Ostturm wird geräumt: Warum das Universitätsklinikum Münster jetzt umzieht

Am UKM Münster formiert sich Protest: Der Verein Frauenheldinnen e.V. kritisiert Transmedizin bei Jugendlichen und die S2k-Leitlinie. Was hinter der Kritik steckt – und wie das UKM antwortet.
Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Münster, Universitätsklinikum -- 2014 -- 8358” / CC BY-SA 4.0
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Münster. Am Universitätsklinikum Münster hat eine der größten internen Umstrukturierungen der vergangenen Jahre begonnen. Seit Anfang November 2025 werden Stationen, Ambulanzen und Funktionsbereiche schrittweise verlegt. Der Hintergrund ist klar: Der Ostturm, einer der prägenden Bettentürme des Klinikums, soll vollständig innen saniert werden. Damit der Krankenhausbetrieb weiterlaufen kann, setzt das UKM auf einen komplexen Umzugsplan in mehreren Phasen.

Warum das UKM umzieht – und warum jetzt

Der Ostturm stammt aus den frühen 1980er-Jahren und entspricht in seiner inneren Struktur nicht mehr heutigen Anforderungen an moderne Patientenversorgung. Zwar wurde die Fassade bereits energetisch saniert, nun folgt die grundlegende Erneuerung im Inneren. Vorgesehen sind unter anderem modernisierte Stationslayouts, mehr Ein- und Zweibettzimmer mit eigenen Nasszellen, neue Pflegestützpunkte sowie eine zeitgemäße technische Infrastruktur.

Statt während des laufenden Betriebs Stockwerk für Stockwerk zu sanieren, hat sich das Klinikum bewusst für einen anderen Weg entschieden: Der Ostturm soll komplett freigezogen werden. Das gilt intern als die schonendere und effizientere Lösung – für Patientinnen und Patienten ebenso wie für das Personal.

Ein Umzug im laufenden Betrieb

Der Preis dieser Entscheidung ist hoch: Insgesamt sind laut UKM rund 40 Einzelumzüge notwendig. Stationen werden in den Westturm, in andere Gebäudeteile des Klinikums oder in bereits modernisierte Bereiche wie den Interdisziplinären Erweiterungsbau (IEZ) verlegt. Das Konzept dahinter wird intern als „Rochade“ beschrieben – ein permanentes Verschieben, damit überall Platz für den nächsten Schritt entsteht.

Die ersten Umzüge starteten im November 2025. Seitdem wechseln vor allem neurologische, gynäkologische, chirurgische und neurochirurgische Bereiche ihre Standorte. Auch Ambulanzen sind betroffen. Die Umzüge erfolgen jeweils an festen Terminen und werden von eigenen Teams begleitet.

Phase 1 und 2: Was bereits passiert ist – und was folgt

In einer ersten Phase bis Dezember 2025 wurden mehrere Stationen aus dem Ostturm in andere Gebäudeteile verlegt. Darunter fielen unter anderem Bereiche der Neurologie, der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie gynäkologische Stationen und Ambulanzen. Parallel dazu wurden Betten aus Komfort- und Spezialstationen neu verteilt.

Seit Januar 2026 läuft die zweite Phase. Geplant sind weitere Verlagerungen, etwa in der Geburtshilfe, der Plastischen Chirurgie und der Neurochirurgie. Das UKM weist darauf hin, dass sich Termine im Einzelfall verschieben können – abhängig vom klinischen Alltag.

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Was das für Patientinnen und Patienten bedeutet

Das Klinikum betont, dass die medizinische Versorgung jederzeit sichergestellt bleibt. Patientinnen und Patienten werden am Umzugstag persönlich begleitet, Behandlungsabläufe sollen unverändert weiterlaufen. Dennoch kann es vorübergehend zu organisatorischen Änderungen kommen, etwa bei Wegen innerhalb des Klinikums oder bei der Lage einzelner Ambulanzen.

Zur Orientierung setzt das UKM auf eine Kombination aus Beschilderung, digitaler Navigation und Information durch das Personal. Auch Besucherinnen und Besucher müssen sich darauf einstellen, dass bekannte Stationen zeitweise an anderen Orten zu finden sind.

Der Interdisziplinäre Erweiterungsbau als Schlüssel

Eine zentrale Rolle spielt der bereits seit 2023 schrittweise bezogene Interdisziplinäre Erweiterungsbau. Er bietet moderne Flächen und dient sowohl als Zwischenlösung als auch als dauerhafter Standort für mehrere Fachbereiche. Ohne diesen Neubau wäre der Freizug des Ostturms kaum möglich gewesen. Das IEZ gilt damit als strategische Voraussetzung für die aktuelle Sanierungsphase.

Zeitplan: Ostturm zuerst, Westturm später

Nach derzeitiger Planung soll der Ostturm bis Ende 2027 vollständig geräumt sein. Erst dann beginnt die eigentliche Kernsanierung mit anschließender Neueinrichtung. Sobald der Ostturm wieder in Betrieb geht, ist im nächsten Schritt die Sanierung des Westturms vorgesehen. Das Projekt ist damit auf viele Jahre angelegt und wird den Klinikalltag in Münster noch lange begleiten.

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