
Münster. Vor dem Landgericht Münster wird derzeit ein umfangreicher Betrugsprozess verhandelt. Vier Männer im Alter zwischen 22 und 25 Jahren müssen sich dort wegen mutmaßlicher Beteiligung an sogenanntem Telefonbetrug verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Teil einer arbeitsteilig organisierten Tätergruppe gewesen zu sein, die sich gezielt als Polizisten oder Bankmitarbeiter ausgab und vor allem ältere Menschen um hohe Geld- und Sachwerte brachte.
Die Angeklagten stammen nach Angaben aus Münster sowie aus Drensteinfurt. Ihre Rolle soll vor allem in der Abholung von Bargeld, Schmuck und Gold bestanden haben.
Im Zentrum des Verfahrens stehen mehrere Taten in Orten des Kreises Coesfeld. Betroffen waren unter anderem Seniorinnen und Senioren in Coesfeld, Ascheberg, Davensberg und Heiden. Laut Anklage geht es um insgesamt fünf Betrugsfälle mit einer mutmaßlichen Gesamtbeute von knapp 300.000 Euro.
Der Prozess läuft seit dem 15. Januar 2026 und beleuchtet detailliert die Vorgehensweise der Täter sowie die internen Abläufe der Betrugsstruktur.
Nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden handelte es sich nicht um Einzeltäter, sondern um eine klar strukturierte Gruppe. Während sogenannte „Keiler“ die Anrufe tätigten und die Opfer manipulierten, kümmerten sich andere um Organisation und Logistik. Die Angeklagten sollen vor allem für die riskante Phase der Abholung zuständig gewesen sein.
Diese Rollenverteilung ist typisch für die Masche der falschen Polizisten und erschwert die Ermittlungen, da die einzelnen Beteiligten oft nur begrenzten Einblick in das Gesamtgeschehen haben.
Der Fall verdeutlicht erneut die Gefährlichkeit dieser Betrugsform. Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass Behörden niemals telefonisch die Herausgabe von Bargeld, Schmuck oder Wertsachen verlangen. Auch angezeigte Telefonnummern bieten keinen verlässlichen Schutz, da sie manipuliert werden können.
Im Verdachtsfall gilt: Gespräch beenden und selbst die 110 wählen – nicht über die Rückruftaste, sondern durch neue Eingabe der Nummer.
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