
Münster. Der Klimawandel trifft deutsche Städte sehr unterschiedlich. Während einige Regionen bereits heute stark unter Extremwetter leiden, bleiben andere bislang vergleichsweise verschont. Zu diesen zählt Münster. Das zeigt der neue Klimarisikoindex des Institut der deutschen Wirtschaft (IW), der erstmals alle Kreise und kreisfreien Städte bundesweit miteinander vergleicht.
Der Index bewertet, wie verwundbar die städtische Infrastruktur gegenüber klimabedingten Risiken ist. Für Münster ergibt sich dabei ein vergleichsweise niedriger Wert – sowohl heute als auch mit Blick auf die kommenden Jahrzehnte.
Aktuell erreicht Münster im Klimarisikoindex einen Wert von 3,03 auf einer Skala von 0 bis 10. Bis zum Jahr 2050 steigt dieser Wert nach den Berechnungen der Studienautoren auf 3,37 an. Damit bewegt sich die Stadt weiterhin im unteren Risikobereich.
Im bundesweiten Vergleich landet Münster damit auf Rang 379 von 400 Kommunen. Für das Jahr 2050 verschiebt sich die Platzierung leicht auf Rang 359, bleibt aber deutlich unter dem Durchschnitt. Je weiter hinten eine Stadt im Ranking liegt, desto geringer ist ihr relatives Klimarisiko im Vergleich zu anderen Regionen.
Die Einordnung ist eindeutig: Münster gehört nicht zu den Klimahotspots in Deutschland. Besonders hohe Risiken verzeichnet die Studie vor allem in Küstenregionen, entlang großer Flüsse sowie in dicht bebauten Metropolräumen. Münster profitiert dagegen von seiner Lage und einer insgesamt geringeren Anfälligkeit gegenüber mehreren Extremwetterarten.
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Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Entwicklung bis 2050, dass auch Münster nicht von steigenden Belastungen ausgenommen ist. Der Klimarisikoindex ist kein Entwarnungssignal, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme. Er macht deutlich, dass sich Risiken zwar moderat, aber kontinuierlich erhöhen.
Für Münster bestätigt die Studie vor allem ein bekanntes Bild: Starkregen stellt das größte klimabedingte Risiko dar. Kurze, intensive Niederschläge können das Kanalsystem überlasten und lokal zu Überflutungen führen. Solche Ereignisse sind in den vergangenen Jahren bereits mehrfach aufgetreten und gewinnen laut Prognose weiter an Bedeutung.
Hitze spielt im Vergleich zu vielen Regionen in Ost- und Süddeutschland derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Dennoch geht auch für Münster die Tendenz nach oben. Längere Wärmeperioden könnten künftig stärker spürbar werden, insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen.
Im regionalen Umfeld bewegt sich Münster auf ähnlichem Niveau wie die übrigen Kreise im Münsterland. Auch dort liegen die Klimarisikowerte im unteren bis mittleren Bereich. Deutlich höhere Belastungen zeigen sich dagegen in Teilen des Ruhrgebiets und im Rheinland, wo Versiegelung und Bevölkerungsdichte die Auswirkungen extremer Wetterlagen verstärken.
Die Studie unterstreicht damit, dass das Klimarisiko nicht allein vom Bundesland abhängt, sondern stark von lokalen Gegebenheiten geprägt ist.
Aus Sicht der Studienautoren ist entscheidend, wie gut Kommunen auf die langfristigen Folgen des Klimawandels vorbereitet sind. Auch Städte mit vergleichsweise niedrigen Risikowerten stehen vor der Aufgabe, ihre Infrastruktur widerstandsfähig zu machen. Dazu zählen unter anderem leistungsfähige Entwässerungssysteme, Stadtgrün und eine vorausschauende Bauplanung.
Für Münster bedeutet das: Die Ausgangslage ist günstig, aber sie bleibt es nur, wenn Vorsorge ernst genommen wird. Der Klimarisikoindex liefert dafür keine politischen Vorgaben, aber eine belastbare Grundlage für weitere Entscheidungen.
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