im deutschen Markt erreichte das Hörakustikgeschäft im dritten Quartal nach Unternehmensangaben ein zweistelliges Umsatzwachstum. Eine genaue Wachstumsrate für diesen Geschäftsbereich wurde in der aktuellen Mitteilung nicht genannt.

Fielmann baut damit sein Angebot über den traditionellen Brillenverkauf hinaus aus. Neben Sehhilfen und Kontaktlinsen gehören Hörsysteme sowie Dienstleistungen rund um die Augenvorsorge zum Geschäftsmodell.

Automatisierte Sehstärkenmessung soll Kapazitäten erhöhen

Parallel zur Expansion investiert Fielmann in die technische Ausstattung seiner Niederlassungen. Dazu gehört eine KI-gestützte Technologie zur automatisierten Bestimmung der Sehstärke.

Bis Ende September war diese Technik an 227 Standorten eingeführt worden. Sie soll die Durchführung von Sehstärkenmessungen effizienter gestalten und die Kapazitäten in den Geschäften erhöhen.

Die zusätzlichen technischen Möglichkeiten sollen dem Unternehmen helfen, mehr Kunden zu betreuen und die vorhandenen personellen Ressourcen produktiver einzusetzen.

Auch in den Vereinigten Staaten investiert Fielmann in zusätzliche Kapazitäten für augenmedizinische und optometrische Dienstleistungen. Die Maßnahmen sind Bestandteil der laufenden Umstellung des amerikanischen Geschäftsmodells.

Gewinnmarge bleibt hoch, fällt aber leicht

Trotz steigender Umsätze und der Erweiterung des Niederlassungsnetzes entwickelte sich die Profitabilität nicht in allen Märkten gleich.

Die bereinigte EBITDA-Marge des Gesamtkonzerns lag in den ersten neun Monaten 2026 bei 23,4 Prozent. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte sie 23,7 Prozent betragen. Die Kennzahl beschreibt das Verhältnis des um bestimmte Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zum Umsatz.

Im europäischen Geschäft blieb die bereinigte EBITDA-Marge mit 24,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Deutlicher war der Rückgang in den Vereinigten Staaten. Dort sank die bereinigte EBITDA-Marge von 13,9 auf 10,9 Prozent. Fielmann verwies auf Investitionen in zusätzliche Fachkapazitäten und die Weiterentwicklung seines Geschäftsmodells.

Das internationale Wachstum geht damit teilweise mit höheren Aufwendungen einher. Insbesondere der Ausbau des US-Geschäfts belastet vorübergehend die dortige operative Marge.

Jahresprognose nach Senkung im August bestätigt

Für das Gesamtjahr 2026 hält Fielmann an seinen zuletzt veröffentlichten Erwartungen fest. Der Vorstand rechnet weiterhin mit einem Konzernumsatz zwischen 2,50 und 2,55 Milliarden Euro.

Dies entspricht einem erwarteten Wachstum von 2 bis 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Beim bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet das Unternehmen 560 bis 580 Millionen Euro. Die entsprechende EBITDA-Marge soll zwischen 22 und 23 Prozent liegen. Für die bereinigte Vorsteuermarge werden rund 12 Prozent angestrebt.

Die Bestätigung ist vor dem Hintergrund der Entwicklung im August zu sehen. Damals hatte Fielmann seine Jahresprognose wegen der schwachen Konsumstimmung in Deutschland gesenkt.

Ursprünglich hatte der Konzern für 2026 einen Umsatz zwischen 2,55 und 2,60 Milliarden Euro erwartet. Auch die Prognose für das bereinigte EBITDA war im August von zuvor 590 bis 610 Millionen Euro auf 560 bis 580 Millionen Euro reduziert worden.

Die nun veröffentlichten Quartalszahlen zeigen eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung. Eine Rückkehr zu den ursprünglich höheren Jahreszielen kündigte Fielmann jedoch nicht an.

Für die verbleibenden Monate setzt das Unternehmen auf die zusätzlichen Niederlassungen, mehr Beratungskapazitäten und Produktivitätssteigerungen. Die Prognose berücksichtigt weiterhin die Unsicherheiten des wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds und basiert auf den Wechselkursen von November 2026.

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