Trumpf plant mehr als 200 neue Stellen und baut Chipgeschäft aus

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Maschinenbauer Trumpf will an seinem Stammsitz in Ditzingen bei Stuttgart mehr als 200 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig sollen die Produktionskapazitäten für die Halbleiterindustrie innerhalb von zwei Jahren verdoppelt werden. Das kündigte Technikvorstand Berthold Schmidt in einem Gespräch mit dem Handelsblatt an. Die Pläne markieren einen deutlichen Ausbau eines Geschäftsbereichs, der für den deutschen Technologiekonzern zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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Das Chipgeschäft von Trumpf profitiert insbesondere von der steigenden Nachfrage nach leistungsfähigen Halbleitern für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Während andere Teile des Unternehmens zuletzt unter einer schwächeren Industriekonjunktur litten, entwickelt sich die Halbleitertechnik zu einem wichtigen Wachstumstreiber.

Mehr als 200 Arbeitsplätze am Standort Ditzingen geplant

Mit den geplanten Neueinstellungen stärkt Trumpf seinen Stammsitz im baden-württembergischen Ditzingen. Dort entwickelt und produziert das Unternehmen unter anderem hochpräzise Lasersysteme, die bei der Herstellung moderner Mikrochips zum Einsatz kommen.

Technikvorstand Berthold Schmidt erklärte gegenüber dem Handelsblatt, die Produktionskapazitäten der Chipsparte sollten binnen zwei Jahren auf das Doppelte steigen. Zugleich verwies er auf die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsbereichs. Bei den Auftragseingängen und den Umsatzerwartungen nehme die Halbleitersparte innerhalb des Konzerns eine besonders starke Position ein.

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Die angekündigten zusätzlichen Arbeitsplätze stehen im Zusammenhang mit dieser Expansion. Ein genauer Zeitplan für die Besetzung sämtlicher Stellen wurde zunächst nicht genannt. Auch eine konkrete Investitionssumme für den angekündigten Ausbau blieb offen.

Der Personalaufbau betrifft damit einen gezielten Wachstumsbereich und bedeutet nicht, dass Trumpf sämtliche zuvor abgebauten Stellen wiederbesetzen will.

Trumpf liefert wichtige Technik für moderne Mikrochips

Eine wesentliche Rolle spielt die sogenannte EUV-Lithografie. Das Verfahren ermöglicht die Herstellung besonders kleiner und leistungsfähiger Halbleiterstrukturen. EUV steht für extrem ultraviolettes Licht, das bei der Belichtung von Siliziumscheiben eingesetzt wird.

Trumpf entwickelt dafür leistungsstarke Lasersysteme. Diese treffen im Produktionsprozess auf winzige Zinntropfen und ermöglichen dadurch die Erzeugung des benötigten EUV-Lichts. Mit dieser Technologie lassen sich besonders feine Strukturen auf Mikrochips abbilden.

Die Lasersysteme werden unter anderem in Maschinen des niederländischen Halbleiterausrüsters ASML eingesetzt. An der technischen Entwicklung sind außerdem Spezialisten wie der deutsche Optikhersteller Zeiss beteiligt.

Trumpf fertigt dabei nicht selbst die Prozessoren oder Speicherchips, sondern liefert wichtige Komponenten für die Maschinen, mit denen internationale Halbleiterhersteller ihre Produkte produzieren.

Die Technologie wird unter anderem für leistungsfähige Prozessoren benötigt, die in Rechenzentren, Smartphones und KI-Systemen eingesetzt werden. Damit ist das Geschäft des deutschen Maschinenbauers eng mit internationalen Investitionen in neue Chipgenerationen verbunden.

Auch Plasmageneratoren gewinnen an Bedeutung

Neben der EUV-Technologie baut Trumpf seine Aktivitäten mit Plasmageneratoren aus. Diese Geräte werden bei verschiedenen Schritten der Halbleiterherstellung eingesetzt, beispielsweise beim Beschichten und Ätzen von Siliziumscheiben.

Die Generatoren liefern und steuern die elektrische Energie, die für präzise Plasmaprozesse benötigt wird. Mit solchen Verfahren lassen sich dünne Materialschichten bearbeiten, aus denen die komplexen Strukturen moderner Halbleiter entstehen.

Trumpf arbeitet nach eigenen Angaben mit wichtigen Ausrüstern von Chipfabriken in Europa, Asien und den USA zusammen. Technikvorstand Schmidt verwies im Handelsblatt zudem auf die Entwicklung neuer Generatoren für die Bearbeitung extrem dünner Materialschichten.

Die Weiterentwicklung solcher Technologien ist für die Chipindustrie wichtig, weil moderne Halbleiter immer komplexere Fertigungsschritte erfordern. Neben der Leistungsfähigkeit der Prozessoren spielen auch Produktionsqualität, Energieverbrauch und Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle.

Für Trumpf eröffnet das Geschäft mit den Plasmageneratoren zusätzliche Einsatzmöglichkeiten über die Fertigung besonders leistungsfähiger KI-Prozessoren hinaus.

Halbleitergeschäft wächst trotz schwieriger Jahre

Der geplante Ausbau folgt auf eine Phase wirtschaftlicher Belastungen. Trumpf hatte nach früheren Rekordumsätzen mit einer schwächeren Nachfrage in Teilen des Maschinenbaus zu kämpfen und Arbeitsplätze abgebaut.

Im Geschäftsjahr 2025/26, das am 30. Juni 2026 endete, erzielte der Konzern nach offiziellen Angaben einen Umsatz von 4,34 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte dieser bei 4,33 Milliarden Euro gelegen. Der Auftragseingang stieg dagegen deutlicher um 6,6 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro.

Auch das operative Ergebnis verbesserte sich. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 480 Millionen Euro, nachdem im vorherigen Geschäftsjahr 59 Millionen Euro erreicht worden waren.

Besonders deutlich zeigte sich die positive Entwicklung im Geschäft mit EUV-Lasersystemen. Hier erhöhte Trumpf den Umsatz um 9,2 Prozent von 724 Millionen auf 791 Millionen Euro.

Andere Geschäftsbereiche entwickelten sich weniger dynamisch. Im Bereich Lasertechnik sank der Umsatz von 1,25 Milliarden auf 1,17 Milliarden Euro. Die unterschiedlichen Entwicklungen verdeutlichen, dass sich die Nachfrage nach den verschiedenen Technologien des Konzerns weiterhin unterscheidet.

Neue Einstellungen nach deutlichem Stellenabbau

Der angekündigte Personalaufbau fällt in eine Zeit, in der Trumpf seine Beschäftigtenzahl zuvor erheblich reduziert hatte.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 arbeiteten weltweit 17.583 Menschen für den Konzern. Ein Jahr zuvor waren es noch 18.303 gewesen. Damit verringerte sich die Belegschaft innerhalb eines Jahres um 720 Beschäftigte.

In Deutschland sank die Mitarbeiterzahl um 7,1 Prozent von 9.337 auf 8.675. Davon waren zum Geschäftsjahresende rund 5.350 an den Standorten Ditzingen, Gerlingen, Hettingen und Höfingen beschäftigt.

Die nun geplanten mehr als 200 zusätzlichen Stellen zeigen, dass das Unternehmen trotz des vorangegangenen Personalabbaus in ausgewählten Technologiefeldern wieder wachsen will.

Ob über die angekündigten Arbeitsplätze hinaus weitere Einstellungen folgen, blieb zunächst offen.

Internationale Nachfrage treibt das Chipgeschäft an

Die Entwicklung der Halbleitersparte steht im Zusammenhang mit Veränderungen auf dem weltweiten Technologiemarkt. Große Rechenzentren benötigen leistungsfähige Prozessoren, während Hersteller von Smartphones, Industrieelektronik und anderen digitalen Geräten ebenfalls auf moderne Fertigungstechnologien angewiesen sind.

Trumpf ist dabei Teil einer internationalen Lieferkette. Der Konzern entwickelt in Deutschland Schlüsselkomponenten, die in Maschinen internationaler Anlagenhersteller eingebaut werden. Diese werden wiederum von Halbleiterproduzenten auf verschiedenen Kontinenten genutzt.

Auch die geografische Umsatzverteilung zeigt die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2025/26 waren die USA mit 772 Millionen Euro der größte Einzelmarkt. In Deutschland erzielte Trumpf 655 Millionen Euro Umsatz, in China 446 Millionen Euro.

Mit der geplanten Verdopplung der Produktionskapazitäten will Trumpf seine Position im Geschäft mit Halbleitertechnik weiter ausbauen. Die angekündigten Investitionen und Neueinstellungen konzentrieren sich auf einen Bereich, dessen Bedeutung innerhalb des Konzerns bereits deutlich zugenommen hat.

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