Einbürgerungen in Münster: Petition kritisiert Stillstand und lange Wartezeiten

Eine Petition kritisiert massive Verzögerungen bei Einbürgerungen in Münster. Tausende Anträge liegen demnach unbearbeitet vor. Forderung nach Transparenz.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. In Münster sorgt eine Petition zur Einbürgerungspraxis der Stadt für Aufmerksamkeit. Unter dem Titel „Einbürgerung in Münster: Transparenz und Beschleunigung statt Stillstand!“ fordern die Initiatorinnen und Initiatoren grundlegende Verbesserungen bei der Bearbeitung von Einbürgerungsanträgen. Nach Angaben der Petition warten Antragstellende in Münster teils mehrere Jahre auf eine Entscheidung.

Die Petition wurde auf der Plattform openPetition veröffentlicht und richtet sich an die Stadt Münster sowie die zuständigen politischen Gremien. Ziel sei es, das Thema öffentlich sichtbar zu machen und strukturelle Veränderungen anzustoßen.

Tausende offene Anträge, geringe Bearbeitungskapazität

Kern der Kritik ist ein erheblicher Rückstau bei Einbürgerungsverfahren. Nach Angaben der Petition liegen in Münster aktuell rund 5.000 Anträge vor, die noch nicht abschließend bearbeitet wurden. Gleichzeitig könnten pro Jahr lediglich etwa 600 Verfahren abgeschlossen werden. Dadurch wachse der Rückstand kontinuierlich weiter, da jährlich mehr neue Anträge hinzukämen als abgearbeitet würden.

Für viele Betroffene bedeute dies Wartezeiten von drei, vier oder sogar fünf Jahren, obwohl sie die formalen Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllten. Dazu zählten unter anderem ein langjähriger Aufenthalt in Deutschland, gesicherter Lebensunterhalt, sehr gute Deutschkenntnisse und vollständig eingereichte Unterlagen.

Konkrete Auswirkungen im Alltag

Die Petition beschreibt zahlreiche praktische Folgen der langen Bearbeitungszeiten. Ohne deutsche Staatsangehörigkeit seien internationale Dienstreisen, Konferenzen oder Fortbildungen teils nicht möglich oder mit erheblichem bürokratischem Aufwand verbunden. Auch private Lebensentscheidungen könnten erschwert werden, etwa bei Eheschließungen oder familiären Angelegenheiten, abhängig vom Herkunftsland der Betroffenen.

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Die Initiatorinnen und Initiatoren betonen zudem, dass viele Antragstellende bereits seit Jahren in Münster lebten, arbeiteten, Steuern zahlten und gesellschaftlich integriert seien, rechtlich aber weiterhin in einem Schwebezustand verblieben.

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Vergleich mit anderen Städten

In der Petition wird Münster im bundesweiten Vergleich als besonders problematisch dargestellt. Während andere Großstädte ihre Verfahren teils deutlich schneller abschließen könnten, komme es in Münster zu außergewöhnlich langen Verzögerungen. Die Petition spricht in diesem Zusammenhang von einem strukturellen Problem und fordert eine grundlegende Überprüfung der Abläufe.

Forderungen: Transparenz, Digitalisierung, Personal

Gefordert werden unter anderem:

  • mehr Transparenz über den Bearbeitungsstand einzelner Anträge

  • realistische Zeitangaben für Einbürgerungsverfahren

  • eine bessere personelle Ausstattung der zuständigen Stellen

  • eine stärkere Digitalisierung und Prozessoptimierung

Insbesondere die fehlende Digitalisierung wird kritisiert. Aus Sicht der Initiatoren sei es nicht mehr zeitgemäß, wenn Unterlagen manuell gescannt oder Verfahren überwiegend papierbasiert abgewickelt würden.

Politische Relevanz wächst

Mit der Petition soll öffentlicher Druck aufgebaut werden, um Verwaltung und Politik zum Handeln zu bewegen. Ob und wann es zu konkreten Änderungen kommt, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Das Thema Einbürgerung gewinnt angesichts von Fachkräftemangel, Integration und gesellschaftlicher Teilhabe zunehmend an politischer Bedeutung.

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