DGB unterstützt Straßenumbenennung in Münster

Münster Schloss
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Die Diskussion um historisch belastete Straßennamen in Münster gewinnt weiter an Schärfe. Während Politik und Initiativen über Umbenennungen streiten, positioniert sich nun auch der Deutscher Gewerkschaftsbund klar. Der DGB-Stadtverband Münster unterstützt die geplanten Umbenennungen – und macht deutlich, dass es dabei aus seiner Sicht um mehr geht als um Symbolpolitik.

Vertreten wird diese Haltung von Carsten Peters. Nach seinen Angaben spricht er in dieser Debatte ausschließlich in seiner Funktion als Vertreter des DGB-Stadtverbands Münster. Die Unterstützung sei kein persönliches Statement, sondern ein offiziell gefasster Beschluss des Stadtverbands.

Beschluss im Vorstand – keine internen Zweifel

Die Entscheidung für die Unterstützung der Straßenumbenennung wurde nach Angaben von Peters im Rahmen einer Vorstandssitzung getroffen. Innerhalb des DGB-Stadtverbands habe es dazu keine unterschiedlichen Meinungen oder kontroversen Diskussionen gegeben. Die Haltung sei geschlossen und bewusst getroffen worden.

Der DGB sehe es als seine Aufgabe, sich in gesellschaftlich relevanten Fragen öffentlich zu äußern. Die Benennung von Straßen gehöre aus Sicht des Stadtverbands ausdrücklich dazu, weil sie Teil des öffentlichen Raums und der kollektiven Erinnerung sei.

Warum der DGB sich einmischt

Aus Sicht des DGB ist die Auseinandersetzung mit historisch belasteten Straßennamen eine Frage der Verantwortung. Der Stadtverband versteht seine Positionierung als Verpflichtung, nicht als kurzfristige Reaktion auf politische Debatten. Straßennamen transportierten Werte und Haltungen – und diese müssten regelmäßig überprüft werden.

Dabei verweist Peters auch auf den historischen Kontext: Bereits in den Jahren 1946 und 1947 habe es Empfehlungen gegeben, bestimmte Straßennamen zu ändern. Die heutige Debatte sei daher keineswegs neu, sondern knüpfe an frühere Überlegungen an, die lange nicht umgesetzt worden seien.

Abgrenzung zur Parteipolitik

Dass Peters auch politisch bei den Grünen aktiv ist, spiele für die Position des DGB nach seinen Angaben keine Rolle. Gewerkschaften und Parteien verfügten über getrennte Beratungs- und Entscheidungsstrukturen. Die Haltung des DGB-Stadtverbands sei unabhängig von parteipolitischen Interessen entwickelt worden.

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Auch von politischen Mehrheiten will der DGB seine Position nicht abhängig machen. Der Stadtverband würde sich nach Angaben von Peters auch dann für eine Umbenennung aussprechen, wenn es dafür keine Mehrheit in politischen Gremien gäbe.

Verantwortung der Stadt – und ein Appell

Grundsätzlich sieht der DGB die Verantwortung bei den Kommunen. Städte hätten die Aufgabe, sich mit historisch belasteten Straßennamen auseinanderzusetzen und diese kritisch zu bewerten. In der aktuellen gesellschaftlichen Situation sei diese Auseinandersetzung aus Sicht des Stadtverbands sogar wichtiger als früher.

An Bürgerinnen und Bürger, die eine Umbenennung klar ablehnen, richtet der DGB einen Appell zur inhaltlichen Auseinandersetzung. Dabei stellt Peters die grundsätzliche Frage, ob es notwendig sei, in Straßen zu wohnen, die nach sogenannten „Kriegshelden“ benannt seien. Die Debatte solle sachlich geführt werden – mit Blick auf Geschichte, Verantwortung und die Wirkung des öffentlichen Raums in Münster

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