Baugebiete Amelsbüren und Kinderhaus: Stadt Münster überträgt Grundstücke an Wohn+Stadtbau

Baubranche in der Krise: Münster erlebt Tiefpunkt bei Wohnungsbaugenehmigungen
Foto: 652234

Teilen:

Münster. Die Stadt Münster treibt den Wohnungsbau in Amelsbüren und Kinderhaus weiter voran. In der Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Nord vom 2. September 2025 stimmten die Mitglieder einstimmig dafür, weitere Grundstücke an die städtische Wohn+Stadtbau GmbH zu übertragen. Damit sollen nicht nur neue Wohnungen entstehen, sondern auch die Vermarktungskonzepte angepasst werden, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum gezielt zu decken.

Amelsbüren: Acht Grundstücke für Mehrfamilienhäuser

Im Baugebiet Am Dornbusch in Amelsbüren werden acht weitere Grundstücke für Mehrfamilienhäuser übertragen. Zusammen umfassen sie eine Fläche von 8.179 Quadratmetern. Auf Basis des aktuellen Bodenrichtwertes beläuft sich das geschätzte Gesamtvolumen auf rund 4,4 Millionen Euro.

Die Grundstücke werden als Sacheinlage in das Eigenkapital der Wohn+Stadtbau GmbH eingebracht. Der endgültige Wert wird noch durch ein Gutachten bestimmt. Ziel ist es, in Amelsbüren ein gemischtes Quartier zu schaffen, in dem sowohl geförderte Wohnungen als auch frei finanzierte Einheiten entstehen. Bereits in früheren Konzepten wurde festgelegt, dass mindestens 30 Prozent der Wohnfläche öffentlich gefördert sein sollen.

Kinderhaus: Fünf weitere Grundstücke am Langebusch/Westhoffstraße

Auch in Münster-Kinderhaus werden neue Flächen an die Wohn+Stadtbau übertragen. Es handelt sich um fünf Grundstücke mit insgesamt 5.636 Quadratmetern. Das geschätzte Gesamtvolumen liegt hier bei etwa 3,49 Millionen Euro.

Die Flächen sollen für den Bau von Reihen- und Mehrfamilienhäusern genutzt werden. Nach den aktuellen Konzepten sieht die Stadt vor, dass bis zu 60 Prozent der Nettowohnfläche im Geschosswohnungsbau öffentlich gefördert wird. Damit wird besonders Familien mit mittleren und niedrigen Einkommen der Zugang zu Wohnraum erleichtert.

Anpassung der Vermarktungskonzepte

Die Bezirksvertretung Münster-Nord empfahl dem Rat, die bestehenden Vermarktungskonzepte für beide Baugebiete zu überarbeiten. Ziel ist es, die Vergabe transparenter und sozial ausgewogener zu gestalten. Dazu gehören Kriterien wie Einkommen, Kinderzahl oder Arbeitsplatz in Münster. Außerdem sollen Genossenschaften und Baugruppen stärker berücksichtigt werden, um eine Vielfalt an Wohnformen zu sichern.

Ein weiterer Grund für die Anpassung: In früheren Ausschreibungen gab es in Kinderhaus teils zu wenige Bewerbungen auf Mehrfamilienhausgrundstücke. Durch die Übertragung an die Wohn+Stadtbau übernimmt nun die städtische Gesellschaft die Umsetzung und garantiert damit, dass die Flächen auch tatsächlich bebaut werden.

Das lesen andere gerade

Warum die Entscheidung wichtig ist

Mit der Übertragung der insgesamt 13.815 Quadratmeter großen Flächen und einem Volumen von knapp 7,9 Millionen Euro setzt die Stadt Münster ein klares Signal. Wohnungsbau bleibt ein zentrales Thema der Stadtentwicklung. Durch die Steuerung über die Wohn+Stadtbau GmbH kann die Stadt sicherstellen, dass die neuen Quartiere nicht nur marktorientiert, sondern auch sozial ausgewogen entstehen.

Besonders in Zeiten hoher Nachfrage nach Wohnraum soll so verhindert werden, dass Flächen brachliegen oder ausschließlich für hochpreisige Wohnungen genutzt werden. Für Münster bedeutet dies: mehr bezahlbarer Wohnraum, mehr Vielfalt und eine Stärkung der städtischen Steuerung im Immobilienmarkt.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu